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Audi mit Schwierigkeiten – warum Zahlen täuschen können

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Von: Dominik Jahn

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Audi Produktion in Ingolstadt
Dämpfer für Audi – warum einige Zahlen über Probleme des Autoherstellers hinwegtäuschen. © dpa/ Armin Weigel

Bei den Zahlen für 2022 muss Audi trotz hoher Erwartungen einen Dämpfer hinnehmen. Die Ergebnisse aus den USA bereiten Sorgen. Experten sehen zudem für die Autoindustrie harte Zeiten kommen.

Bei Audi ist und bleibt nicht alles Gold, was glänzt. Deutlich wurde das nicht nur, weil sich der Konzern gegenüber echo24.de Ende 2022 zu Pleite-Äußerungen und den Folgen erklärt hatte, sondern auch, weil die Autohersteller immer wieder mit Problemen im Mutterkonzern VW zu kämpfen haben. Und auch wenn einige Medien zuletzt bereits über die zu erwartenden guten Zahlen im zurückliegenden Jahr berichtet haben, die Zukunft sieht laut Experten weniger rosig aus.

Zuletzt wurde auch bekannt, dass Audi die Kosten in den Werken bis 2033 halbieren möchte. Mehr Digitalisierung und ab 2026 eine reine E-Auto-Produktion sollen es richten – die Folgen für die Mitarbeiten sind absehbar. Beim Konkurrenten Mercedes macht man bereits klar, dass die weitere Modernisierung auch einen Stellenabbau bedeutet.

Audi mit schlechtem Absatz in den USA

Erst im Oktober gab es von Audi eine korrigierte Prognose für 2022 – es drohte ein Milliarden-Verlust beim Umsatz. Jetzt also die Rolle rückwärts und ein Top-Ergebnis, wenn man den Berichten glauben darf. Doch ein Blick auf den Markt in den USA dürfte die Freude schnell trüben. Laut einem Bericht der „Deutschen Presse-Agentur“ (dpa) mussten die Autohersteller hier einen herben Dämpfer hinnehmen.

Unternehmen:Audi
Hauptsitz:Ingolstadt
Gründung:16. Juli 1909, Zwickau
Dachorganisation:Volkswagen AG

So heißt es darin, dass Audi, die Volkswagen-Tochter, im vergangenen Jahr trotz eines starken Schlussquartals einen Absatzdämpfer in den USA hat hinnehmen müssen. Insgesamt lieferte das Unternehmen demnach 186.875 Autos und damit fünf Prozent weniger als im Vorjahr aus. Und: „Dabei steigerte Audi die Verkäufe im vierten Quartal um 63 Prozent auf 54 054 Fahrzeuge“

Autohersteller wie Audi und Mercedes mit Problemen in China

Allerdings steht Audi mit den Problemen auf dem US-Markt nicht alleine da. Und auch auf dem so wichtigen Markt in China geraten Audi, der Mutterkonzern VW und auch Mercedes immer weiter unter Druck, wie echo24.de bereits berichtet hat. In einem Beitrag der Tagesschau spricht Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research über die harte Konkurrenz in diesen Ländern.

Dazu heißt es, dass die USA eben E-Autos entsprechend fördert, und deren Batterien in den Vereinigten Staaten hergestellt werden. „Und beide Länder, China und die USA, könnten billiger produzieren“. Dudenhöffer: „Weil Batterieproduktion sehr, sehr energieintensiv ist und wir haben in Europa die höchsten Energiepreise der Welt, insbesondere in Deutschland. Wir sollten uns nicht vormachen, dass die in drei bis vier Jahren wieder auf Normalniveau sind, so wie in USA oder in China.“

Der Autoindustrie droht 2023 ein schweres Jahr

Experten wie Dudenhöffer sehen ein schwieriges Jahr auf die Autoindustrie zukommen. Bei aller Freude über gefüllte Auftragsbücher, müssen Audi, Mercedes oder auch VW sehen, dass das eine Folge einiger Lieferengpässe ist. So heißt es im Tagesschau-Bericht auch, dass „die Autobauer noch eine Weile von den aufgestauten Aufträgen zehren können. Auf längere Sicht rechnen Branchenexperten aber mit einem Nachfragerückgang, weil die hohe Inflation die Kaufkraft der Konsumenten und die Bereitschaft von Unternehmen zur Anschaffung neuer Dienstwagen dämpfen könnte“.

Gerade bei den Elektroautos könnte es mit einem entsprechenden Umsatz nicht nur für Audi schwer werden. Die Regierung hat die Förderung deutlich eingeschränkt. Dudenhöffer: „Wir fallen im Weltmaßstab deutlich zurück, denn es werden auch die Fördertöpfe deutlich reduziert.“

Energiekosten machen den Autoherstellern in Europa Schwierigkeiten

Die steigenden Energiekosten werden auch im Jahr 2023 der Autoindustrie mächtig zu schaffen machen, macht der Auto-Fachmann gegenüber der Tagesschau deutlich: „Zusätzlich müssen wir erleben, dass E-Autos teurer werden, auch in der Nutzung. Denn Strompreise sind deutlich gestiegen und bleiben auf hohem Niveau.“

Und auch die gesamte Produktion von Elektroautos werde laut Dudenhöffer immer teurer: „Batterien machen bis zu 40 Prozent eines Elektroautos aus. Die werden teurer, weil die Rohstoffe teurer werden.“ Hinzu kommt zudem die hohe Inflation. All das dürfte die Kauflust deutlich dämpfen. 

Für Audi, Mercedes und Co. ist Schluss mit starken Umsätzen

Mit Klaus Stricker von Bain, einer der weltweit führenden Management- und Unternehmensberatungen, sieht ein weiterer Experte schwere Zeiten auf Audi, Mercedes und Co. zukommen. Im „Manager Magazin“ spricht er darüber, dass in diesem Jahr Schluss sein wird mit starken Umsatzzahlen und dass es für die Zulieferer ums Überleben gehen wird (Artikel hinter Bezahlschranke). Sein Ausblick ist alarmierend.

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