Nichts für schwache Nerven

Grausame Schicksale: Heilbronnerin rettet gequälte Hunde

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VORHER - NACHHER: Der Animal Hope & Liberty e.V. rettet Hunde aus schrecklicher Not.
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Die Bilder sind nichts für schwache Nerven: In Rumänien werden Hunde wie Abfall entsorgt, klaffende Wunden werden nicht behandelt, Knochenbrüche interessieren niemanden. Heilbronnerinnen setzen sich für die Fellnasen ein. 

Was Ham in seinem jungen Hundeleben bereits mitmachen musste, stellt einem die Nackenhaare auf: Eine fürchterliche offene Wunde fügte dem Vierbeiner derartige Schmerzen zu, dass Tierschützer davon ausgehen, dass er sich aus Verzweiflung selbst versuchte, die Pfote abzuknabbern. Vielleicht wurde er zu Hundekämpfen gezwungen. Und das Schlimmste: Ham ist kein Einzelfall. 

Hunde in Rumänien: Endstation in der Tötung

In Rumänien werden Hunde oft herzlos entsorgt. Auch Welpen. Da es viel zu viele Straßenhunde gibt, ist der Hundefang ein lukratives Geschäft geworden. Für manche Fellnasen geht es dann in öffentliche Tierheime, die mit denen in Deutschland nicht zu vergleichen sind. Viele trifft es noch elender und sie landen in der Tötungsstation. "Häufig werden sie dort über Wochen nicht einmal mehr gefüttert. Natürlich werden auch Verletzungen nicht behandelt", erklärt Nurdan Turna aus Heilbronn. 

Ham hat jetzt nur noch drei Beine. Für seine Rettung zeigt er sich unendlich dankbar. 

Was die 43-Jährige berichtet, ist kaum an Grausamkeit zu übertreffen. Seit Jahren setzt sie sich mit dem Verein Animal Hope & Liberty für die vergessenen Seelen in Rumänien ein. "In der Tötung haben wir eine Hündin entdeckt, deren Kastrationsnarbe war aufgeplatzt. Überall war Blut. Natürlich hatte sie Schmerzen, aber das interessiert doch dort niemanden." 

Die zweite Vorsitzende des Vereins, Nancy Platt aus Heilbronn, hat es eines Tages nicht mehr ausgehalten. "Sie hat hier alles aufgegeben und ist nach Rumänien gezogen, damit sie sich vor Ort besser um die Hunde kümmern kann", erklärt Turna.

Auf dem Schutzhof in Rumänien dürfen sich die Hunde erholen 

Auf dem Schutzhof der Animal Hope &  Liberty in Timișoara finden viele Hunde eine Bleibe. Turna sagt: "Wir nehmen uns auch vieler Härtefällen an. Die hätten ohne uns keine Überlebenschance." Und die kommen dann nach Deutschland? Nicht unbedingt: "Wir sind keine Vermittlungsmaschine. Unser Ziel ist es im Gegensatz zu vielen anderen nicht, alle Hunde, die wir versorgen, nach Deutschland zu bringen. Bei manchen macht das auch keinen Sinn. Aber auf unserm Hof, dürfen sie friedlich leben und werden versorgt."

Bilder: Der Animal Hope & Liberty e.V. schützt die Fellnasen

180 Hunde leben zurzeit auf dem Hof, darunter 40 Welpen. "Eigentlich sollten es nicht mehr als 80 werden. Aber du kannst ja nicht wegschauen. Und mittlerweile werden die Hunde sogar bei uns abgegeben." 

Viele Tierliebhaber bemängeln, dass das Leid der Hunde in Rumänien nie ein Ende haben wird, solange es in Deutschland Vereine gibt, die Hunde von dort wegholen. Turna sieht das anders: "Würden wir keine Hunde mehr retten, würde sich das Problem nicht lösen. Die Hunde würden in den Tötungen und den öffentlichen Sheltern nur noch enger zusammengepfercht und weniger gefüttert werden. Ob die Hunde aufeinander losgehen, weil der Raum zu eng und die Nahrung zu knapp ist, ist den Verantwortlichen vollkommen gleich." 

Wenig Freizeit: Um die Hunde aus Rumänien zu retten, opfern die Tierschützer viel 

Wer in Vollzeit arbeitet und dazu noch Tierschutz betreibt, hat kaum noch Freizeit. "Nach Feierabend dreht sich's meistens um die Hunde", verrät Turna und lacht dabei. Aufhören würde die Heilbronnerin auf keinen Fall. "Zu wissen, dass wir wenigstens ein paar Hunde retten können, gibt uns ein so schönes Gefühl. Wir würden das niemals aufgeben." Außerdem beobachten die Tierschützer nach und nach kleine Verbesserungen. "Dass Hunde bei uns abgegeben werden, ist viel besser, als dass sie erschlagen oder ausgesetzt werden. Auch das Thema Kastration wird endlich etwas bekannter in Rumänien." 

Auch wenn es noch Jahrzehnte dauern wird, bis die Situation der Hunde in Rumänien wirklich gut wird, geben die Mitglieder von Animal Hope & Liberty nicht auf. Turna: "Wir lernen geduldig zu sein und das Gute zu sehen. Und ein dankbarer Hundeblick ist unbezahlbar." 

Hunde in Rumänien unterstützen: Der Verein freut sich über jede Spende

Wer den Verein unterstützen möchte, darf sich gerne per Mail an die Verantwortlichen wenden. Natürlich sind die Tierschützer auf Spenden angewiesen. 

PayPal-Konto: spenden@animal-hope-and-liberty.de

Spendenkonto: 

Sparkasse Heidelberg
IBAN DE 39 6725 0020 0009 2290 51
BIC SOLADES1HDB

Auch im Tierheim Heilbronn warten viele Hunde auf ein Zuhause

Auch die Schicksale, die im Heilbronner Tierheim landen, gehen einem nahe. echo24.de hat einen Tag im Tierheim verbracht und hautnah miterlebt, was dort Alltag ist. 

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