Interview mit dem Organisator

Weihnachtscircus: "Das wäre das Schlimmste, was passieren kann"

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Weihnachtscircus-Organisator Sascha Melnjak.

Im Interview verrät Organisator Sascha Melnjak, wie viel Planung hinter einer Show steckt. Und, was niemals schief gehen darf.

15.000 Karten sind bereits weg. Dabei sind es noch gut sechs Wochen hin bis zum Start des Weihnachtscircus. Wenn sich für die Zuschauer die Vorhänge zur Manege öffnen, hat das Organisatoren-Team allerdings bereits eine laaange Vorbereitungszeit hinter sich. Nicht Monate, nein Jahre der Planung stecken hinter der Show auf der Heilbronner Theresienwiese. Trotzdem sei der Weihnachtscircus bis zum Schluss eine "kleine Zitterpartie", erklärt Direktor Sascha Melnjak im Interview mit echo24.de. Und, was das Schlimmste wäre, was den Organisatoren passieren könnte.

echo24.de: Seit wann läuft die Vorbereitung auf den Weihnachtscircus 2017?

Sascha Melnjak: "Wir planen jeden Weihnachtscircus drei, manchmal sogar vier Jahre im Voraus. Es gibt Artisten, die sehr gefragt sind. Wir wollen die Hochkaräter verpflichten, bevor sie ausgebucht sind."

Nach welchen Kriterien werden die Artisten denn ausgewählt?

"Wir sind in der Zirkuswelt immer auf der Lauer. Ein Artist kann die tollste Nummer haben, aber es muss auch die Verpackung stimmen. Uns ist es wichtig, dass die Menschen charismatisch sind. Es bringt nichts, wenn sie eine Ausstrahlung haben, wie eine Schuhsohle. Außerdem können wir nach 19 Jahren auch den Geschmack der Heilbronner einschätzen. Da wissen wir dann: 'Das ist das Richtige.'"

"Das Richtige" ist also gefunden. Aber dann sind ja noch Mooonate Zeit, bis das Zirkuszelt aufgebaut wird.

"Da passiert dann auch noch eine ganze Menge. Wir haben zum Beispiel 48 Menschen, die ein Visum brauchen. Wir stehen in ständigem Kontakt mit den Botschaften. Die Artisten brauchen Zugtickets. Und auf der Theresienwiese muss die Infrastruktur, also Telekom-Anschlüsse und mehr, geschaffen werden. Daneben müssen die Dekoration ausgesucht, die Homepage erneuert, das Ticketing vorbereitet und die Werbetrommel gerührt werden."

Aber da hat das Team doch sicher inzwischen Routine.

"Klar, die gut 100 Leute sind wirklich top. Aber es ist natürlich auch unser Anspruch jedes Jahr auch in diesen Bereichen etwas Neues anbieten zu können. Das heißt: Andere Dekoration für einen neuen Look, ein neues Werbebild und in diesem Jahr besondere Gruppenangebote. Beispielsweise Firmen können so eine außergewöhnliche Weihnachtsfeier bei uns erleben."

Das heißt, der Stresspegel ist ganz schön hoch.

"So richtig arbeitsintensiv wird es immer ab dem Sommer. Denn natürlich muss aus den einzelnen Nummern am Ende eine Show werden, deren Gesamtkonzept stimmt. Die Dramaturgie muss sich also aufbauen. Und dennoch muss alles homogen sein. Unser Lichtdesigner programmiert die richtige Stimmung. Gemeinsam mit der Musik ist das in etwa die halbe Miete. Ansonsten werden die Auftritte der Artisten schnell langweilig für das Zuschauer-Auge."

Und dann reisen Mitte Dezember alle Tiere und Artisten an.

Bis zum 14. Dezember müssen sie angereist sein. Dann muss innerhalb von fünf Tagen alles passen. Wir proben dann teilweise bis spät in die Nacht. Immerhin müssen ja 100 Leute unter einen Hut gebracht werden.

Irgendwann steht dann doch einmal alles. Aber gibt es auch danach noch Schwierigkeiten?

Natürlich. Es gibt immer wieder Herausforderungen, die wir noch nicht hatten. Das ist schon irre. Einmal hat sich ein Artist kurz vorher ein Bein gebrochen. Da müssen wir dann schon kurzfristig etwas neues Hinbekommen. Eigentlich vergeht kein Tag, an dem nicht etwas Unvorhergesehenes passiert.

Letztlich klappt es aber dann doch.

Wir kriegen das immer hin. Darauf sind wir sehr stolz. Es braucht schon viel Fingerspitzengefühl, dass die geschaffenen Bilder und die Show von Jahr zu Jahr sich immer unterscheiden. Wir dürfen nie die gleiche Sparte Artisten zwei Mal haben. Jedes Jahr muss es etwas Neues und Anderes geben. Das Schlimmste wäre, wenn die Zuschauer sagen würden: 'Das ist jedes Jahr das Gleiche, das habe ich schon gesehen.' Das ist nach 19 Jahren nicht einfach. Aber: Zum Glück schaffen wir doch immer jedes Jahr ein 'Wow-Erlebnis' für unsere Besucher."

Im zweiten Teil des Interviews erklärt Sascha Melnjak, was die Zuschauer beim Weihnachtscircus 2017 erwartet und, was ganz neu ist. Den zweiten Teil lesen Sie im echo am Wochenende vom 4./5. November.

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