Schockstarre

Besondere Aufmerksamkeit brauchen Kinder im Schwimmbad

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Jedes Jahr ertrinken in Deutschland Hunderte Menschen. Besonders Kinder haben ein erhöhtes Risiko, denn sie machen in Gefahr nicht auf sich aufmerksam. Foto: Ole Spata

Kinder machen beim Ertrinken nicht auf sich aufmerksam. Sie verfallen in Schockstarre und verschwinden ganz plötzlich und leise, ganz ohne zappeln und schreien. Von Eltern und Großeltern ist daher gerade in den Sommermonaten erhöhte Aufmerksamkeit gefordert.

Leipzig (dpa/tmn) - Mit Schreien, Winken, Strampeln machen Ertrinkende auf sich aufmerksam. Das denken jedenfalls viele Menschen. Die Warnzeichen gelten allerdings nicht für Kinder.

Diese ertrinken nämlich ganz leise, warnt Prof. Ulf Bühlingen, Leiter der Poliklinik für Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Leipzig.

Kinder würden ganz plötzlich verschwinden, weil sie nicht um Hilfe schreien können. Das Problem ist die Schockstarre, erklärt Bühlingen. Häufige Schauplätze sind nicht nur Meer, Seen und Schwimmbäder. Auch die eigene Badewanne, Gartenteiche oder Regenwassertonnen sollten gesichert werden. Denn nicht die Wassertiefe, sondern die leichte Zugänglichkeit des Gewässers stelle das höchste Risiko dar.

Auch wenn es Eltern oder Großeltern nicht gern hören: "Meist geschieht es in ihrer Anwesenheit, die sich durch mangelnde oder fehlende Aufmerksamkeit auszeichnet", so die Erfahrung des Kinderchirurgen. Ursachen für das Ertrinken seien oftmals Selbstüberschätzung, Übermut und Leichtsinn oder die völlige Unkenntnis über mögliche Gefahren.

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