Daimler, Volkswagen, BMW, Ford, Renault

Elektromobilität: Autobranche mit krasser Forderung an EU-Kommission

Elektromobilität
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Die Europäische Union feilt an einem neuen Plan, um gegen den Klimawandel anzukämpfen. Die Autobranche will dabei ein Wörtchen mitreden. (Symbolbild)
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Die Europäische Union steht kurz davor, ihren neuen CO2-Plan vorzustellen. Dieser soll Auflagen zum Klimaschutz beinhalten. Doch die Autobranche macht Druck. Was die Hersteller fordern:

Elektromobilität spielt in der Autoindustrie weltweit eine immer wichtigere Rolle - dafür ist nicht zuletzt die Regierung verantwortlich. Denn zumindest die Europäische Union steckt ihren Mitgliedsstaaten ambitionierte Ziele, was Klimaschutz angeht. Aktuell stehen neue EU-Pläne an, die gegen den Klimawandel ankämpfen sollen. Doch kurz vor der Vorstellung mischt sich nun der Europäische Herstellerverband Acea ein.

Der Verband rund um namhafte Automobilhersteller wie Daimler, Volkswagen, Ford und BMW fordert die Regierung dazu auf, die geplanten Zielverschärfungen nicht einseitig zu setzen. Laut Acea ist eine deutliche Reduzierung von Kohlendioxid-Werten nur dann machbar, wenn es gleichzeitig verbindliche Vorgaben für mehr Infrastruktur für Elektrofahrzeuge gibt. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

Elektromobilität in der EU: Was der Herstellerverband Acea von der Kommission fordert

Bedeutet konkret: Man benötigt laut Daimler, BMW und Co. für jeden weiteren Prozentpunkt der Zielverschärfung zusätzlich mindestens 200.000 weitere öffentliche Ladepunkte für E-Autos - und zwar über die schon erforderlichen drei Millionen Stück bis zum Jahr 2030 hinaus.

Acea geht davon aus, dass die EU-Kommission Vorschläge präsentieren möchte, die ein Erreichen des EU-Zwischenziels für den Klimaschutz ermöglichen. Das heißt, der Ausstoß von Klimagasen müsse bis 2030 um mindestens 55 Prozent unter den Wert von 1990 gebracht werden - bisher waren lediglich 40 Prozent geplant.

E-Autos auf dem Vormarsch: Automobilhersteller fordern Initiative der EU-Kommission

Der Acea-Präsident und BMW-Chef Oliver Zipse erklärt dazu, es gelte als sicher, dass auch die Vorgaben für die Autoindustrie verschärft werden. Denn bisher gilt für Hersteller wie VW, Audi, BMW und Daimler, dass der CO2-Ausstoß bei Neuwagen 2030 im Schnitt um 37,5 Prozent niedriger sein muss als 2021. Nun erwartet der Herstellerverband, dass die EU-Kommission vorschlägt, diese Zielvorgabe auf 50 bis 60 Prozent anzuheben.

Doch das geht eben laut Zipse nicht so leicht. Er appelliert an die EU-Kommission: Es gehe nicht nur darum, ambitionierte Klimaschutzziele zu formulieren, sondern gleichzeitig mit verbindlichen Vorgaben für mehr Ladeinfrastruktur eine Grundlage für deren Erreichen zu schaffen. Denn die Autobauer sollten nicht allein verantwortlich gemacht werden, für den erfolgreichen Umstieg auf Elektromobilität.

Elektomobilität: Umstellung verlangt Autobauern viel ab - diese Herausforderungen gibt es

Denn diese Herausforderung verlangt den Herstellern schon jetzt viel ab. Fest steht: Die Verbrenner stehen sowohl bei Daimler, als auch bei Audi, VW und BMW vor dem Aus. Audi beispielsweise möchte seinen letzten Verbrenner 2026 auf den Markt bringen und auch bei Mercedes-Benz könnte es bereits ab 2030 nur noch Elektroautos geben.

Eine echte Herausforderung ist dabei die Umstellung der Produktion. Beispielsweise braucht Daimler mehr Personal in den Bereichen Software und Elektro - Tausende Stellen sollen hierfür geschaffen werden. Währenddessen bangen besonders bei den Zulieferern viele Mitarbeiter der Branche um ihre Jobs. Außerdem ist die Beschaffung von Batterien für die Autobauer ein wichtiger Faktor. Daimler beispielsweise hat sich dazu einen Produktionspartner aus China ins Boot geholt.

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