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Verkaufsoffener Sonntag: Neue Regeln müssen her!

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Fünf Millionen Euro erwirtschaften die Heilbronner Händler an einem verkaufsoffenen Sonntag.
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Ohne die Sonderveranstaltungen wird's für den stationären Handel noch schwieriger.

Gemütliches Bummeln, in aller Ruhe die Auslagen betrachten – dafür ist unter der Woche in der Alltagshektik meist wenig Zeit. Und wenn es dazu beim verkaufsoffenen Sonntag auch noch Tausende andere in die Innenstadt zieht, werden die Stunden in der City zwischen dem ansprechenden Bühnenprogramm – zum Beispiel bei "Jazz und Einkauf" – auch noch zum beliebten Treffpunkt.

Besuchen Sie verkaufsoffene Sonntage?

"Verkaufsoffene Sonntage sind tolle Events für die Kunden, bislang unbekannte Seiten des Handels in der Stadt zu entdecken, Inspirationen zu sammeln und sich unterhalten zu lassen", sagt Alina Fischer, Center Managerin der Stadtgalerie Heilbronn. Die Gewerkschaft Ver.di verteidigt – als Arbeitnehmervertreter – den arbeitsfreien Sonntag: "Der Handel trägt die verkaufsoffenen Sonntage auf den Rücken der Beschäftigten aus", sagt Thomas Müssig von Ver.di Heilbronn-Neckar-Franken.

Drei verkaufsoffene Sonntage sind in einer Gemeinde pro Jahr gesetzlich erlaubt. Ver.di lässt die verkaufsoffenen Sonntage in Heilbronn derzeit juristisch prüfen. Ein Vorwurf: Die Veranstaltungsfläche sei kleiner als die Verkaufsfläche – entgegen der Vorschrift.

Impressionen von "Jazz und Einkauf" in Heilbronn

Diese Bedenken kann Thomas Gauß, Vorsitzender der Stadtinitiative Heilbronn, so nicht stehen lassen: "Der Gesetzgeber sperrt sich nicht gegen verkaufsoffene Sonntage – im Gegenteil. Er schafft ja den Rahmen für die Ausnahmeveranstaltungen. Das Problem ist vielmehr die praktische Umsetzung, weil es zu viele schwammige Vorschriften gibt."

Wie genau bemisst man beispielsweise das Veranstaltungsgelände in der Innenstadt bei "Jazz & Einkauf"? Zählt die Stadtgalerie komplett als Verkaufsfläche? Gauß: "Hier braucht es dringend transparente Regelungen, die zudem auch bundesweit einheitlich gelten."

Für das Stadtimage und aus wirtschaftlicher Sicht sind die verkaufsoffenen Sonntage kaum zu überschätzen. Ein gänzlicher Wegfall der Veranstaltungen hätte schwerwiegende Folgen. Center Managerin Fischer erklärt: "Pro verkaufsoffenem Sonntag erzielt der Handel in der Stadt einen Erlös von fünf Millionen Euro." Zudem ist der Sonntag im Internet auch der umsatzstärkste Tag.

Gauß: "Wer an den verkaufsoffenen Sonntagen seine Besorgungen in der Stadt erledigt, lernt auch die Vorzüge des stationären Handels neu kennen. Und das stärkt die Bindung an die Stadt und die Geschäfte." Denn: "Jeder weitere Tag, an dem wir uns dem Onlinegeschäft entgegenstellen und präsentieren können, ist ein Gewinn für den stationären Handel."

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