VW-Diesel-Skandal!

Schadenersatz in Dieselaffäre: Millionen-Deal zwischen VW und Winterkorn

  • Julia Cuprakowa
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Im VW-Diesel-Skandal müssen Ex-Konzernchef Winterkorn und drei weitere ehemalige Topmanager nun eine enorme Summe an den Autohersteller als Schadenersatz bezahlen.

Ungefähr sechs Jahre ist es her, dass die Dieselaffäre rund um den Volkswagen-Konzern bekanntgeworden ist. Zuletzt verlangte Europas größter Autohersteller VW von Winterkorn, Ex-Audi-Chef Rupert Stadler sowie den früheren Konzernmanagern Ulrich Hackenberg, Wolfgang Hatz und Stefan Knirsch eine finanzielle Beteiligung an den „Dieselgate“-Folgekosten. Die Affäre um millionenfach gefälschte Stickoxid-Abgaswerte war im September 2015 in den USA aufgeflogen. Nun gibt es eine Einigung im Schadenersatz-Deal zwischen VW und Winterkorn.

Wie bild.de berichtet, sollen Ex-Konzernchef Martin Winterkorn und drei ehemalige Topmanager eine exorbitante Entschädigungssumme an Volkswagen zahlen. Konkret: Es wurde ein Betrag von knapp 288 Millionen Euro vereinbart. Ein Großteil der Gesamtsumme entfällt dabei auf spezialisierte Haftpflichtversicherungen.

Dieselaffäre: Millionen-Deal zwischen VW und Winterkorn

Wie die Bild weiter berichtet soll der ehemalige Vorstandvorsitzender selbst 11,2 Millionen Euro als Schadenersatz wegen des Diesel-Skandals an VW bezahlen. Ex-Audi-Chef und -VW-Konzernvorstand Rupert Stadler soll persönlich 4,1 Millionen Euro an VW überweisen. Der frühere Porsche-Vorstand Wolfgang Hatz soll 1,5 Millionen Euro beisteuern und der ehemalige Audi-Manager Stefan Knirsch 1 Million Euro.

Neben den persönlichen Zahlungen von Schadenersatz gibt es zusätzliche Versicherungsleistungen, die weit über den privaten Beträgen liegen. Nach VW-Angaben beläuft sich die Summe auf insgesamt 270 Millionen Euro. Sowohl die persönlichen Zahlungen als auch die Versicherungsleistungen ergeben zusammen „mit Abstand die höchste Summe, die ein solches Konsortium in Deutschland jemals auf den Tisch gelegt hat“, hieß es aus Kreisen der Unterhändler.

VW hatte auch von Ex-Entwicklungschef Ulrich Hackenberg Schadenersatz verlangt. Dieser sei aber „nicht zu einer Einigung bereit“, weshalb nun „gerichtliche Schritte“ gegen ihn vorbereitet werden sollen, wie die Bild weiter berichtet.

VW: Kanzlei ermittelte zu Schadenersatz in Dieselaffäre

Eine spezialisierte Kanzlei hatte im Auftrag des VW-Aufsichtsrats intern zu den Verantwortlichkeiten ermittelt, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Die Juristen sicherten im Rahmen ihrer Nachforschungen rund 65 Petabyte - umgerechnet 65.000 Tera- oder 65 Millionen Gigabyte - an Daten und Millionen Dokumente. Auf Basis der Resultate beschloss der Konzern vor einigen Wochen, dass die betreffenden Ex-Manager zur Verantwortung gezogen werden sollen.

Bei Winterkorn und Stadler begründete Volkswagen das mit Verletzungen der aktienrechtlichen Sorgfaltspflicht. Nach dem Bekanntwerden der Manipulationen hatten sich weltweit auch Zivil- und Strafgerichte sowie Verbraucherschützer mit dem Ursprung der Affäre befasst. Diese stürzte die Autoindustrie in eine Vertrauenskrise und verschlang in der VW-Gruppe bisher weit über 30 Milliarden Euro an Rechtskosten.

Rubriklistenbild: © Bernd von Jutrczenka

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