Absatzzahlen von Elektroautos

Nach Absatz-Einbruch: Kommt jetzt der Elektroauto-Boom?

Elektroauto
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In China hat sich die Zahl der verkauften batterieelektrischen Autos mehr als verfünffacht. (Symbolbild)
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    vonSimon Mones
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Die Absatzzahlen von Elektroautos sind im erste Quartal leicht eingebrochen. Ein Grund zur Sorge ist das jedoch nicht, wenn es nach den Experten geht.

Die Zukunft der Automobilindustrie ist elektrisch, das haben insbesondere Audi und Daimler im vergangenen Jahr mehr als deutlich gemacht. Doch kaum sind auch die großen Hersteller auf den Elektromobilitäts-Zug aufgesprungen, brechen die Absatzzahlen im ersten Quartal ein.

Wie die Zahlen der Unternehmensberatung PwC Strategy& zeigen, wurden in den ersten drei Monaten des Jahres in den wichtigsten Automärkten der Welt 1,05 Millionen Elektroautos oder Plug-in-Hybride verkauft. Das ist ein deutlicher Rückgang, verglichen mit den 1,26 Millionen im starken letzten Quartal des vergangenen Jahres, das allerdings auch von Vorzieheffekten getrieben wurde. Die Experten sehen dennoch keinen Grund zur Sorge, da sich auf Jahressicht ein massiver Zuwachs um 170 Prozent ergebe.

Elektroautos boomen in China: Plug-in-Hyride kaum relevant

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, fiel das Wachstum im Jahresvergleich in China besonders stark aus. Dort habe sich die Zahl der Elektroautos mehr als verfünffacht. Insgesamt wurden in China 432.000 Stromer verkauft, was mehr als der Hälfte des Absatzes auf den 14 untersuchten Märkten entspricht.

Der starke Anstieg der Verkaufszahlen ist dabei vor allem darauf zurückzuführen, dass das erste Quartal 2020 in China besonders stark von der Corona-Pandemie gebremst worden war. Neben den Elektroautos gab es in China auch einen Boom bei den Plug-in-Hybriden, mit 81.000 Autos spielen diese aber eher eine Nebenrolle.

Elektroautos: China beim Absatz vorne, Europa beim Marktanteil

Auch die zehn wichtigsten europäischen Märkte legten im Jahresvergleich deutlich zu. Insbesondere die Plug-in-Hybride verzeichneten einen starken Zuwachs von 160 Prozent auf 213.000 Fahrzeuge. Damit zogen diese an den reinen Elektroautos vorbei, deren Absatz um 59 Prozent auf 185.000 stieg. In absoluten Zahlen sind das zwar deutlich weniger als in China, der Marktanteil der elektrischen Antriebe liegt allerdings in Europa mit 16 Prozent deutlich höher. In China sind es lediglich zehn Prozent.

Ein Auto mit Plug-in-Hybrid-Antrieb lädt an einer Ladesäule.

Mit 143.000 verkauften Elektroautos und einem Plus von 172 Prozent waren die Absatzzahlen in Deutschland hauptverantwortlich für das Wachstum in Europa. Mit rund 22 Prozent ist der Marktanteil der Elektroautos in Deutschland zudem außergewöhnlich hoch. Damit liegt die Bundesrepublik deutlich vor den USA, in denen die Elektromobilität trotz Tesla noch immer eine untergeordnete Rolle spielt. Wie die Studie zeigt, gab es lediglich 106.000 Neuzulassungen, der Marktanteil liegt sogar nur bei etwa 2,7 Prozent.

Elektroautos: Hersteller brauchen mehr Kapazitäten

„Der erneut stark steigende Anteil der Neuzulassungen von E-Autos in Europa zeigt, dass das Wachstum im vierten Quartal 2020 nicht allein auf staatliche Fördermaßnahmen zurückzuführen war, sondern das große Produktangebot bei den Kunden ankommt“, sagt Felix Kuhnert von PwC. Neben den Elektroautos und den Plug-in-Hybriden boomen auch die Hybridfahrzeuge ohne externe Lademögichkeit.

Laut der PwC-Studie kamen in den untersuchten Märkten 1,06 Millionen hinzu, insbesondere in Japan dominieren diese den Markt. Doch auch in Europa sind sie für mehr Neuzulassungen verantwortlich als Plug-in-Hybride und Elektroautos zusammen. Trotz der positiven Zahlen gibt es eine Sache, die Kuhnert Sorgen bereitet: die Lieferengpässe bei den Chips. Darüber hinaus brauchen die Automobilhersteller wie Audi oder Daimler seiner Meinung nach zusätzliche Produktionskapazitäten, „da die Kundennachfrage bei weiterer wirtschaftlicher Erholung im zweiten Halbjahr 2021 schlagartig anziehen könnte“.

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