Kultfahrzeuge der Nachkriegszeit

VW-Käfer-Erben: Faszinierende deutsche Oldtimer und was aus ihnen wurde

Viele deutsche Autos genießen Kultstatus - und das nicht nur im Herkunftsland (Symbolbild VW Käfer)
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Viele deutsche Autos genießen Kultstatus - und das nicht nur im Herkunftsland (Symbolbild VW Käfer).
  • Patrick Freiwah
    vonPatrick Freiwah
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Deutsche Ingenieurskunst hat viele Autos hervorgebracht, die aufgrund ihrer Optik und schieren Unverwüstlichkeit Kultstatus erlangten. Hier kommen die Highlights.

München - Deutschland ist ein Automobil-Land: In kaum einem anderen Land genießen Fahrzeuge einen derart hohen Stellenwert. Das basiert auf einer Tradition, die bereits im 19. Jahrhundert begann und im Zuge des Industrie-Zeitalters ihrem Höhepunkt entgegensteuerte. Große heimische Hersteller wie Volkswagen, Daimler und Co. stellten Prachtexemplare auf die Räder. Zahlreiche Fahrzeuge haben inzwischen Legendenstatus erreicht. Hier haben wir - natürlich rein subjektiv - unsere Favoriten zusammengefasst:

VW Golf: Käfer-Erbe und Wegbereiter einer erfolgreichen Ära

Nachdem der Volkswagen-Klassiker Käfer zunehmend weniger verkauft wurde, sah sich VW zu einer massiven Modernisierung der Modellpalette gezwungen. So wurde der Grundstein für den heutigen Erfolg gelegt: Anfang der 70er-Jahre entwickelte sich Golf-Generation eins innerhalb weniger Monate zum Verkaufsschlager - das gilt auch für alle Nachfolger, könnte sich jedoch möglicherweise bald ändern*.

VW Golf: Pragmatisch, vielfältig und preiswert - Bestseller im Volkswagen-Konzern

Das Erfolgsrezept des Wolfsburgers: ein Auto mit etwas größeren Abmessungen als (damalige) Kleinwagen zum erschwinglichen Preis. Auch dass es den VW Golf bereits seit den Siebzigern als Cabrio und Sportversion gibt, trug eine Menge zu Image und Erfolg bei. Seit Erscheinen des ersten Modells (1974) wurden weltweit über 35 Millionen Exemplare gefertigt, in insgesamt acht Generationen.

BMW Isetta: Putzige Mischung aus Auto und Motorrad

Wenn es um die Frage geht, welches deutsche Auto das knuffigste ist, bleibt nur eine Antwort: BMW Isetta. Ab Mitte der 50er-Jahre produzierte der Münchner Hersteller eine Mischung aus Auto und Motorrad - und bezeichnete das kleine Fahrzeug als „Motocoupé“. Das kleine Gefährt misst gerade mal 2,28 Meter und ermöglichte plötzlich Motorradfahrern den Aufstieg zum Auto. 

BMW Isetta: „Knutschkugel“ und Vorreiter aller City-Cars

Bei der BMW Isetta handelt es sich übrigens um eine kleine Mogelpackung: Ursprünglich hatte das pragmatische Auto ein italienischer Kühlschrankhersteller („Iso Isetta“) entwickelt. BMW änderte jedoch die Karosserie, baute einen neuen Motor ein und fertigte die putzige „Knutschkugel“ im Rahmen einer Lizenz in Deutschland. Die Isetta geht als Vorreiter von „City-Cars“ durch - und hat einen Verbrauch von knapp vier Liter Benzin auf 100 Kilometern.

Mercedes Strich 8: Eigentümlicher Name, massentaugliche Limousine

Ein legendäres Fahrzeug der Sechziger- und Siebziger-Jahre ist der Mercedes Strich 8. Die Baureihen W114 und W115 (je nach Antrieb) erfreuten sich besonders in ländlichen Gegenden einer großen Beliebtheit. Die „Strich-Acht“-Modelle erreichten mit knapp zwei Millionen produzierten Autos nahezu die gleiche Stückzahl wie sämtliche Nachkriegs-Pkw von Mercedes-Benz vor ihnen zusammen. Die Fertigung der W114- und W115-Modelle erfolgte zwischen 1967 und 1976. Der „Strich-Acht“ war 1974 mit 140.127 Einheiten das meistverkaufte Auto in Westdeutschland.

Mercedes Strich 8: Klare Linienführung und langlebige Fahrzeugarchitektur

Die Karosserieform des Mercedes Strich 8 ist puristisch: klare Linienführung ohne modisches Beiwerk. Der Strich 8 ist zweifellos ein Paradebeispiel in Sachen deutsche Ingenieurskunst: Die Modellreihe ist bekannt für ihre Langlebigkeit. Für Fahrzeuge dieser Gattung war die Millionen-Kilometer-Grenze noch keine Utopie.

Ford Taunus: Dosenöffner für den europäischen Markt

Der schon damals weltweit populäre US-Hersteller Ford wollte früh in Europa Fuß fassen. Anfangs wurden sämtliche Fahrzeuge unter dem Markennamen Taunus angeboten. Doch erst nach Jahrzehnten - 1970, als das Angebot ausgeweitet wurde - avancierte der Ford Taunus zum Hit. Er erfreute sich einer großen Beliebtheit und war oft auf deutschen Straßen zu sehen.

Ford Taunus TC: Deutsche Mittelklasse nach kultigem US-Vorbild

Kultstatus erlangte der Ford Taunus TC, der zwischen 1970 und 1982 produziert wurde. Die Limousine wurde in den zwölf Jahren ihrer Bauzeit in fünf verschiedenen Varianten hergestellt. Es gab auch eine Coupé-Version („Mini-Mustang“), die sportliche Fans verzückte. Die beliebte Modellreihe wurde wegen Fords Konzernchef auch „Knudsen-Taunus“ genannt.

Audi Quattro: Legendäres Sportcoupé als Wegbereiter für neue Technologie

1980 leitete der Audi Quattro eine Ära ein, die bis heute nachhallt: Erstmals wurde in einem Fahrzeug für den Massenmarkt ein permanenter Allradantrieb verbaut - für damalige Verhältnisse bahnbrechend. Es handelte sich um die Sportversion des Audi 80, einen Fünfzylinder-Turbo-Benziner. Nach einigen Überarbeitungen endete die Bauzeit des PS-starken Coupés Mitte 1991. Seitdem wurde die Allradtechnologie für weitere Modellreihen kontinuierlich weiterentwickelt. Noch heute tragen mit Vierradantrieb ausgestattete Audi-Modelle den Namenszusatz „quattro“.

Audi Quattro: Rennmaschine in der Rallye-WM

Für das Design des Serienmodells war übrigens der spätere VW-Chef Ferdinand Piëch zuständig. Er wollte der Marke Audi* mehr Dynamik und Jugendlichkeit verpassen. Der Quattro war eine echte Rennmaschine: Kultstatus erlangte er durch Einsätze in der Rallye-WM. Aufgrund seines innovativen Antriebskonzepts war das Sportcoupé prädestiniert für diesen Sport und lehrte der Konkurrenz in den Achtziger-Jahren das Fürchten.

BMW E31: Elegantes Oberklasse-Coupé - Ursprünglich auch als Cabrio geplant

Der BMW E31 war das erste Luxussportcoupé der Münchner Automarke, angesiedelt in der Oberklasse. Vorgestellt wurde der BMW 8er im Sommer 1989 auf der IAA, produziert wurde er bis Mitte 1999. Die Frontpartie war an den legendären Sportwagen M1 (siehe unten) angelehnt und beerbte 1989 den BMW 6er (E24). Die Leistung reichte von 218 bis 380 PS. Ursprünglich war auch eine Cabrio-Variante geplant, die wurde jedoch mangels Stabilität auf Eis gelegt.

BMW 8er (E31): Stil-Ikone, die zur falschen Zeit das Licht der Welt erblickte

In zehn Jahren wurden knapp über 30.000 Exemplare des BMW 8er gebaut. Der 8er-BMW E31 war das teuerste Modell der Marke, blieb jedoch hinter den Erwartungen zurück. Woran lag‘s? Der Absatz wurde durch die weltweite Rezession der frühen 1990er Jahre, den Golfkrieg und auch höhere Energiepreise torpediert. Auf dem US-Absatzmarkt hatte BMW* mit höheren Verkaufszahlen gerechnet. Auch dass sich Vorbesteller etwa drei Jahre bis zum Erhalt des Wagens gedulden mussten, sorgte für Unmut.

Porsche 924: Einstiegsmodell für den Massenmarkt erhitzt die Gemüter

Als der Porsche 924 ab Mitte der Siebziger-Jahre produziert wurde, waren nicht wenige Anhänger des Sportwagenherstellers empört: Teile aus dem VW-Regal, ein wassergekühlter Frontmotor und das Transaxle-Antriebskonzept bedeuteten eine Abkehr von den luftgekühlten Heckmotoren. Das Sportcoupé wurde als Einstiegs-Porsche unterhalb der 911er-Reihe positioniert und erhielt demzufolge auch das Attribut eines „Billigmodells“.

Porsche 924: Erschwinglicher Sportwagen anfangs belächelt, jedoch erfolgreich

Der Mittelklasse-Sportwagen wurde von 1975 bis 1988 produziert und sollte möglichst günstig mit Großserienteilen des VW/Audi-Programms gefertigt werden. Der Erfolg sollte Porsche* Recht geben: Der 924 verkaufte sich blendend und fand angesichts seiner Geräumigkeit auch Anklang bei jungen Familien. Gebaut wurde der Pionier bei Audi in Neckarsulm, pro Tag liefen 80 Einheiten vom Band. Schon im ersten Jahr machte der Porsche 924 fast 50 Prozent vom Gesamtumsatz der Marke aus.

VW Bus: T1 als Wegbereiter der Campingfreude

1950 startete bei Volkswagen* in Wolfsburg die Produktion eines Fahrzeuges, das die Personenbeförderung auf ein neues Niveau beförderte: ein Auto, in dem nicht mehr nur zwei bis vier Menschen Platz nehmen konnten, sondern gleich mehrere. In den frühen Jahren des wirtschaftlichen Aufstiegs war der VW Bus besonders bei Handwerkern als Lastesel beliebt. Im Bild zwei VW T1.

VW Bully: Campingfreude und „Flower Power“-Kultobjekt

Mit der zweiten Bully-Generation VW T2 (im Bild) avancierte das Volkswagen-Gefährt zum beliebten Reisemobil. Erstmals ließen sich auch entlegene Gegenden ohne Sorgen über Übernachtungsmöglichkeiten ansteuern. In den 60er- und 70er-Jahren schwörten Hippies auf den VW Bully als Wegbegleiter durch die „Flower Power“-Ära. Über 13 Millionen mal wurde der VW Bus bis heute verkauft, er ist nach wie vor Mitglied im VW-Sortiment - ob als Großraumlimousine, Taxi, Einsatzfahrzeug, Caravan oder für Sportteams.

Mercedes 190: „Baby-Benz“ als Vorreiter für die Premium-Mittelklasse

Der Mercedes 190 ist ein Vorreiter der Premium-Mittelklasse: In dem in den Achtziger-Jahren noch von VW, Opel und Audi dominierten Segment erschien mit dem W201 erstmals Noblesse in diesem Fahrzeugbereich, um die Marke mit dem Stern auch in der Mittelklasse zu etablieren. Der stabile „Baby-Benz“ wurde anfangs skeptisch beäugt, begründete jedoch das Wetteifern mit Rivale BMW auch im Markt der für die breitere Masse erschwinglichen Autos.

Mercedes W201: Sportlich-rustikale Limousine wird zum Millionenseller

Der Mercedes 190 (Baureihe W201) passte nahezu perfekt in die leistungsorientierten 80er-Jahre und war eines der ersten deutschen Fahrzeuge, das Motorsport-Feeling auf zivile Straßen transportierte. Als in den Neunzigern die erste „echte“ C-Klasse (W202) das Licht der Welt erblickte, war der legitime Vorgänger bereits zum Millionen-Seller mutiert und erfreute sich in der Stadt und auf dem Land einer großen Beliebtheit.

Trabant: Eine kleine Zweitakter-Limousine machte DDR-Bürger mobil

Mit über drei Millionen gebauten Ausführungen war der Trabant von Hersteller Sachsenring in Zwickau das meistgebaute Auto der DDR. Mit seiner leichten „Papp“-Bauweise und seinem Zweitakter-Motor ist die kleine Limousine nicht allzu rustikal, dazu im Schadstoff-Hinblick ziemlich umweltschädlich. Dessen war man sich damals natürlich weniger bewusst und der Wagen verhalf vielen Bürgern zu besserer Mobilität. Werbung wurde für das Auto kaum gemacht. Das war auch gar nicht nötig: Die Wartezeit betrug teilweise zehn Jahre und mehr.

Trabi: Zügiges Produktionsende nach der deutschen Wiedervereinigung

Das bekannteste Trabi-Modell ist die Ausführung 601, die in den Jahren 1989 und 1990 auch zum Symbol der politischen Wende Deutschlands wurde. Danach war jedoch zügig Schluss: Ein Auto mit Zweitaktmotor und Karosserie aus „Renn-Pappe“ passte nicht recht in die fortschrittsbezogene Zeit nach der Wiedervereinigung. Im Westen wurde der Trabi fortan aufgrund seiner Leichtbauweise belächelt - heute ist dieser Trend im Fahrzeugbau aktueller denn je.

Opel Manta: Legendäres Kult-Coupé zu erschwinglichen Preisen

Ein sportliches Coupé als Neuwagen unter 10.000 Euro kaufen? Heute utopisch, damals (natürlich in DM) noch möglich. Ab Mitte der Siebziger wurde der Opel Manta produziert - ein Verkaufsschlager, der 13 Jahre lang und über eine Million Mal produziert werden sollte. Derweil verzückt die Marke Fans mit einer Neuauflage*.

Opel Manta: Vollgepackt mit Klischees und porträtiert in Filmen

Über Opel-Manta-Fahrer kursier(t)en allerhand Vorurteile: Sie veredelten ihr Kultauto gerne mit einem Fuchsschwanz, hatten eine Vorliebe für Tuning, besaßen eine proletarische Sprache und waren zumeist auch mit „Friseusen“ liiert, ganz zu schweigen von den Cowboy-Stiefeln („Mantaletten“). Filmisch wurden dem sportlichen Coupé Denkmäler gesetzt: Im Bild ein charakteristisches Manta-B-Coupé aus der Komödie „Manta Manta“.

Mercedes 300 SL: Legendärer Sportwagen mit besonderer Aura

Es gibt wohl kaum einen Auto-Liebhaber, dessen Herz beim Anblick des Mercedes 300 SL nicht in Verzückung gerät. Der legendäre Silberpfeil ist Urvater aller Mercedes-Sportwagen und sorgte ab Mitte der 50er-Jahre als Coupé und später auch als Cabrio Roadster für Lifestyle- und Fahrvergnügen. Für viele Fans in aller Welt umgibt die Mercedes-Baureihe W198 eine ganz besondere Aura. Der 300 SL wird als „Sportwagen des Jahrhunderts“ verehrt. Das liegt nicht nur an seiner beispiellosen Formgebung: Der knapp über 1.000 Kilogramm schwere 300 SL („Super Leicht“) war damals das schnellste Auto der Welt.

Mercedes 300 SL: Deutsche Kampfansage an die Sportwagen-Konkurrenz

Mit dem 300 SL hievte sich Mercedes plötzlich auf eine Stufe mit europäischen Sportwagengiganten wie Ferrari oder Aston Martin. Eine wichtige Rolle spielte auch der US-Markt, die Premiere des Coupés W198 fand 1954 in New York statt. Besonders in den Staaten erfreute sich der exklusive Sportwagen einer großen Beliebtheit, zeitgenössische Ikonen fuhren 300 SL „Gullwing“ (Flügeltürer) oder Roadster und verhalfen dem Wagen so zu seinem Prestige. 

BMW 02-Serie: Bayerischer Hersteller verbindet Alltag mit Sportlichkeit

Die 02-Serie trug maßgeblich dazu bei, dass auch BMW-Modelle* für den alltäglichen Gebrauch mit Fahrdynamik assoziiert werden - noch heute eine Kernbotschaft der Marke. Zum 50. Geburtstag entwickelte der Autohersteller im Jahr 1966 eine sportliche kompakte Baureihe als Ableger der größeren „Neuen Klasse“. Der Neuling hatte zwei Türen, vier Zylinder, einen Heckantrieb und brachte Sportlichkeit in die kompakte Fahrzeugklasse.

BMW 2002: Kleine Sportlimousine mit Turbo-Premiere

Fans lieben die 02-Serie von BMW wegen ihrer unaufgeregten, jedoch aus heutiger Sicht charaktervollen Optik. Seinerzeit, Mitte der Sechziger-Jahre, bildete das Auto die Abrundung der Angebotspalette nach unten und erstmals hatte BMW ein alltagstaugliches Gefährt in Verbindung mit einem sportlichen Gesicht im Angebot. Das populärste Modell ist zweifellos der BMW 2002 mit 100 PS. Dieses Modell hatte in Deutschland den ersten serienmäßigen Turbo-Motor.

Opel Monza: Sportliches Oberklasse-Coupé als Kampfansage

1978 startete Opel mit dem Edel-Coupé Monza einen ambitionierten Versuch, in der Oberklasse Marktanteile zu erobern. Dabei schielte man besonders auf Kunden der deutschen Rivalen Mercedes und BMW, aber auch Jaguar. Der Preis war eine Kampfansage: Mit rund 26.000 D-Mark galt der Monza als Schnäppchen im Vergleich zur Konkurrenz aus Süddeutschland.

Opel Monza: Langes Schwergewicht, dem ein wenig Dynamik fehlt

Opels Oberklasse-Coupé mit dem motorsportaffinen Namen wurde Ende der Siebziger präsentiert und bis 1986 gebaut. Der Opel Monza ist die dreitürige Coupé-Version der Stufenhecklimousine Senator und dazu geräumiger aufgrund einer voluminösen Heckklappe. Bei einem Gewicht von knapp 1400 Kilo war der Monza ein Schwergewicht mit 180 PS. Bei einer Länge von fast fünf Metern durfte man keine dynamischen Wunder erwarten. 

Porsche 911: Sportversion des VW Käfer und Inbegriff der Marke

Markante Scheinwerfer, flache Fahrgastzelle und ein stark abfallendes Heck: Kaum ein anderes Fahrzeug hat optisch derart ein Alleinstellungsmerkmal wie der Porsche 911. Seit mehr als einem halben Jahrhundert beeindruckt die bekannteste Modellreihe des Sportwagenbauers die Fans. Erstmals präsentiert wurde das dynamisch gezeichnete Auto 1963 auf der Frankfurter IAA. Es handelte sich um einen Nachfolger des rundlicheren Porsche 356, jedoch mit eigenständigem Fahrwerk und einer Karosserie, die nicht mehr jener des VW Käfer entlehnt war.

Porsche 911 als Sinnbild der deutschen Sportwagenkunst

Das Urmodell der internen Kennung Porsche 901 hat einen Zweiliter-Sechszylinder-Boxer mit 130 PS. Mit den Jahrzehnten wuchs die Leistung enorm und der Porsche 911 wurde kontinuierlich weiterentwickelt, ohne die Grundzüge des traditionellen Designs jemals abzulegen. Mittlerweile wurde der Porsche 911 in acht Generationen über eine Million Mal produziert.

BMW 507: Zeitlose Automobil-Schönheit aus Bayern

Eine zeitgenössische Automobil-Schönheit stellt der BMW 507 dar. Der zwischen 1956 und 1959 gebaute sportliche Roadster ist die bayerische Antwort auf den Mercedes 300 SL, wurde allerdings in weitaus weniger Stückzahlen gebaut: 252. Darüber hinaus gab es den schnittigen Münchner lediglich als offene Version und nicht auch als Sportwagen.

BMW 507: Elvis Presley kaufte sich Exemplar von schnittigem Roadster

Es gibt eine weitere Gemeinsamkeit zwischen der legendären Mercedes-Baureihe W198 und dem BMW 507: In beiden Fällen war es US-Importeur Max Hoffman, der die deutschen Autobauer zu einer Sportversion animierte, die sich in Nordamerika einer großen Nachfrage erfreuten. Der prominenteste Fahrzeughalter eines 507 war Elvis Presley, der sich Ende der 50er-Jahre während seiner Zeit als stationierter Soldat in Deutschland ein Modell kaufte.

Porsche 959: Schnell ausverkaufte Exklusivserie

Der Porsche 959 wurde in limitierter Anzahl auf den Markt gebracht. Über die Stückzahlen herrschen keine klaren Angaben, auf der Porsche-Webseite wird die Zahl 292 angegeben. Mit einer Spitzengeschwindigkeit von 317 km/h, 450 PS und einem Verkaufspreis von 420.000 Mark erreichte der seltene Sportwagen für das Jahr 1987 Höchstwerte in vielen Segmenten. Auch die Lautstärke machte erstmal Probleme bei der Prüfung zum Serienauto.

Porsche 959: Autobahnlegende mit Rallye-WM Erfolg

Porsche startete das Projekt 959 eigentlich auch nur aus einem einzigen Grund: die Teilnahme an der Gruppe B der Rallye-Meisterschaft. So weit, so gut, nur: bei der Fertigstellung im Jahr 1987 existierte die Gruppe B schon seit einem Jahr nicht mehr, sie wurde damals aufgelöst wegen zu vieler Todesfälle während der Rennen. Erfolge feierte Porsche mit seinem neuem Auto trotzdem - noch vor dem Serienstart. 1984 gewann ein Prototyp (Modell auf dem Bild im neuen Porsche Museum in Stuttgart) das Wettrennen Paris-Dakar.

BMW M1: Prototyp BMW Turbo diente als Designstudie

Der Protoyp des BMW M1 hieß 1972 noch BMW Turbo (E25) - ein Fahrzeug mit Flügeltüren und einem Vierzylinder-Mittelmotor (siehe Bild). Der damalige BMW-Chefdesigner Paul Bracq entwickelte die Stylingstudie, die 1972 bei den olympischen Spielen in München vorgestellt wurde, als Vorbild für den fünf Jahre später produzierten BMW M1. Der BMW Turbo war also nie für die Produktion vorgesehen, er diente als Testobjekt und als Modell für Ausstellungen.

BMW M1: Der erste und bisher einzige Mittelmotor-Sportwagen von BMW gefiel auch Andy Warhol

Zwischen 1978 und 1981 wurden 453 BMW M1 produziert, ein Wagen kostete 100.000 Mark. Das nach Vorbild der Studie angefertigte Modell besaß zwar keine Flügeltüren mehr und kam auch sonst eher seriöser daher, beeindruckte aber mit einem Reihenmotor mit sechs Zylinder. Die Straßenversion kam auf eine Höchstgeschwindigkeit von 262 km/h, die Rennversion schaffte 310 km/h. Das M im Namen steht übrigens für Motorport, für die Entwicklung des Modells gründete der Automobilhersteller eigens die BMW Motorsport GmbH (heute: BMW M GmbH). Auf dem Bild zu sehen ist die Rennversion M1 Procar, angemalt von Andy Warhol, in nur 30 Minuten. Über sein Kunstwerk, das vierte der BMW Art Car Reihe, sagte er damals: „Ich habe versucht, Geschwindigkeit bildlich darzustellen. Wenn ein Auto wirklich schnell fährt, verschwimmen alle Farben und Linien.“

VW Scirocco: Sport-Coupé auf Basis des VW Golf

Der VW Scirocco sollte eigentlich gar nicht existieren: Star-Designer Giorgio Giugiaro war eigentlich mit der Entwicklung des VW Golf beauftragt, der damalige VW-Chef Lotz wollte die wirtschaftlichen Probleme des Konzerns durch eine solide Käfer-Nachfolge lösen. Der Vorschlag Giugiaros, ein Sport-Coupé auf Basis des VW Golf zu entwickeln, stieß also eher auf taube Ohren. Also verbündete er sich mit dem Lieferanten Wilhelm Karmann, zusammen hatten sie bei dem neuen VW Boss Leiding mehr Erfolg. Im Februar 1974 startete die Produktion. Das dreitürige Sport-Coupé von Volkswagen wurde ein Verkaufserfolg.

VW Scirocco: Drei Generationen und ein Facelift

Es blieb dann logischerweise auch nicht nur bei einer Generation. Der VW Scirocco II mit etwas anderem Design und optimierter Lenkung und Motorlagerung kam 1981 auf den Markt. Auch eine Sportkombi-Version (Scirocco Wagon) entstand in limitierter Version. In den 2000er Jahren folgte dann der Scirocco III als Kombicoupé mit Frontantrieb. Sein letztes Facelifting erhielt der Wagen, der nach einem Wüstenwind benannt ist, dann 2014. Der VW Scirocco III Facelift (Bild) war der letzte der Reihe, im Sommer 2017 wurde die Produktion eingestellt.

BMW M3 E30: Topmodell aus dem Tourenwagensport

Ähnlich wie der BMW M1, entstand auch der M3 als Rennsport-Kandidat, die erste Generation trug dabei den internen Entwicklungs-Code E30. Am 22. März 1987 begann das Sportmodell seine Karriere bei der Tourenwagen-WM. In seiner ersten Saison holte sich der M3 gleich den ersten Platz - am Steuer saß Roberto Ravaglia. Es folgten weitere Erfolge in der DTM (Bild: BMW M3 E30 DTM auf der Motorshow 2011 in Essen) und der Rallye-WM.

BMW M3 E30: Rennstrecke und Alltag in einem

Nicht nur Rennfahrer liebten und lieben den BMW M3, aufgrund der hohen Nachfrage wurde er deshalb viel häufiger als geplant produziert. Die erste Auslieferung des BMW M3 erfolgte als zweitürige Limousine, im Mai 1988 kam das Cabriolet. Der Mittelklasse-Wagen basierte auf reiner Rennsporttechnologie und firmierte als revolutionärer alltagstauglicher Hochleistungssportwagen.

S-Klasse-Coupé: Nobles Statussymbol von Mercedes-Benz

Bis in die 50er-Jahre reicht die Tradition der Luxusfahrzeuge von Mercedes-Benz zurück (Bild: Mercedes Benz 280 SE Coupé aus der Daimler Baureihe W111, S-Klasse (1961-1971)). Die Stuttgarter Marke verspricht seit eh und je Fahrzeuge der Ober- und Luxusklasse. Die S-Klasse, deren Name erst 1972 offiziell eingeführt wurde, gilt als Inbegriff von luxuriösen Autos. Eine Generation folgt der nächsten, seit 1951 ohne Unterbrechung. Die Coupés trifft man auch heute noch auf diversen Prachtstraßen der Welt an.

S-Klasse-Coupé: Veredelung von Luxus-Karosserien

Mit Veredelungen kennt sich das S-Klasse Coupés aus: Wahlweise kann man sich manche Modelle zum Beispiel mit Swarovski-Kristallen an den LED-Frontscheinwerfern verzieren lassen. Immer wieder gibt es auch besondere Editionen. Auf dem Bild zu sehen ist die Diamond Edition eines Mercedes Benz S63 AMG Coupés - veredelt von der in München gegründeten Tuning-Firma Mansory. Der Preis ist öffentlich nicht bekannt, Schätzungen zufolge beläuft er sich auf 800.000 bis 1.000.000 Euro. Luxus eben.

Die Mobilität der Vergangenheit hat also eine Menge für das automobile Herz zu bieten. Die Zukunft sieht ein wenig anders aus - über die Trends und Fahrzeuge von morgen wird es im Herbst auf der IAA 2021 in München* einen Ausblick geben.*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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