Neues Virus bereits in Baden-Württemberg angekommen

Affenpocken: Was tun, wenn ich mich vermeintlich infiziert habe?

Soldaten der Bundeswehr arbeiten in einem Hochsicherheitslabor im Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr. Affenpocken unter dem Elektronenmikroskop.
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In Deutschland wurden inzwischen mehrere Affenpocken-Fälle bestätigt.
  • VonJuliane Reyle
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Rund um das Coronavirus kennt sich nun fast jeder aus. Doch wie sieht es mit den Affenpocken aus? So verhalten sich vermeintlich Infizierte richtig.

Selbsttests, kostenlose Bürgertests, Impfungen und Quarantäne – dem Coronavirus wurde und wird mit allen Mitteln entgegengewirkt. Doch inzwischen ist bereits ein neuer Virus im Umlauf – die Affenpocken breiten sich derzeit in Europa und auch in Deutschland aus. In Baden-Württemberg wurde bereits der erste Affenpocken-Fall bestätigt. Doch wie verhält man sich bei Verdacht auf eine Infektion mit Affenpocken richtig?

Affenpocken breiten sich aus: Diese Symptome weisen auf eine Infektion hin

Bei Verdacht auf eine Infektion mit dem Affenpocken-Virus gilt es zunächst die Symptome zu analysieren und herauszufinden, ob es sich nicht eventuell doch um eine andere Infektion handelt. Nicht jeder Pickel gilt als Hautausschlag und nicht jeder Ausschlag ist sofort auf die Affenpocken zu beziehen. Auch Fieber kann vielfältige Ursachen haben und beispielsweise durch einen Zeckenstich ausgelöst werden. Sicher feststellen kann eine Affenpocken-Infektion schlussendlich nur ein Arzt – doch es gibt Symptome, die auf das Virus hinweisen. Diese Symptome können laut Robert-Koch-Institut (RKI) bei einer Infektion mit den Affenpocken auftreten:

  • Plötzliches Fieber, das in Phasen verläuft
  • Ausschlag auf der Rachenschleimhaut
  • Erschöpfung
  • Schwellung der Lymphknoten
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Charakteristische Hautveränderungen, die im Gesicht und an den Unterarmen beginnen, doch sich weiter ausbreiten – dabei entstehen zunächst Flecken auf der Haut, die sich zu Knötchen und schließlich zu eitrigen Bläschen weiterentwickeln, die später verkrusten und abfallen. Der Ausschlag kann je nach Phase unterschiedlich aussehen und Windpocken und Syphilis ähneln

Mit den Affenpocken infiziert? Reiserückkehrer sollten besonders aufpassen

Besonders Reiserückkehrer aus Westafrika müssen eine Infektion mit den Affenpocken in Betracht ziehen, denn dort ist das Virus bereits weiter verbreitet. Eine Infektion außerhalb Afrikas ist allerdings inzwischen ebenso möglich und nicht auszuschließen. Das heißt: Sollten Hautveränderungen unklarer Ursachen auftreten, so müssen diese grundsätzlich abgeklärt werden.

Selbsttests oder besondere Vorschriften gibt es hierfür bislang noch keine, doch der Hausarzt kann hier weitere Empfehlungen aussprechen. In welchem Ausmaß es für Affenpocken-Infizierte wie für das Coronavirus eine Quarantäne-Pflicht geben wird, ist noch nicht klar geregelt. Derzeit befinden sich jedoch alle bekannten Affenpocken-Infizierte in Deutschland in Quarantäne sowie auch deren Kontaktpersonen.

Affenpocken: Inkubationszeit und Isolation – erstes Land legt Quarantäne-Regeln fest

Die Inkubationszeit für das Virus liegt laut RKI bei 7 bis 21 Tagen. Aufgrund der langen Inkubationszeit hat das erste europäische Land, Belgien, bereits eine Quarantänepflicht für Infizierte von 21 Tagen eingeführt. Europaweit werden immer mehr Fälle von Infizierten bekannt. Falls eindeutig Kontakt zu einem Infizierten mit den Affenpocken bestand, sollte auf Symptome geachtet und dabei die lange Inkubationszeit beachtet werden. Bei einer vermeintlichen Infektion sollte auch ohne Quarantänepflicht Rücksicht auf andere genommen und ein Arzt aufgesucht werden.