Mittlerweile über 100 Safe-Points

Was macht eigentlich die "Helfende Hand"?

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Bernd Dorst (von links), Justin Meier und Gero Meier von den Thai-Bulls Heilbronn.
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Um die private Schutzaktion ist es sehr ruhig geworden - zu ruhig?

Es ist ruhig geworden um die "Helfende Hand". Scheinbar. Denn obwohl die private Schutzaktion um die Initiatoren Gero Meier (Boxtrainer bei den Thaibulls Heilbronn) und Bernd Dorst (Chef des Gyms) nicht mehr groß von sich reden macht, tut sich trotzdem etwas! Meier: "Das Feedback ist immer noch das gleiche. Wir haben mittlerweile über 100 Safe-Points."

Meier gibt aber auch zu: "Es ist ruhiger geworden um uns und das ist auch gut so, dass wir gerade nicht so publik sind." Denn die beiden Geschäftspartner Dorst und Meier haben, als sie die "Helfende Hand" gegründet haben, nicht mit einem so großen Ansturm der Medien gerechnet. "Wir wurden oft schlecht dargestellt, obwohl wir nur Hilfe angeboten haben. Das konnten wir so nicht stehen lassen. Wir wollten uns weder von den Medien noch von der Politik einschränken lassen. Jetzt erst Recht, sagte ich mir."

Was haltet ihr von der "Helfenden Hand"? *

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Für die beiden war klar: "Unsere Mitbürger waren es uns wert, weiter zu machen." Mit Stolz blickt Meier auf sein Hilfsangebot: "Ursprünglich wollten wir ja nur einen Safe-Point anbieten, doch dann sind es 100 geworden."

Und das Angebot der Safe-Points wird laut Meier auch in Anspruch genommen. Bei einem Vorfall sei eine junge Frau am Rathaus in Heilbronn verfolgt worden. Zuflucht suchte sie in einem der Cafés am Marktplatz, ein Safe-Point der "Helfenden Hand". "Das Personal hat dann die Türe zugehoben und die Polizei gerufen."

Auch ein zweiter Vorfall beschäftigte die selbsternannten Helfer. Dieses Mal steckte die Mutter der jungen Dame des erwähnten Vorfalls in Schwierigkeiten. Diese führt ein Modegeschäft in Heilbronn und sei ebenfalls Mitglied der "Helfenden Hand". "Der Ex-Mieter des Ladens hat randaliert. Daraufhin hat sie die Polizei gerufen. Doch die kam selbst nach zwei Stunden nicht", sagt Gero Meier.

Ob die Polizei überlastet ist? "Sie ist unzuverlässig. Viele haben ja gesagt, wir werden nicht gebraucht. Aber das ist doch das beste Beispiel dafür, dass die Polizei nicht überall sein kann und überlastet ist."

Information

Die "Helfende Hand" hat sich zum Ziel gesetzt, durch sogenannte Safe-Points Schutzsuchenden in Notsituationen Hilfe anzubieten. Gero Meier hat diese private Schutzaktion - zusammen mit Bernd Dorst - ins Leben gerufen. echo24.de berichtete darüber. Der erste Safe-Point war das Gym der Thaibulls Heilbronn. Mit der Zeit schlossen sich immer mehr Gewerbetreibende an. Die "Helfende Hand" wurde unter anderem in sozialen Netzwerken kritisiert - nicht zuletzt, weil Mitglieder der "Helfenden Hand" sich der umstrittenen Gruppe "Spaziergang" angeschlossen haben - eine Gruppe, die in Heilbronn demonstrierte und sich zum Ziel genommen hatte, für Ordnung auf den Straßen zu sorgen.

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