Impfstopp sinnvoll? Experte mit Klartext

Schock-Studie zu AstraZeneca-Impfstoff: Forscher finden Verunreinigungen

Der Impfstoff von Astrazeneca soll verunreinigt sein.
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Der Impfstoff von AstraZeneca soll verunreinigt sein.
  • Jason Blaschke
    vonJason Blaschke
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Im Corona-Impfstoff von AstraZeneca haben Forscher der Universität Ulm Verunreinigungen gefunden, die die Wirksamkeit des Vakzins mindern können.

Der Corona-Impfstoff von AstraZeneca sorgt immer wieder für Schlagzeilen. Insbesondere die Tatsache, dass der Vektorimpfstoff in seltenen Fällen gefährliche Hirnvenenthrombosen auslösen kann, macht das Vakzin unbeliebt. Eine weitere schlechte Nachricht aus Ulm könnte nun dafür sorgen, dass der Corona-Impfstoff von AstraZeneca noch mehr Imageprobleme bekommt. Im konkreten Fall geht es um eine Studie der Universität Ulm, über die der SWR aktuell berichtet.

Neue Studie zu AstraZeneca-Impfstoff: Es wurden Verunreinigungen gefunden

Dort haben Experten der Abteilung Gentherapie das Vakzin von AstraZeneca mit biochemischen Methoden untersucht und dabei festgestellt, dass im untersuchten Corona-Impfstoff Eiweiße enthalten waren, die nicht zum Vakzin gehören. Berichten von SWR.de zufolge waren mehr als die Hälfte der gefundenen Eiweiße im Impfstoff menschlichen Ursprungs. Die Eiweiße seien Rückstände aus der Produktion, erzählt Stefan Kochanek, Leiter der Abteilung Gentherapie der Ulmer Universitätsmedizin. Auch heidelberg24.de* berichtet über die Verunreinigung des AstraZeneca-Impfstoffs*.

Dass Eiweiße in Impfstoffen vorkommen, ist erst einmal nichts Ungewöhnliches. Nach der Fertigstellung des Vakzins sollten solche Bestandteile der Impfstoffproduktion allerdings entfernt werden. Kochanek erzählt im SWR-Interview, dass er fest davon ausgehe, dass man die Verunreinigungen im Corona-Impfstoff von AstraZeneca reduzieren könne. Gefährlich sind Eiweiße im Grunde nicht. Aber: Im Vakzin von AstraZeneca sei besonders die Häufung sogenannter Hitzeschockproteine aufgefallen.

Neue Studie zu AstraZeneca-Impfstoff: Mögliche Folgen der Verunreinigung

Die festgestellten Hitzeschockproteine seien dafür bekannt, angeborene sowie erworbene Immunantworten zu modulieren und bereits vorhandene Entzündungsreaktionen verstärken zu können, erzählt Kochanek im SWR-Interview weiter. Zudem seien die eben genannten Proteine auch schon mit Autoimmunreaktionen in Verbindung gebracht worden. Inwieweit die nachgewiesenen Eiweiße die Wirksamkeit des AstraZeneca-Impfstoffs beeinflussen, ist laut Kochanek noch völlig unklar.

Der Experte der Universität Ulm geht aber davon aus, dass es keinen Zusammenhang zwischen den Verunreinigungen im Vakzin und den Sinusvenenthrombosen gibt. Ausschließen könne er das aber nicht. Dass die Verunreinigung aber der Auslöser für starke Impfreaktionen sein können, hält Kochanek für „wahrscheinlicher“. Unter Impfreaktionen werden Nebenwirkungen verstanden, die nach der Impfung auftreten können, meist aber nicht von langer Dauer sind.

Neue Studie zu AstraZeneca-Impfstoff: Impfstopp? Experte mit klarer Meinung

Menschen, die mit AstraZeneca geimpft werden, berichten häufig von grippeähnliche Symptome, die als Impfreaktion auftreten. Einen Impfstopp mit AstraZeneca hält Kochanek in Anbetracht der nachgewiesenen Verunreinigungen im Corona-Impfstoff aber für nicht sinnvoll. Der Nutzen des Vakzins sei immer noch größer als die Risiken, erklärt der Experte im SWR-Interview dazu. Bisher wurde die neue Studie der Universität Ulm zum AstraZeneca-Impfstoff nicht unabhängig begutachtet.

Der Prozess laufe aber, sagt Kochanek. Zum Grund, weshalb die Studie vorab schon veröffentlicht wurde, sagt Kochanek im SWR-Interview: „Wissenschaftskollegen sollten über diese Verunreinigungen Bescheid wissen, um eigene Untersuchungen durchführen zu können, mit denen ein möglicher Zusammenhang zwischen Verunreinigungen und Nebenwirkungen nachgewiesen oder sogar ausgeschlossen werden kann.“ Über die Nebenwirkungen des AstraZeneca-Impfstoffs berichtet echo24.de aktuell.

Der Experte geht davon aus, dass AstraZeneca bereits an einer Lösung des Problems arbeitet. Kochanek: „Dadurch ließe sich neben der Sicherheit womöglich auch die Wirksamkeit des Vakzins erhöhen.“ Und wer weiß, vielleicht wird das unbeliebte Corona-Vakzin von AstraZeneca dadurch sogar beliebter? Im Hinblick auf ein schnelle Impfkampagne wäre auf jeden Fall von Vorteil. *echo24.de und heidelberg24.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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