Regeln für Autos, Fahrräder und Fußgänger

Zebrastreifen: Autofahrer sollten diese Fehler vermeiden – es kann teuer werden

  • Julia Cuprakowa
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An Zebrastreifen kommt es immer wieder zu schweren oder sogar tödlichen Unfällen, weil Verkehrsteilnehmer sich falsch verhalten. Was gilt an Fußgängerüberwegen für Autofahrer genau?

Täglich sterben auf den Straßen der EU rund 20 Fußgänger, insgesamt 7.000 im Jahr. Jeder vierte dieser Unfälle passiert an Fußgängerüberwegen. 2017 wurden allein in Deutschland 483 Fußgänger getötet, wie es in der aktuellen Statistik der Dekra heißt. Doch woran liegt das, dass so viele Fußgänger ausgerechnet an Zebrastreifen verunglücken? Sind etwa die Autofahrer unaufmerksam oder sind es die Fußgänger selbst?

Immer wieder kommt es an Zebrastreifen zu Missverständnissen zwischen Autofahrern und Fußgängern. Diese entstehen, weil die Verkehrsteilnehmer sich nicht korrekt verhalten, oder ihre Rechte und Pflichten nicht kennen, wie echo24.de berichtet. Übrigens gilt das nicht nur für den Zebrastreifen, sondern auch für diverse Verkehrsschilder auf deutschen Straßen. So stellt ein weißes Schild mit zwei oder drei Pfeilen und Kreisen Autofahrer vor Rätsel. Noch dazu werden immer wieder neue Schilder eingeführt – wie etwa der Grünpfeil für Fahrradfahrer, oder auch ein gelb-orangefarbenes Verkehrsschild mit Pfeilen und Zahlen in der Nähe von Brücken.

Zebrastreifen: Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger haben Rechte und Pflichten

Laut dem Deutschen Automobilclub ADAC gibt es die Zebrastreifen seit 65 Jahren in Deutschland. Zebrastreifen ermöglichen Fußgängern, die Fahrbahn auch dort zu überqueren, wo eine Ampel fehlt – so zum Beispiel an viel befahrenen Straßen, bei denen sonst ein Überqueren nur schwer oder gar nicht möglich ist.

Dabei ist die Gestaltung von Zebrastreifen, laut acv.de, keinesfalls zufällig: Sie zeigen gut sichtbar, dass an dieser Stelle besondere Vorsicht angebracht ist. Allerdings sind Autofahrer – entgegen der landläufigen Meinung – nicht ausnahmslos verpflichtet, am Zebrastreifen anzuhalten. Das ist nur dann der Fall, wenn Fußgänger, Rollstuhlfahrer und Nutzer von Krankenfahrstühlen dort tatsächlich die Straße überqueren wollen. Erst dann gilt: absoluter Vorrang.

Zebrastreifen: Darauf müssen Autofahrer besonders achten

Fahrzeuge – Schienenfahrzeuge wie zum Beispiel Straßenbahnen ausgenommen – müssen den genannten Verkehrsteilnehmer auf dem Zebrastreifen das sichere Überqueren ermöglichen. Diese Regelung gilt für Autofahrer, Motorradfahrer aber auch für Fahrradfahrer. Will ein Fußgänger über die Straße, gelten folgende Regeln:

  • Mit mäßiger Geschwindigkeit nähern und gegebenenfalls halten.
  • Ab dem Zeichen 350 (Fußgängerüberweg) darf nicht mehr überholt werden.
  • Es ist verboten, auf beziehungsweise bis zu fünf Meter vor dem Zebrastreifen zu halten oder zu parken. Stockt der Verkehr, müssen Fahrzeuge vor dem Überweg halten. (Quelle: ADAC)

Bei Fehlverhalten droht dem Autofahrer ein Bußgeld von 80 Euro. Der Fußgänger muss den Überweg erkennbar benutzen wollen, was Autofahrer im Zweifel immer annehmen sollten, wenn ein Fußgänger sich einem Zebrastreifen nähert. Wollen Pkw-Lenker am Zebrastreifen gar überholen, drohen ebenfalls ein Bußgeld von 80 Euro. Kommt eine Gefährdung hinzu, werden es sogar 100 Euro und ein Punkt in Flensburg.

Auch Fahrradfahrer und Fußgänger haben an Zebrastreifen einiges zu beachten

Will allerdings ein Fahrradfahrer über die Straße, gelten für Autofahrer, sowieso für die Radfahrer andere Regeln:

  • Radfahrer haben auf dem Zebrastreifen nur Vorrang, wenn sie absteigen und das Fahrrad schieben. Dann gelten sie als Fußgänger und haben entsprechende Rechte. 
  • Das gilt auch für Kinder unter sieben Jahre, obwohl sie auf dem Gehweg fahren dürfen.

Hält sich der Fahrradfahrer nicht an die Regeln und fährt über den Zebrastreifen, riskiert er ein Bußgeld für eine vermeidbare Behinderung. Kommt es zu einem Unfall, trägt der Radfahrer eine Mitschuld. Auch die Fußgänger sollten auf andere Verkehrsteilnehmer achten und nicht automatisch davon ausgehen, dass ein Auto vor einem Zebrastreifen hält.

Folgendes lässt sich also festhalten: Alle Verkehrsteilnehmer haben am Zebrastreifen ihre Pflichten, aber auch Rechte. Halten sich Autofahrer an die oben genannten Regeln, lassen sich sicherlich einige Unfälle vermeiden. Dasselbe gilt natürlich auch für Radfahrer und die Fußgänger selbst.

Rubriklistenbild: © Christoph Soeder/dpa

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