Auftritte im Heilbronner Weihnachtscircus

Clown Henry: "Die Welt ist mein Zuhause" 

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Der "Prinz der Clowns": Zum ersten Mal tritt Henry in Europa auf. Der Venezolaner ist alles, nur nicht altbacken. Er revolutioniert die Clownerie.
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  • Anna-Maureen Bremer
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Immer witzig sein, auch wenn ein paar Minuten vor der Show ein schlimmer Anruf kommt. Macht das Spaß? 

Dauerhaft lustig sein, immer unterwegs. Freunde auf der ganzen Welt, aber keinen festen Platz, zu dem er immer wieder zurückkehrt. Henry ist der "Prince of Clowns" und tritt im Heilbronner Weihnachtscircus auf. Mit echo24.de-Redakteurin Anna Bremer hat der 27-jährige Spaßvogel aus Venezuela über das Leben im Zirkus gesprochen. 

echo24.de: Deine Familie ist in der fünften Generation im Zirkus-Geschäft. Du bist von klein auf dabei. Wolltest du nie etwas anderes machen? 

Henry: Schwierige Vorstellung. Mein Leben ist schon immer umgeben vom Zirkus und ich sehe es gar nicht als Arbeit, viel mehr als einen Segen. Ich liebe es, die Welt zu bereisen und kann mir gar nichts anderes vorstellen. 

echo24.de: Und wolltest du immer ein Clown sein?

Henry: Naja, wenn man zwischen den Künstlern aufwächst, dann lernt man ein bisschen von allem. Die Manege ist als Kind dein Spielplatz. Du beobachtest die anderen. Deshalb kann ich auch ein bisschen Akrobatik, Jonglieren und auch mit Tieren arbeiten. Aber als Clown fühle ich mich wahnsinnig wohl. 

echo24.de: Wenn du immer auf Reisen bist, was ist dann dein Zuhause? 

Henry: Die Welt.

echo24.de: Noch bist du jung. Aber möchtest du eines Tages nicht irgendwo ankommen und heimisch werden? 

Henry: Doch, das fände ich toll. Aber ich kann noch nicht sagen, wo. Ein Teil von mir sagt Lateinamerika, ein anderer sagt Europa. Manchmal denke ich an die Staaten und dann wieder an Australien. 

echo24.de: Was erhoffst du dir denn von deinem Aufenthalt in Heilbronn? 

Henry: Na, ich hoffe natürlich, dass ich die Leute hier begeistern kann und sie viel mit mir zu lachen haben. Ich möchte Freude bringen. Wenn es manche gerade schwer haben, sollen sie es bei meiner Show für eine Weile vergessen können. 

echo24.de: Du bist der "Prince of Clowns". Möchtest du irgendwann der King sein?

Henry: (lacht laut) O nein, das klingt nach zu viel Verantwortung.  

echo24.de: Horror-Clowns... 

Henry: Ich finde, das hat als ein dummer Scherz angefangen und einige haben es dann vollkommen übertrieben. Clowns bringen keinen Horror. Wir sind doch alle stolz auf das, was wir tun und tun das mit Herzblut. Zum Glück hat es mich noch nicht beeinflusst. Ich trage aber auch sehr dezentes Make-up, die Leute sehen immer meine Augen - und bei mir wussten bisher zum Glück alle, dass ich kein böser Clown bin.  

echo24.de: Auch ein Clown erlebt Tiefschläge und traurige Momente. Wie kannst du dann in der Manege stehen und lustig sein?  

Henry: Das ist der harte Teil des Jobs. Dass mein Großvater verstorben ist, habe ich wenige Minuten vor einer Show erfahren. Dann stehst du da - mit all den Emotionen in dir. Aber dann habe ich die Show gemacht, und es war ein bisschen wie eine Heilung. Mein Opa war auch Clown, und die Menschen lachen zu sehen, hat mir sehr geholfen. 

echo24.de: Und wenn du mal allein bist? 

Henry: Dann weine ich natürlich wie ein Baby. Es muss ja auch mal raus.

echo24.de: Was war der besonderste Moment deiner Karriere? 

Henry: Ich habe unheimlich viele tolle Momente. Aber ich glaube, das Emotionalste war, als ich den Charly-Chaplin-Preis in diesem Jahr gewonnen habe. Den hat mir sein Sohn überreicht. Es war einfach nur 'wow'! Ich glaube, da kann kaum noch etwas Größeres kommen. Schön ist es natürlich auch, wenn Enkel, Vater und Opa im Zirkus sind und ich drei Generationen zum Lachen bringen kann. Das fühlt sich toll an. Und dann weiß ich, dass ich etwas Gutes mache. Ein alter Mann, er war wohl knapp 90 Jahre alt, hat mich einmal angesprochen und gesagt, dass er schon viel im Leben gesehen hat und dass er meine Arbeit toll findet. Er hat gesagt, dass ich so weitermachen soll. Das ist ein wunderschönes Gefühl. 

echo42.de: Wie bekommt man denn einen Clown zum Lachen? 

Henry: Ich finde in allem etwas zum Lachen. Aber so richtig komisch finde ich meinen Vater. Da könnte ich mich kugeln! Meine Familie bringt mich allgemein oft zum Lachen. Ich schaue auch gerne lustige Filme. Jim Carrey und Robert Williams bewundere ich. 

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