Kolumne: "Angerichtet"

Pink zum Welt-Mädchen-Tag? So ein Sch...

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Das Münchner Karlstor leuchtend pink zum Welt-Mädchentag 2014.
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Zum Welt-Mädchen-Tag werden heute Gebäude angestrahlt. Gute Idee, aber die Farbauswahl ist völlig paradox.

Das Karlstor in München und der Berliner Funkturm sind nur zwei Beispiele. In 30 deutschen Städten erstrahlen am heutigen Mittwoch Gebäude in Pink. Pünktlich zum Welt-Mädchen-Tag. Für die Gleichberechtigung besonders junger Frauen und Mädchen.

Aha. Keine Ahnung, ob Feministinnen das nun gut heißen oder nicht, aber Pink? Schreit diese Farbe denn nicht erst recht: Wir sind Mädchen, wir sind alle gleich, wir lieben Pink. Bitte kleidet uns in rosa Prinzessinnenkostüme, streicht unsere Wände auch in dieser Farbe und kommt uns ja nicht mit blauen Puppenkleidern.

Was haltet ihr von den angestrahlten Wahrzeichen?

Die Aktion des Kinderhilfswerk Plan International zeigt doch vor allem eins: Geschlechterrollen sind stark spezifisch festgelegt – wie eh und je. Da ist das mit der absoluten Gleichberechtigung dann schon von vorneherein ad absurdum geführt. Und zwar auch aus Sicht der Jungs. Mit der Farbe Pink dürfen die sich offenbar nicht identifizieren.

In vielen Ländern haben Mädchen bei der Bildung und rechtlich enorme Nachteile. Es ist wichtig, darauf aufmerksam zu machen. Auch mit deutlich sichtbaren Zeichen, die die Defizite ins Gedächtnis rufen. Dabei die Geschlechterrollen aber noch einzuengen und auf eine Farbe zu minimieren, ist paradox. Hängt große Plakate mit starken Frauen, unterschiedlichen Mädchen auf. Oder strahlt die Wahrzeichen wenigstens bunt an. Das wäre konsequent.

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