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Vegan essen bei internen Meetings? So speisen Heilbronner Politiker

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Von: Juliane Reyle

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Das Wetter am Wochenende lädt zum Grillen ein!
Vegane Speisen - auch fleischlos grillen ist möglich, doch sind die Menschen dafür bereit? (Symbolbild) © Monique Wüstenhagen/dpa-tmn

Vegane Ernährung: Sie soll in Zukunft den Großteil unserer Speisepläne ausmachen. Die Politik ebnet dafür die Wege – aber halten sich Politiker selbst schon daran?

Eine pflanzliche Ernährung rettet nicht nur viele Tiere vor dem Tod, sondern minimiert den persönlichen, ökologischen Fußabdruck. Außerdem kann vegane Ernährung zu einer Reduzierung des Welthungers beitragen. Für einen selbst kann die pflanzliche Ernährung auch eine abwechslungsreiche und gesunde Ernährungsform sein. Doch wie wird das Thema politisch gehandhabt? Wie ernährt sich die Stadt Heilbronn bei ihren Gremiensitzungen und wie entwickelt sich der aktuelle Trend?

Forderung für Vegane Ernährung bei städtischen Veranstaltungen: mehr Bewusstsein für dieses Thema

In Mannheim haben Städterat-zugehörige Grüne die Forderung aufgestellt, dass bei städtischen Veranstaltungen ab 2023 ausschließlich vegane Verpflegung angeboten werden sollte. Es handelt sich um eine Forderung, die beispielsweise die Gremiensitzungen der Politiker betrifft - auf dem Volksfest darf die Bratwurst vorerst bleiben. Die Forderung nach anderen Speiseangeboten bei internen Meetings ist sogar innerhalb der Fraktion umstritten.

Doch auch die steigenden Lebensmittelpreise sprechen für eine Umstellung auf vegane Ernährung. Denn Fleisch wird ein rares Gut werden und generell wird derWocheneinkauf immer teuer.

Heilbronn: Gibt es bald ausschließlich vegane Bio-Speisen bei städtischen Veranstaltungen?

Auf Anfrage von echo24.de sagt Holger Kimmerle, Vorsitzender der Gemeinderatsfraktion und Politiker des Bündnis 90/Die Grünen Heilbronn: „Ziel der Forderung einiger Grüner Städträt:innen ist die Schaffung eines Bewusstseins für dieses Thema und das ist auch gut und wichtig.“ Kimmerle sagt auch: „Schwierig ist immer das Radikale.“ Weshalb er persönlich „keinen Ausschluss, sondern Vermeidung tierischer Produkte fordern würde“.

Auch Gudula Achterberg von den Grünen Heilbronn sagt: „Grundsätzlich finde ich es gut, wenn es auf Veranstaltungen auch eine Variante für Vegetarier*innen und/oder für Veganer*innen gibt. Für ebenso wichtig halte ich es, dass öffentliche Institutionen Bio-Produkte von heimischen Erzeuger*innen verwenden, um die Nachfrage der steigenden Anbieter*innen zu stärken.“

So sieht es in Heilbronn aus: Sind vegane Speisen bei städtischen Veranstaltungen beliebt?

Bezüglich veganen Speise-Angeboten bei städtischen Veranstaltungen sagt Kimmerle: „Die Stadt Heilbronn achtet hier noch nicht darauf“.  Das Angebot an veganen und vegetarischen Speisen ist auch in Mensas und Kantinen deutlich schmaler, als das Angebot an Speisen mit tierischen Bestandteilen. echo24.de befragt Bürger der Stadt Heilbronn und erhält mehrfach die Antwort: „Ein gutes Stück Fleisch, das gönne ich mir.“ Aber auch ein tierliebes Mädchen sagt: „Ich ernähre mich vegetarisch, doch vegan geht nicht: Mir fehlt dann mein Kuchen und mein Latte-Macchiato mit Milch - das ist einfach etwas anderes, als Soja und Tofu.“ Doch nicht nur die Stadt bietet kaum vegane Speisen an, auch „die Gastronomie tut sich teilweise noch schwer“.

Kimmerle: „Dass Brezeln an sich heute meistens vegan sind, stört mit Sicherheit niemanden. Wenn die Butter jedoch durch Alternativen ersetzt würde, löste dies bestimmt einen Aufschrei aus, alleine dadurch, dass es dann namentlich keine Butterbrezel mehr ist“. Er beschreibt den Menschen, als ein Gewohnheitstier und sagt: „Änderungen in seinem Verhalten sind oft nur langsam zu erreichen.“

Vegan im Trend - ist die junge Generation auf einem guten Weg?

Kimmerle erwähnt gegenüber echo24.de: „Die junge Generation zeigt bereits heute ein anderes, ein zukunftsfähiges Essverhalten. Der Wandel ist also schon im Gange. Wenn er jedoch zu langsam vonstattengeht - und danach sieht es momentan aus -, ist eine Beschleunigung durch die Politik erforderlich.“ Im Gegensatz zu Restaurants, Kantinen und Co., haben, laut Kimmerle, die Industrie und der Handel zumindest den Marktwert dieses Wandels erkannt und „vegane und vegetarische Alternativprodukte haben ihren Platz in Supermärkten bekommen“. Ein noch kleiner, aber sehr erfolgreicher Trend, sollen „rein vegetarische Restaurants“ sein.

Doch wie kann die vegetarische und vegane Ernährung wachsen?

Bei Veranstaltungen, in Kantinen, Mensas und Schnellimbissrestaurants, gibt es meist nur eine Hauptspeise für Vegetarier, während aus zahlreichen Fleischgerichten ausgewählt werden kann. Kimmerle erwähnt auch, dass Vegetarier meist im Vorfeld abgefragt werden, denn sie gelten als Abweichung von der Norm. Er sagt: „Eine Umkehr hier würde sicher auch schon einiges bewirken.“

Kimmerle erwähnt auch, dass wenn die Stadt ihre „Möglichkeiten der Einflussnahme nutzt, um in diesen Bereichen mehr Nachhaltigkeit zu erreichen“, dann würde er das begrüßen - „im Sinne des Tierwohls und des Klimaschutzes“.

Um Tiere und Umwelt zu schützen, können Kunden auch bei ihrem eigenen Einkauf auf einige Dinge, wie zum Beispiel der 5xD Regel achten.
 

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