Bis zu 24 Stunden ohne Pause und Wasser

Truck in Heilbronn zeigt: So müssen Tiere beim Transport leiden

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Die Schweine haben während des Transports kaum Platz.
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Ein großer Truck steht mitten auf dem Heilbronner Kiliansplatz: Das Deutsche Tierschutzbüro macht mit der Kampagne "Truck You" auf die schrecklichen Zustände bei Tiertransporten aufmerksam.

Angsterfüllte Augen starren durch die Gitter des großen Tiertransporters, der über die Autobahn rast. Im Inneren: Schweine. Dicht an dicht gedrängt. Sie können sich kaum bewegen, haben Stress, Hunger und Durst. Umso länger der Lkw durch die sommerliche Hitze fährt, desto heißer wird es im Inneren - die Tiere sind der Situation hilflos ausgeliefert.Das ist der alltäglich Albtraum für rund 3,7 Millionen Tiere in Deutschland! Das Deutsche Tierschutzbüro will das nicht länger hinnehmen. Deshalb stehen die beiden Campaignerinnen Julia Weibel und Simone Sommerfeld mit einem riesigen grünen Truck am Donnerstag auf dem Heilbronner Kiliansplatz.

Mit der Kampagne "Truck You - Tiertransporte schmecken nicht!" wollen sie das Leid der Tiere stärker ins Bewusstsein der Leute bringen und fahren dafür insgesamt 32 deutsche Städte an.

"Interessierte können sich innerhalb und außerhalb unseres Trucks die realen Zustände vieler Tiertransporte anschauen", erklärt Weibel, "wir wollen die Leute für das Tierleid auf den Straßen sensibilisieren."

Simone Sommerfeld (links) und Julia Weibel leiten zusammen die Kampagne.

Dass der umgebaute Tiertransporter begehbar ist und sich die Besucher so in die Situation der Tiere hineinversetzen können, trägt einen großen Teil dazu bei. Weibel: "Jeder soll live erleben können, wie es sich anfühlt, bei heißen Temperaturen im Inneren des Trucks zu stehen. Besonders die Innenwände, mit denen die Tiere in Kontakt kommen, werden unerträglich heiß!" 

Der grüne Truck steht mitten auf dem Heilbronner Kiliansplatz.

Bis zu 24 Stunden ohne Pause, Futter oder Wasser müssen Schweine diese Umstände ertragen. Weibel: "Es gibt natürlich gesetzliche Vorschriften für die Transporte. Aber es kommt zu vielen Verstößen und nur ein Prozent aller Tiertransporte wird auf deutschen Straßen kontrolliert." Um das zu ändern, haben die Tierschützer eine Petition an die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner gestartet: "Wir fordern stärkere Sanktionen bei Verstößen. Oft werden die Lkw-Fahrer nur belehrt und es passiert nichts weiter."

Dafür sammelt das Deutsche Tierschutzbüro fleißig Unterschriften: 16.000 haben sie bereits zusammen, 30.000 benötigen sie. Weibel: "Zu uns kommen die unterschiedlichsten Leute an den Stand. Natürlich viele, die im Tierschutz engagiert sind und bewusst auf ihre Ernährung achten. Aber wir hatten in anderen Städten auch schon Landwirte und Metzger, die unsere Petition unterschrieben haben." Schritt für Schritt zu mehr Tierschutz - das ist das Ziel - nicht nur von "Truck you"! Auch das Heilbronner Tierheim hat derzeit beispielsweise viel mit Katzenbabys in schockierendem Zustand zu tun.

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