Zaberfeld: Viele Besucher uneinsichtig

Besucheransturm auf Ehmetsklinge: Neues Konzept soll Sperrung verhindern

Die Ehemtsklinge in Zabernfeld wurde nun auch gesperrt.
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Die Ehemtsklinge in Zaberfeld ist im Sommer ein beliebter Badeplatz.
  • Violetta Sadri
    VonVioletta Sadri
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  • Anna-Maureen Bremer
    Anna-Maureen Bremer
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Vom Besuch an der Ehmetsklinge in Zaberfeld ließen sich zahlreiche Besucher am Wochenende nicht abbringen. Die Gemeinde wollte den See sperren. Nun gibt es eine Lösung.

Update vom 16. Juni: Wo im letzten Jahr noch mehr als 10.000 Menschen an heißen Sommertagen baden gegangen sind, ist weit und breit kein Tropfen Wasser mehr zu sehen. Das Wasser aus dem Breitenauer See in Obersulm wurde abgepumpt, echo24.de berichtete darüber. Doch wo gehen nun alle schwimmen? Der nächstgrößere See in der Region ist die Ehmetsklinge in Zaberfeld.

Der Ansturm war aufgrund der hohen Temperaturen vorhersehbar. Die Gemeinde hat daher auf der Internetseite ein Ampel-System eingeführt, das Auskunft über die Auslastung vor Ort geben soll. Schon gegen Mittag war der See am Wochenende gesperrt worden, alle Parkplätze waren voll. Wer zu spät kam, musste umdrehen.

Sperrung der Ehmetsklinge vom Tisch - so soll der Besucherandrang geregelt werden

Doch nicht alle reagierten darauf verständnisvoll. Besucher waren teilweise aggressiv und uneinsichtig. Zudem fielen sogar Beleidigungen. Darüber war die Bürgermeisterin Diana Kunz sehr verärgert. Wie soll man in Zukunft damit umgehen? Die Sperrung des Sees wurde in Erwägung gezogen. Der Heilbronner Landrat und die Bürger der Gemeinde haben darum gebeten, das nicht zu tun. Wie es aussieht, gibt es nun eine Lösung.

Wie swr.de berichtet, wurde mit der Polizei ein Konzept für den Badesee erstellt. Es soll eine besondere Verkehrsregelung geschaffen werden, „um die Situation zu entzerren“, sagt Polizeidirektor Thomas Lüdecke. Zudem sollen zusätzlich Polizisten an den See geschickt werden. „Die Zaberfelder Bürger nutzen den See unter der Woche. Die halten sich dann am Wochenende zurück, wenn die Auswärtigen einfallen - anders kann man es nicht nennen.“

Sperrung der Ehmetsklinge? Beschimpfung am See – Bürgermeisterin stinksauer

Erstmeldung vom 14. Juni: Zaberfelds Bürgermeisterin Diana Kunz ist richtig sauer. Obwohl die Stadt im Vorfeld eine ausführliche Pressemitteilung herausgegeben und vom Besuch an der Ehmetsklinge abgeraten hatte, wurde der See am Wochenende von zahlreichen Besuchern überrannt. Soweit verständlich, denn da der Sommer endlich da ist, kommt mit ihm der Wunsch nach Abkühlen. Das ist es auch nicht, was die Bürgermeisterin derart verärgert. Dem See droht aufgrund von dreistem Verhalten gegenüber dem Stadtpersonal nun die Sperrung per Allgemeinverfügung.

Zaberfeld: Bürgermeisterin nach Wochenende an der Ehmetsklinge wütend - bald Sperrung

„Ich bin nach dem ersten Sommer Wochenende an der Ehmetsklinge sehr wütend, enttäuscht, ein Stück weit auch entsetzt, was sich, vor allem heute, an der Ehmetsklinge abgespielt hat“, schreibt Kunz noch am Sonntag in einem Facebook-Post. Sie zweifle langsam daran, ob Vernunft und Verantwortungsbewusstsein in der Bevölkerung noch zu finden seien, wisse aber, dass sie damit pauschalisiere. Obwohl die Bürgermeisterin sich sicher ist, dass es Bürgerinnen und Bürger gibt, die sich an Regeln hatten, muss sie ihrem Ärger einmal Luft verschaffen: „Der überwiegende Teil der Seebesucher bzw. derer, die nicht mehr auf das Seegelände fahren dürfen, ist frech, unverschämt und egoistisch, ich kann keine anderen Worte finden, man möge es mir nachsehen.“

Aber was war da los, dass die Gemeindevorsteherin nach einem Wochenende voller Sonne so fassungslos ist? Absperrung am See sind ihrem Facebook-Post zufolge ignoriert, umfahren oder zur Seite gestellt worden. Auf der Landstraße sei außerdem geparkt worden und Diskussionen mit dem Sicherheitspersonal der Stadt seien teils völlig aus dem Ruder gelaufen. Es habe Beleidigungen gegeben, die nicht mehr zumutbar seien, schreibt sie weiter.

Pressemitteilung zur Ehmetsklinge erfolglos – Ansturm auf See in Zaberfeld

Wenig Verständnis hat Kunz auch für Stimmungsmache im Netz, die teils von denjenigen betrieben worden sei, die mit ausreichend Abstand ein Plätzchen am See ergattert hatten, während keine weiteren Besucher mehr zugelassen wurden. Dort sei dann Unmut über den „Terz“ geäußert worden, es sei doch ausreichend Platz.

„Da das Seegelände nicht komplett hermetisch abgesperrt werden kann, Seen als Gemeingebrauch gelten und das Baden in Seen aktuell nach der Corona VO erlaubt ist, wird an die Vernunft und Eigenverantwortung aller Badelustigen appelliert, von einem Seebesuch abzusehen“ - hatte es ist einer ausführlichen Pressemitteilung vor dem Wochenende geheißen. Das war wohl nichts.

Dem SWR sagte Kunz, sie sei verärgert. Am Samstag sei die Lage noch human gewesen, dagegen musste der Parkplatz am Sonntag bereits um 12 Uhr gesperrt werden. „Auf der Landesstraße habe es durch parkende Fahrzeuge Gefahrensituationen gegeben“, heißt es im Bericht. Kunz sieht klar, dass der Betrieb des Sees so nicht funktionieren kann.

Wird die Ehmetsklinge in Zaberfeld nun gesperrt? Stadt will schnell reagieren

Nun sieht sich die Stadt gezwungen zu reagieren. Bürgermeisterin Kunz teilt auf Facebook mit: „Es wird diese Woche Gespräche geben, mit dem Sicherheitsdienst, der Polizei, der Ortspolizeibehörde und wir werden auch das Landratsamt miteinbeziehen. Inzwischen sind wir an einem Punkt, an dem ich auch eine Sperrung des Sees mittels Allgemeinverfügung nicht mehr ausschließe.“

Dass die Leidtragenden hier die vernünftigen Zaberfelder seien, die vielleicht in einer kommenden Hitze-Woche in Baden-Württemberg „ihren“ See nicht nutzen können, ist Kunz klar. Einen ironischen Dank an die „ewig Uneinsichtigen“ kann sie sich zum Ende ihres Facebook-Statements nicht verkneifen.

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