Verbrenner vor dem Aus

Elektro statt Verbrenner: So sieht‘s aus bei Audi, Daimler, VW und BMW

  • Simon Mones
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Die Automobilindustrie befindet sich im Wandel zur Elektromobilität. Doch wann steht das Aus des Verbrenners bei Audi, Daimler, VW und BMW bevor?

Der Wandel der Automobilindustrie vom Verbrenner zum Elektroauto hat längst begonnen. Die Frage ist nicht mehr, ob wir in Zukunft nur noch rein elektrisch fahren, sondern wann der letzte Verbrenner vom Band läuft. Klar ist, der Trend geht immer mehr hin zum Elektroauto, das zeigen auch die Zulassungszahlen.

Zudem dürften sich auch die Klimavorgaben der Europäischen Union auf die Entscheidungen der Hersteller wie Audi oder Daimler auswirken. Denn in den kommenden Jahren soll noch mehr CO2 eingespart werden und auch die Abgasnormen werden noch einmal verschärft. Wann also läuten die deutschen Hersteller das Ende des Verbrenners ein?

Audi, Daimler, VW und BMW: Elektro statt Verbrenner - so ist der Stand

Am eiligsten hat es wohl Audi mit dem Verbrenner-Ausstieg. Erst kürzlich hat Markus Duesmann auf einer Konferenz angekündigt, dass 2026 der letzte (neue) Verbrenner auf den Markt gebracht wird. Dabei soll es sich um einen SUV handeln, der bis 2033 produziert werden soll.

Danach ist dann Schluss mit Diesel und Benzinern und auch der Hybridantrieb wird dann von Audi in die Rente verabschiedet. Duesmann kündigte aber auch an, dass die Produktion der Verbrenner in China auch nach 2033 noch weiterlaufen könnte. Neue Motoren sollen jedoch nicht entwickelt werden.

Wie t-online.de berichtet, glauben auch Branchenexperten daran, dass bei einer entsprechenden Nachfrage auch andere Audi-Modelle mit einem Facelift länger vom Band laufen könnten. Sollte sich der Wandel auf einigen Märkten in die Länge ziehen, könnte der bayrische Premiumhersteller dann auf Motoren der Konzernmutter Volkswagen setzen. „Ziele sind flexibel“, betonte Frank Schwope, Autoexperte bei der Norddeutschen Landesbank (NordLB).

Elektroauto statt Verbrenner: Volkswagen setzt auf Elektromobilität - aber kein Ausstiegsdatum

Dass Audi bei der Elektromobilität aufs Gas drückt, kommt dabei nicht von Ungefähr, denn auch Volkswagen gilt inzwischen als Vorreiter. Neben einer Modelloffensive bei den Elektroautos sollen in ganz Europa Batteriefabriken gebaut werden. Der frühere Volkswagen-Strategiechef Michael Jost hatte zudem angekündigt, dass 2026 die letzte Plattform für Verbrennungsmotoren kommen werde.

Allerdings wollte man sich in Wolfsburg bislang noch nicht auf ein Ausstiegsdatum festlegen, wie es etwa General Motors oder Audi getan haben. „Volumenhersteller müssen stärker auf den Export achten“, erklärte Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management.

Wie t-online.de berichtet, dürfte sich der Wandel zur Elektromobilität in Südamerika, Russland oder Asien deutlich länger ziehen als in Europa. Auch der Aufbau der Ladeinfrastruktur zeiht sich dort in die Länge. Warum aber tut sich Audi dann so leicht, den Stecker beim Verbrenner zu ziehen? „Im Premiumsegment fallen die Verbrenner schneller unter die kritische Masse als im Volumensegment“, erklärt Marc-Rene Tonn, Experte bei der Privatbank MM Warburg.

Elektroauto statt Verbrenner: BMW will Kunden entscheiden lassen

Entsprechend sollten sich die anderen Premiumhersteller ebenfalls leichter zur Elektromobilität bekennen können und den Verbrenner schnell in Rente schicken. Ganz so eilig wie Audi haben es BMW und Daimler aber nicht, beide halten sich bei der Frage nach einem Enddatum noch bedeckt. Doch auch hier ist früher oder später Schluss mit Diesel und Benzin.

BMW: Oliver Zipse überlässt die Entscheidung über das Verbrenner-Aus den Kunden.

BMW-Chef Oliver Zipse lehnt es sogar explizit ab, ein Enddatum zu nennen und möchte erstmal bei allen Antriebsarten offen bleiben. Letztlich sollen die Kunden entscheiden, wann die Tage des Verbrenners bei BMW gezählt sind. Dennoch verfolgen die Münchener in Sachen Elektromobilität ehrgeizige Ziele, so soll bis 2030 jeder zweite BMW ein Elektroauto sein. Die Kleinwagen-Tochter Mini soll bis dahin komplett auf Elektro umgestellt haben, ähnlich wie es bei Daimler und Smart bereits jetzt der Fall ist.

Um das Ziel zu erreichen, sollen beispielsweise die neuen Modelle des 5er und 7er BMW jeweils mit Verbrenner- und Elektromotor auf den Markt kommen. Zudem ist für die Mitte der 20er-Jahre eine „Neue Klasse“ geplant, die vollständig auf die Elektromobilität ausgerichtet ist. Denn auch in der Münchener Konzernzentrale weiß man, dass die Tage des Verbrenners gezählt sind. „Realistisch muss man sagen, dass bei allen Autoherstellern in den 20er-Jahren die letzte neue Generation von Verbrennungsmotoren auf den Markt kommt“, betont Tonn.

Elektroauto statt Verbrenner: Daimler will Ziel früher erreichen

Auch Daimler verfolgt ähnlich ehrgeizige Pläne wie BMW, so soll die Modellpalette von Mercedes-Benz bis 2039 klimaneutral sein. Doch inzwischen gibt es Berichte, wonach die Stuttgarter dieses Ziel bereits deutlich früher erreichen könnten. In einem Interview bezeichnete Ola Källenius den ursprünglich Plan als das „konservativste Szenario“ im Unternehmen.

Bereits ab 2030 könnte der Verbrenner dann auch bei der Daimler-Tochter Mercedes-Benz aus dem Programm fallen. Um das zu schaffen, will man einige für 2024/2025 geplanten Elektroautos bereits ein Jahr früher auf den Markt bringen. Sicher ist aber, dass Källenius noch in diesem Jahr eine neue Elektrostrategie vorstellen will.

Mercedes: Ola Källenius setzt voll auf die Elektromobilität.

Allerdings ist auch der Daimler-Chef sicher, dass der Wandel zur Elektromobilität nicht überall gleich schnell vonstattengehen wird. In zahlreichen Ländern könnten Diesel und Benziner noch länger gefragt sein, gut möglich also, dass auch Daimler einen ähnlichen Weg geht wie Audi mit China.

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