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Audi verliert großen Zulieferer – das sind jetzt die Folgen

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Von: Dominik Jahn

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Audi verliert mit EBM-Papst einen wichtigen Zulieferer und äußert sich zu den Folgen. © dpa/ Daniel Kalker

Unerwartete Veränderungen beim Automobilhersteller Audi. Mit EBM-Papst geht den Ingolstädtern zukünftig der Zulieferer für Lüfter und Gebläse verloren.

Erst vor wenigen Tagen gab es von Audi-Vorstandsmitglied Hildegard Wortmann kritische Äußerungen über die Zukunft des Autoherstellers, wie echo24.de berichtet hat. Passend dazu springt Audi auch noch ein Zulieferer für wichtige Teile ab. Auf Nachfrage unsere Redaktion hat sich das Unternehmen dazu geäußert.

Der Ventilatoren-Weltmarktführer EBM-Papst aus Mulfingen bei Heilbronn in Baden-Württemberg, hat vor einigen Wochen beschlossen, sich aus dem Geschäftsfeld der Autoindustrie zurückzuziehen. Mit diesem drastischen Schritt verzichtet das Unternehmen laut Handelsblatt sogar auf zehn Prozent des Umsatzes. Doch welche Folgen hat der Rückzug für Audi und seine Produktion? Und auch bei Mercedes fällt ein Zulieferer weg. Das Unternehmen produzierte unter anderem den markanten Stern.

Ende der Zulieferung für Audi: EBM-Papst fühlt sich unterfordert

Der neue Vorstandsvorsitzende bei EBM-Papst, Klaus Geißdörfer, hat den Schritt weg vom Auto und damit auch von Audi, forciert. Im Handelsblatt-Bericht (hinter der Bezahlschranke) macht er deutlich, warum sein Unternehmen zu dazu entschlossen hat: „Die gewünschte Qualität fordert uns technologisch nur bedingt und ist zu den geforderten Preisen nicht attraktiv für uns als Zulieferer.“

Unternehmen:Audi
Hauptsitz:Ingolstadt
Gründung:16. Juli 1909, Zwickau
Dachorganisation:Volkswagen AG

Die Ansage an Audi war deutlich. EBM-Papst möchte in Zukunft lieber Wärmepumpenhersteller und Cloud-Anbieter beliefern. Der Fokus geht als Ventilatorenhersteller auf die Luft- und Heiztechnik. Geißdörfer: „Wir sehen riesiges Potenzial in den nächsten zehn Jahren bei den Megatrends erneuerbare Energien, Data-Center und Klimatechnik. Die Welt wird immer wärmer.“

Audi äußert sich zu Folgen durch das Ende der Zusammenarbeit mit EBM-Papst

Doch wie schnell ist mit Lüftern und Gebläse von EBM-Papst für Audi? Auf Nachfrage von echo24.de fällt die Reaktion des Automobilherstellers zurückhaltend aus. Man könne „bestätigen, dass Audi zu den Kunden von EBM-Papst zählt“ und dass man den kommunizierten Strategiewechsel zur Kenntnis genommen hat.

EBM-Papst

EBM-Papst ist ein Hersteller von Elektromotoren und Ventilatoren. Laut eigener Beschreibung bietet das Unternehmen lufttechnische Zusammenhänge und damit das perfekte Zusammenspiel von Motortechnik, Elektronik und Strömungstechnik. Diese drei Kernkompetenzen stehen bei den Produkten in unmittelbarer Verbindung zueinander. Ziel von EBM-Papst ist es immer, Luft und Bewegung höchst effizient zu nutzen - egal ob auf engstem Raum, in großen Dimensionen oder unter extremen Umfeldbedingungen.

Über mögliche Probleme für Audi durch den Wegfall des Zulieferers heißt es weiter: „Wir schließen mit unseren Zulieferpartnern langfristige Vereinbarungen über Laufzeit unserer Modelle und erwarten, dass EBM-Papst seine vertragliche Verpflichtung weiterhin erfüllen wird.“

EBM-Papst-Chef über Zuliefer-Ende für Audi

In Richtung Audi gab es dazu von EBM-Papst-Chef Klaus Geißdörfer gegenüber dem Handelsblatt ebenfalls eine klare Aussage: „Die Altaufträge arbeiten wir ab, aber es werden keine neuen Aufträge mehr reingenommen.“ Sprich: Bis dahin muss Audi eine Lösung und einen neuen Lieferanten finden.

Neben dem Ende der Zusammenarbeit mit Audi und der Autoindustrie, wird EBM-Papst laut Handelsblatt auch das Geschäft mit Kühlschrank- und Geschirrspülherstellern eingestellt.

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