Die Ex-Geliebte schwebte zehn Tage in Lebensgefahr

Justiz-Irrsinn! Täter landet in selber Klinik wie sein Opfer

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Der Verurteilte griff seine Ex-Geliebte im August 2017 in der Herbert-Hoover-Straße brutal mit einem Messer  an.
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Wie soll die Frau unter diesen Umständen die Attacke bewältigen?

Es klingt wie ein ganz schlechter Scherz: Ein Mann ist gegenüber seiner Freundin gewalttätig, diese erwirkt ein Annäherungsverbot. Als er sie dann fast umbringt, wird er zu 13 Jahren Haft verurteilt - und kommt zur Behandlung seiner psychischen Störung in dasselbe Klinikum wie die Geschädigte, die die schreckliche Tat noch lange nicht überwunden hat!

Wie im Rausch

Rückblick: Im August 2017 lauert der 44-Jährige seiner Ex-Geliebten vor ihrer Wohnung in der Herbert-Hoover-Straße in Heilbronn auf. Als die Frau in ihr Auto steigt, rast er mit seinem Ford Mondeo los und rammt den Wagen der Ex-Freundin frontal. Doch damit nicht genug: Wie im Rausch attackiert der Täter seine frühere Partnerin mit dem Messer, sticht mehrfach auf sie ein.

Bei dem Mordversuch verliert die Frau eine Niere, befindet sich zehn Tage in einem kritischen Zustand, liegt wochenlang im künstlichen Koma. Mutmaßlich verhindert nur das rasche Eingreifen eines Zeugen den Tod der Geschädigten. Neben dem Urteil zu 13 Jahren Haft weist das Landgericht Heilbronn den 44-Jährigen nun gestern ebenfalls in ein psychiatrisches Krankenhaus ein. Nach Informationen von echo24.de ist die Geschädigte im selben Institut in Behandlung.

In unmittelbarer Nähe

Zwar befinden sich Täter und Geschädigte in unterschiedlichen Trakten - wie kann es aber sein, dass nach den Geschehnissen nur gefühlte 100 Meter zwischen beiden liegen? Wie soll die Geschädigte die Vorfälle verarbeiten, wenn der verurteilte Täter sich Tag und Nacht in unmittelbarer Nähe aufhält?

Laut Heilbronner Stimme befindet sich der 44-Jährige aber zumindest in der geschlossenen Abteilung, "hinter Stacheldraht". Zudem sei es eine gesetzliche Vorgabe dass der Angeklagte in die nächstgelegene Anstalt eingewiesen werden muss. Die Frage nach dem Verhältnis von Täter- und Opferschutz stellt sich aber trotzdem.

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