Jetzt starten sie in ganz Europa durch!

Damit hat die Tuning-Crew "Turkish Delight" zu kämpfen

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Süleyman Sahin aus Neckarsulm, einer der Initiatoren der Gruppierung.
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"Wir würden gerne mal mit der Polizei einen Kaffee trinken und sagen, dass wir keine Verbrecher sind."

"Familie. Verrückt. Und krasse Autos." So beschreiben sich die Jungs von Turkish Delight ("Trdlght"), eine Tuning-Crew aus Heilbronn, die jetzt europaweit von sich reden macht. "Die Szene hat sich aus dem Tuning-Treff am Heilbronner Obi-Parkplatz entwickelt. Doch das sind wir nicht mehr. Wir wollten zeigen, dass es auch anders geht."

Mit "anders" meint Süleyman Sahin aus Heilbronn, einer der sechs Initiatoren der Gruppierung, den Ärger mit der Polizei und der Security. Die Müllhinterlassenschaften auf dem Parkplatz und die Burnouts. "Wir wollten das Ganze professioneller machen. Das ist eine ganz andere Klasse, von der wir sprechen", sagt der 29-Jährige. Die Gründung von "Trdlght" folgt 2005.

Hüseyin Kilinc (27) aus Heilbronn, ebenfalls in der Szene aktiv: "Wir wollten uns von ihnen abheben und nicht in einen Topf geschmissen werden. Bei unseren Treffen geht es natürlich um schöne und getunte Autos. Aber dahinter steckt noch viel mehr. Wir sind eine richtige Familie. Die Gemeinschaft steht bei uns im Fokus." Daher auch der Name der Szene. Sahin: "'Turkish Delight' ist eine Süßigkeit, die bei uns Türken gereicht wird, wenn Besuch da ist."

Bilder von der Tuning-Crew "Turkish Delight"

Und doch verbindet die Jungs vor allem eins: die Liebe und Leidenschaft zur Ästhetik, schnelle Autos und das Tuning. Sahin selbst fährt einen Audi TT S, der zu einem TT RS umgebaut wurde. Seine mittlerweile 13. Karre. Vor allem bei edlen Felgen und hochwertigem Zubehör schlägt sein Herz höher: "Leider wird uns das Hobby oft kaputt gemacht. Wir werden teilweise stillgelegt, weil unsere Autos nur einen Zentimeter tiefer als die Norm sind."

Außerdem haben die Jungs mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. Kilinc: "Viele denken, dass Türken nur 3er BMW fahren." Daher wollen die Jungs mit allen Klischees aufräumen. Jeder soll und kann sich selbst ein Bild von 'Turkish Delight' machen. "Bei uns ist jeder willkommen. Die Nationalität ist egal." Besonders willkommen sind für Sahin und Kilinc aber Gäste, die in der Tuning-Szene nicht gern gesehen sind: die Polizei. "Wir würden gerne mal mit ihr einen Kaffee trinken und sagen, dass wir keine Verbrecher sind. Wir haben nur ein Hobby, das wir leben. Das ist unsere Message."

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Dass die Jungs hart an ihrer Marke, ihrem Image und vor allem an ihren Wagen arbeiten, hat sich jetzt schon ausgezahlt. Sahin: "Auch wenn es Jahre gedauert hat, jetzt erhalten wir den Respekt für die Arbeit, die dahinter steckt."

Auf Facebook ist die Resonanz am größten. Kilinc: "Wir haben nicht mit diesem Ausmaß gerechnet. Das Feedback war überwältigend." Und Sahin ergänzt: "Wir haben uns europaweit einen Namen gemacht." Mittlerweile zählt "Trdlght" 42 Mitglieder - allein in Deutschland. Und auch Volkswagen wurde auf die Szene aufmerksam: Unter dem Motto "Back to the roots" durfte die Gruppe beim Wörtherseetreffen in Österreich dieses Jahr am VW-Stand mitwirken. Sahin: "Es ist eine Sucht. Das kann man erst verstehen, wenn man mal dort war."

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Ein von Tr-Delight Performance (@trdlght) gepostetes Foto am

Unter die Modeschöpfer sind die Jungs auch schon gegangen. "Unsere Klamottenkollektion mit dem "Trdlght"-Label ist ab dem 1. Januar auch Online erhältlich. Zu kaufen gibt es Hoodies, Cappies, T-Shirts und vieles mehr." Ein weiterer Plan steht noch aus. Kilinc: "Wir wollen dieses Jahr nach London fahren zur Edition38."

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