Der Platz ist offenbar kein Brennpunkt

Heilbronner Trinkertreff: Das sagen Stadt und Polizei

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Laut Heilbronner Polizei ist der Szene-Sammelpunkt neben der Heilbronner Kolbenschmidt-Arena bislang wenig auffällig gewesen.
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Nach den anfänglichen Beschwerden soll mittlerweile Ruhe eingekehrt.

Geschrei, Kraftausdrücke und Pöbeleien – für den Heilbronner Eishockey Club (HEC) ist der Trinkertreff neben der Kolbenschmidt-Arena ein Ärgernis (echo24.de berichtete). Doch ein Sammelpunkt fürs kriminelle Milieu ist der Platz deshalb noch lange nicht. Und von einem Brennpunkt könne man laut Heilbronner Polizei erst recht nicht sprechen. "Seit September 2017 kam es zu einer geringen Zahl von Sachbeschädigungen. Die vier Delikte und zwei Körperverletzungen stehen teilweise auch im Zusammenhang mit den Sportveranstaltungen", erklärt Achim Küller von der Pressestelle der Heilbronner Polizei.

Ruhige Lage

Größere Einsatze gab es dort bisher nicht. Lediglich eine Person sei bei einer Kontrolle aufgrund eines Haftbefehls festgenommen worden. Und was war das schwerste Vergehen, das die Polizei an dem Szenetreffpunkt bislang festgestellt hat? Küller: "Das war eine angezeigte, aber nicht verifizierte Sachbeschädigung an einem Zaun."

Vor September 2017 hat sich die Trinkerszene an der nahegelegenen Rollschuhbahn getroffen. Auch dort sei es aus polizeilicher Sicht ruhig zugegangen. Küller: "Diesbezüglich hat sich auch an dem neuen Treff nichts geändert."

Beschwerden gegen Null

Dass auch Alkoholkranke einen Treffpunkt brauchen, ist Michael Scheck klar. Doch der stellvertretende Jugendleiter des HEC wundert sich: "Dass die Besucher des Treffs offiziell betreut und unterstützt werden, habe ich bislang nicht beobachtet."

Dr. Anton Knittel von der Pressestelle der Stadt Heilbronn erklärt: "Auch soziale Randgruppen haben ein Bedürfnis, sich zu treffen. Wegen ihres Verhaltens lösen sie Ängste bei Passanten und Anwohnern aus. Daher wollte die Stadt Heilbronn der sogenannten Trinkerszene eine Möglichkeit anbieten, sich zu treffen. Durch die Einrichtung eines Treffpunkts, der regelmäßigen Streifen durch den Kommunalen Ordnungsdienst und der aufsuchenden Streetworkarbeit geht die Zahl der Beschwerden gegen Null im Vergleich zu früher, als sich die Szene verteilt an mehreren Orten in der Innenstadt traf."

Keine Alternativen

Eine Verlegung des Treffpunkts im Herbst war nötig, da der bisherige Platz den Buga-Bauarbeiten weichen musste. Die Stadtverwaltung hat daraufhin den neuen Ort festgelegt. Knittel: "Es wurden mehrere Alternativen geprüft, aber nicht für geeignet bewertet." Vor ein paar Wochen wurde der Container, der die Treffenden vor Wind und Wetter schützt, von der Kolbenschmidt-Arena weggedreht. Ein Sichtschutz schafft nun eine stärkere Abgrenzung vom nahen HEC-Betrieb. Knittel: "Nach anfänglichen Beschwerden hat die Verwaltung die Gestaltung des Treffpunkts angepasst. 2018 gab es bisher keine Beschwerden."

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