Männlich, drogensüchtig, Wiederholungstäter?

Die dreisten Tricks der Ladendiebe - wie kriminelle Banden Läden um Milliarden berauben

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Die meisten Ladendiebe sind männlich und Wiederholungstäter. Manche von ihnen sollen sogar unter dem Einfluss harter Drogen stehen.
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Laut einer neuen Studie wurden 2018 Waren im Wert von 3,75 Milliarden Euro geklaut. Und die Diebe werden immer aggressiver und dreister. Warum es am Ende den Kunden trifft, hier.

Es sind oftmals nur kleine Dinge, die im Laden unerkannt an der Kassiererin vorbeigeschmuggelt werden: ein Schokoriegel, ein leichter Schal oder auch der Nagellack, der in der Hosentasche verschwindet. Laut einer aktuellen Studie wurden im vergangenen Jahr Lebensmittel und Waren im Wert von 3,75 Milliarden Euro geklaut.

Polizeistatistik: Waren im Wert von 3,75 Milliarden verschuldet - oftmals stecken Mitarbeiter dahinter

So sollen laut einer Polizeistatistik etwa 340.000 Fälle erfasst, doch die Dunkelziffer soll sogar noch um fast 100 Prozent höher liegen. Neben Kunden sollen es überwiegend Mitarbeiter, Lieferanten oder Servicekräfte sein, die ihre Finger nicht bei sich behalten können. Fast zwei Drittel der Ladendiebe seien der Polizeistatistik zufolge männlich, die meisten von ihnen sogar Wiederholungstäter.

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Das deckt sich mit Berichten, dass immer öfter kriminelle Banden ihr Unwesen treiben sollen. So mahnt die Polizei zur Vorsicht, da die die Ladendiebe immer dreister und aggressiver vorgehen. Das Pikante daran: "Besonders häufig wird in letzter Zeit der Kinderwagen als Tatmittel genutzt", erklärt Oliver Misch, Betriebsleiter des Bonner Sicherheitsdienstes Paffen, der im Großraum Köln und Bonn diverse Einzelhandelsgeschäfte, Parfümerien und Drogeriemärkte überwacht. "Unsere Erfahrung zeigt, dass Ladendiebe nicht einfach am Aussehen erkannt werden können. Vielmehr ist es das Verhalten der Personen", so Misch weiter.

So räumen Banden seelenruhig die Regale aus - unter Einfluss harter Drogen?

Doch wer jetzt glaubt, dass diese sich besonders auffällig verhalten würden, der irrt gewaltig. Anstatt sich panisch umzuschauen oder hektisch den Laden zu verlassen, sollen Ladendiebe heutzutage viel subtiler vorgehen. "Seelenruhig werden beispielsweise Rucksäcke mit Artikeln bepackt und dann der Laden in einem normalen Tempo verlassen – als ob nichts wäre. Die einen entfernen mit Magneten Sicherungen, andere packen die Waren aus und stellen Leerkartons wieder ins Regal zurück. Andere suchen den Dialog mit dem Verkaufspersonal und lassen sich sogar zu einem Kleidungsstück eine andere Größe heraussuchen, um diese dann zu entwenden", erklärt der Experte.

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Doch es kommt noch dicker: Laut dem Kölner Handelsforschungsinstitut EHI soll fast jeder zehnte Langfinger hierzulande vor dem Zugriff (harte) Drogen konsumiert haben. "Diesen Menschen ist oft jedes Mittel recht, da die gestohlenen Waren wenige Minuten später gegen Drogen eingetauscht werden. Hier ist besondere Vorsicht geboten", so Misch.

Am Ende muss der Kunde draufzahlen, Händler machen schließlich den Verlust wieder wett, indem sie ihn auf die Preise aufschlagen.

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jp

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