Sternenhimmel im April

Venus als „Abendstern“ im Moment besonders hell im Westen zu sehen

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    vonTanja Banner
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Der April 2020 bietet am Sternenhimmel einiges. Vor allem die Venus ist auffällig: Sie steht nach Sonnenuntergang hell strahlend im Westen.

  • Der „Stern“, der derzeit im Westen hell am Abendhimmel strahlt, ist der Planet Venus
  • Die Venus trägt auch die Spitznamen „Morgenstern“ und „Abendstern“
  • Wie man Planeten und Sterne unterscheiden kann und was im April 2020 am Sternenhimmel zu sehen ist

Sie ist bereits seit Monaten hell am Abendhimmel zu sehen, doch offenbar fällt sie vielen Menschen erst jetzt richtig auf: Die Venus. Das ist kein Wunder: Der Himmel ist derzeit häufig sternenklar, die Temperaturen werden im Frühling angenehmer - da hat man es bei Anbruch der Dunkelheit vielleicht nicht ganz so eilig, ins Warme zu kommen und bewundert auch einmal kurz den Sternenhimmel.

Venus strahlt heller als die Sterne - Planet gilt als „Morgenstern“ und „Abendstern“

Dort ist die Venus abends derzeit kaum zu übersehen, sie erscheint kurz nach Sonnenuntergang im Westen und strahlt dort hell. Der Nachbarplanet der Erde ist nicht immer am Himmel zu sehen, doch wenn er sichtbar ist, dann ist er sehr auffällig: Die Venus steht dann entweder als hell strahlender „Stern“ am Abend- oder am Morgenhimmel - daher hat sie auch ihre beiden Spitznamen: Sie gilt als „Morgenstern“ und „Abendstern“ - dabei ist die Venus natürlich kein Stern, sondern ein Planet.

Planet Venus: Wie Sterne und Planeten am Himmel zu unterscheiden sind

Dass es sich bei dem hell strahlenden „Stern“, der derzeit abends im Westen zu sehen ist, um einen Planeten und nicht um einen Stern handelt, kann man mit bloßem Auge erkennen - wenn man genau hinschaut und weiß, worauf man achten muss. Generell gilt, dass das Licht von Sternen, die deutlich weiter von der Erde entfernt sind, häufig flackert. Es wird von der Erdatmosphäre gestört. Das Licht von Planeten, die der Erde deutlich näher sind, wird weniger gestört und flackert in der Regel nicht (Ausnahme: starke Turbulenzen in der Erdatmosphäre).

Wer den Sternenhimmel regelmäßig beobachtet, wird außerdem feststellen, dass sich die Position der Sterne in Bezug zueinander nicht verändert - der „Große Wagen“ beispielsweise wandert zwar über den Himmel, die Form des Sternbilds bleibt jedoch immer bestehen. Planeten „wandern“ jedoch durch die Sternbilder: Sie bewegen sich jede Nacht ein Stückchen weiter. Aus diesem Grund wurden Planeten früher „Wandelsterne“ genannt.

Planet Venus strahlt besonders hell - Annäherung an die Plejaden am 3. April

In Punkto Helligkeit kann jedoch kein Planet mit der Venus mithalten. Ende April erreicht die Venus ihren so genannten „größten Glanz“, ihre größte scheinbare Helligkeit. Die steigt im April auf -4,8 mag - der höchste Wert, den die Venus überhaupt erreicht. Vergleichbar ist diese Helligkeit in etwa mit der schmalen Mondsichel. Die Sonne (-26,7 mag) und der Vollmond (-12,7 mag) sind die einzigen Himmelsobjekte, die heller als die Venus sind.

Die Venus zieht im April durch das Sternbild Stier. Besonders sehenswert war der Anblick der Venus am 3. April: Der Planet Venus stand im offenen Sternhaufen Plejaden, dessen hellste Sterne man bereits mit bloßem Auge gut erkennen kann.

Planet Venus trifft die Plejaden und die Mondsichel

Vom 24. bis 28. April zieht der zunehmende Mond als sehr schmale Sichel an der Venus vorbei - auch das dürfte sehenswert sein. Im Mai verschwindet die Venus als „Abendstern“, um im Juni wieder aufzutauchen: Als „Morgenstern“ am Morgenhimmel.

Wer neben der Venus weitere Planeten am Himmel sehen möchte, der muss derzeit morgens früh aufstehen: Vor Sonnenaufgang sind im Südosten gleich drei Planeten zu sehen: Jupiter, Saturn und Mars. Am 15. April wandert der abnehmende Halbmond an dieser Planetenparade im Südosten vorbei - gegen 5 Uhr morgens steht der Mond zwischen Jupiter und Saturn.

Sternenhimmel im April 2020: „Supermond“ und Sternschnuppen

Am 8. April 2020 um 4.35 Uhr ist der Mond voll, am Abend vorher kommt er der Erde mit 356.910 Kilometern besonders nah. Dieses Zusammentreffen von Erdnähe und Vollmond - umgangssprachlich auch „Supermond“ genannt - führt regelmäßig zu Springfluten und starken Gezeiten. Ein weiteres Highlight, das der Monat April im Jahr 2020 zu bieten hat, sind die Sternschnuppen der Lyriden. Ihr Höhepunkt ist am 22. April 2020 morgens.

Außerdem gibt es immer wieder die Möglichkeit, die „Starlink“-Satelliten von SpaceX bei einem Überflug zu beobachten. Die Satelliten sind in der Regel morgens vor Sonnenaufgang oder abends nach Sonnenuntergang am Himmel zu beobachten - sie sehen aus wie eine Lichterkette, die schnell über den Himmel zieht. Außerdem gibt es im April und Mai möglicherweise einen Kometen, der mit bloßem Auge zu sehen sein wird. Der April hat für Sternengucker also jede Menge zu bieten - auch dann, wenn man den Blick nur zufällig zum Himmel hebt.

Von Tanja Banner 

Rubriklistenbild: © picture alliance/Ted S. Warren/AP/dpa

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