Weinsorten

Der wahre Unterschied zwischen Rot- und Weißwein: Ist Rotwein wirklich gesund?

  • Maria Dirschauer
    vonMaria Dirschauer
    schließen

Ist ein Glas Rotwein am Tag wirklich gesund und am Ende sogar gesünder als Weißwein? Hier erfahren Sie, was dran ist an den Gerüchten und worin die Unterschiede wirklich liegen.

Wenn Sie ein durchschnittlicher Weintrinker* sind, haben Sie sich vielleicht noch nie so genau Gedanken darüber gemacht, was der Unterschied zwischen Rot- und Weißwein ist, oder? Den meisten kommt es beim Trinken hauptsächlich auf den Geschmack an: Manchen schmeckt Rotwein besser, den anderen sagt Weißwein mehr zu.

Lesen Sie auch: Sie haben noch Wein übrig? So können Sie Weinreste clever verwerten.

Unterschiede zwischen Rotwein und Weißwein

Aber es gibt tatsächlich einige Unterschiede zwischen Rotwein und Weißwein, die Sie überraschen werden. Zuerst klären wir einen etwas naiven Gedanken auf, der vielleicht jemandem kommen könnte, der sich noch nicht viel mit Weinherstellung beschäftigt hat: Wird Rotwein aus roten Trauben gemacht und Weißwein aus hellen Trauben? Nein, das stimmt so nicht.

Weißwein kann aus weißen oder roten Trauben hergestellt werden, während Rotwein aus roten bzw. blauen oder schwarzen Trauben hergestellt wird. Der Unterschied in der Farbe kommt vor allem dadurch, dass bei Rotwein auch die Traubenschalen in den Wein integriert werden, die die Farbstoffe enthalten, während Weißwein nur den Traubensaft verwendet.

Unterschiede zwischen den beiden Weinsorten sind:

  • Weiß- und Rotweine werden unterschiedlich gekeltert: Für Weißwein werden die Trauben ausgepresst, der gewonnene Most wird zu Wein vergoren: Deshalb nennt es sich Mostgärung. Die Trauben bei der Rotweinbereitung werden zerquetscht oder gemahlen, sodass eine sogenannte Maische aus Saft, Fruchtfleisch und Schalen entsteht. Diese wird dann vergoren: Maischegärung.
  • Sie werden zu unterschiedlichen Gerichten kombiniert: Das ist grundsätzlich auch Geschmackssache, aber an dem Spruch „Rotwein zu rotem Fleisch, Weißwein zu weißem Fleisch“ können Sie sich ungefähr orientieren.
  • Die Weine werden unterschiedlich gereift: Rotwein reift in Eichenfässern, während Weißwein häufig zur Reifung in Edelstahltanks gefüllt wird. Da die Holzfässer porös sind, ist der Rotwein Sauerstoff ausgesetzt, das lässt ihn nach einer Reifezeit weicher werden, also weniger sauer. Außerdem wird durch die Lagerung im Holzfass die im Wein enthaltene Apfelsäure in Milchsäure umgewandelt, was ihn ebenfalls weniger säurebetont wirken lässt.

Auch interessant: Aus nur drei Zutaten zaubern Sie eine leckere Weißweinsauce.

Tipp der Redaktion (Werbung): Weinpakete für Kenner und Genießer

Exklusiv zusammengestellte Weinpakete.

Exklusiv zusammengestellte Weinpakete im Merkur Weinshop

Von echten Geheimtipps über wahre Klassiker bis hin zu den aktuellsten Trends – der Merkur Weinshop präsentiert Ihnen eine umfassende Auswahl aus über 600 einzigartigen und prämierten Weinen. Entdecken Sie jetzt Ihre Favoriten zum Kochen und Genießen.

Die besten Angebote für Rotwein, Weißwein, Rosé und mehr finden Sie im Merkur-Weinshop.

Hier geht‘s zum Angebot

(Werbung Ende)

Ist Rotwein gesünder als Weißwein?

Es ist ein altes Lied: Die einen behaupten, ein tägliches Glas Rotwein kann sich positiv auf die Gesundheit auswirken, andere halten dieses Vorgehen für beginnenden Alkoholismus. Aber wie viel unterscheidet sich Rotwein eigentlich in gesundheitlicher Hinsicht von Weißwein? Gibt es überhaupt Unterschiede?

Die Unterschiede zwischen Rotwein und Weißwein sind vor allem in Hinblick auf Kalorien- und Alkoholgehalt recht gering.

RotweinWeißwein
Kalorien pro Glas (Ø125 kcal115 kcal
Alkoholgehalt pro Glas (Ø)15 g (0,125 Vol.-%)14 g (0,115 Vol.-%)

Rotwein gilt aber aufgrund der enthaltenen Antioxidantien im Allgemeinen als gesünder. Diese sind dank der während der Gärung verbleibenden Traubenschalen im Wein vorhanden. Rotwein soll darüber hinaus die Herzgesundheit fördern, den HDL-Cholesterinspiegel (High-Density-Lipoprotein-Wert, das „gute“ Cholesterin) verbessern, den LDL-Cholesterinspiegel (Low-Density-Lipoprotein, das „böse“ Cholesterin) senken und das Risiko für Blutgerinnsel verringern.

Dennoch gilt: Im Wein ist nun mal auch Alkohol und dieser kann sich auf Ihre allgemeine Gesundheit auswirken. Alkohol ist ein Nervengift, das Ihr Sehvermögen, den Gleichgewichtssinn und die Kontrolle über Muskeln beeinträchtigt. Ein maßvoller Genuss ist jedoch in den meisten Fällen in Ordnung: Für Männer gilt ein Richtwert von 20 Gramm Alkohol pro Tag als unbedenklich, für Frauen 10 Gramm pro Tag. 20 Gramm Alkohol entsprechen etwa einem Viertelliter Wein. (mad) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Quellen: piedmont.org | gesundheitswissen.de

Weiterlesen: Vom größten Weinfass und dem ältesten Wein der Welt – Kuriose Fakten rund um Wein.

Rubriklistenbild: © imago images / Ralph Peters

Das könnte Sie auch interessieren