Forschungsergebnisse aus Niederlanden

Corona und Bienen – was die nützlichen Tierchen mit Covid-19 zu tun haben

Bienen
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Forscher aus den Niederlanden haben herausgefunden, die Bienen im Kampf gegen die Coronapandemie helfen können. (Symbolbild)
  • Christina Rosenberger
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Dass Bienen eine extrem wichtige Rolle in der Natur spielen, ist weithin bekannt. Doch jetzt sollen sie auch im Kampf gegen das Coronavirus helfen können.

Was Forscher aus den Niederlanden jetzt herausgefunden haben, klingt einfach unglaublich. Bienen – die kleinen Honigsammler, die auf der ganzen Welt dafür verantwortlich sind, Pflanzen zu bestäuben und so das Ökosystem am Laufen zu halten – könnten jetzt auch in der Corona-Pandemie eine große Hilfe sein. Dabei spielt ihr ausgezeichneter Geruchssinn eine essenzielle Rolle.

Die Impfkampagne gegen das Coronavirus schreitet auch in Deutschland immer weiter voran. Bisher sind 32,8 Prozent der Deutschen mindestens ein Mal geimpft, 9,4 Prozent der Gesamtbevölkerung sind sogar vollständig immunisiert – und die Inzidenzen sinken langsam. Doch auch Corona-Tests spielen weiterhin eine große Rolle, um das Virus einzudämmen – und da kommen jetzt die Bienen ins Spiel.

Bienen und Corona: Wie die Tierchen im Kampf gegen die Pandemie helfen können

Honigbienen haben an ihren beiden Fühlern rund 60.000 Duftrezeptoren. Die helfen ihnen im normalen Alltag, auf der Suche nach Nektar, winzig kleine Duftspuren aufzuspüren. Die Bienen können sogar aus dem Flug kleinste Duftpartikel erkennen und sich dann so präzise an ihnen orientieren, dass sie ihr Ziel mit Leichtigkeit finden.

Diese Fähigkeit verdanken die Bienen speziellen Strukturen und hocheffizienten Verarbeitungsprozessen, die sich in ihrem Nervensystem entwickelt haben. Und genau diese Eigenschaft haben sich jetzt Forscher des bio-veterinärmedizinischen Forschungslabors der Universität Wageningen in den Niederlanden zunutze gemacht. Sie haben es geschafft, Honigbienen darauf zu trainieren, Proben zu identifizieren, die mit Covid-19 infiziert sind. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Demnach konditionierten die Forscher die Bienen darauf, beim Geruch einer Covid-19-Probe eine Belohnung zu erwarten. Die Wissenschaftler zeigten den nützlichen Tierchen hierfür zunächst die Proben und gaben ihnen direkt danach zuckerhaltiges Wasser. Wenn die Bienen im Gegenteil eine Probe vorgelegt bekamen, die keine Corona-Infektion enthielt, so wurden sie auch nicht belohnt.

Corona-Infektion durch Bienen erkennen – so funktioniert die Methode

Nachdem die Honigbienen also das System verstanden hatten, streckten sie laut Wim van der Poel, einem Professor der Virologie, der an dem Projekt beteiligt war, bei Kontakt mit den Covid-19-infizierten Proben automatisch ihre Rüssel aus, weil sie Zuckerwasser erwarteten. Das sahen die Forscher als klare Bestätigung für ein positives Covid-19-Testergebnis. Denn bei Corona-negativen Proben reagierten die Tierchen nicht.

Schon früher gab es übrigens ähnliche Experimente, bei denen Hunde gezielt auf den Geruch einer Corona-Infektion konditioniert worden waren. Auch hier kamen Forscher zu dem Ergebnis, dass die abgerichteten Hunde dazu in der Lage sind, Menschen mit einer Covid-19-Infektion zu erschnüffeln.

Covid-19 und Bienen: Auch andere Tiere können wohl Infektionen riechen

Tiere, die das Coronavirus allein durch ihren hervorragenden Geruchssinn erkennen können, könnten laut den Forschern aus den Niederlanden einen ganz entscheidenden Vorteil gegenüber PCR-Tests bringen – und das ist Geschwindigkeit. Während man die herkömmlichen Covid-19-Tests erst nach einigen Stunden auswerten kann, zeigt eine abgerichtete Biene sofort an, ob eine Person infiziert ist oder nicht.

Doch es gibt auch negative Stimmen zu den Bienen-Corona-Tests. Ein Beispiel hierfür ist Professor Dirk de Graaf, der in Belgien an Bienen forscht. Er denkt, die Technik aus Wageningen sei noch nicht ausgereift. Es sei bisher zu wenig über die Testungen bekannt, um final sagen zu können, ob die Methode wirklich effektiv ist. Jedoch zeigte sich auch de Graaf offen gegenüber Tests mit Bienen – und zwar dort, wo PCR-Tests nicht verfügbar sind.

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