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Stillstand statt Fortschritt? Heilbronn rutscht im Städte-Ranking 2022 ab

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Von: Kathrin Kuna

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Das Rathaus am Heilbronner Marktplatz am frühen Abend.
In Sachen Fortschritt und Weiterentwicklung hat Heilbronn laut Städte-Ranking 2022 der WirtschaftsWoche nachgelassen. © Dennis Mugler/Archiv

Heilbronn steigt im Städte-Ranking 2022 der WirtschaftsWoche ab. Was sagt die Studie über den Fortschritt und die Lebensqualität der Stadt?

In welcher Stadt lebt es sich am besten? Wer meint es wirklich ernst mit Fortschritt, Nachhaltigkeit und Weiterentwicklung? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Städte-Ranking 2022 der WirtschaftsWoche, das in Zusammenarbeit mit IW Consult und ImmobilienScout24 jedes Jahr veröffentlicht wird.

Auch Heilbronn steht mit im Vergleich aller kreisfreien Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern in Deutschland, die in puncto ökonomischer und sozialer Entwicklungen auf Herz und Nieren überprüft werden.

Heilbronn im Städte-Ranking 2022: Gute Arbeitsplatzversorgung und Erschwinglichkeit auf dem Wohnungsmarkt

Das Städte-Ranking 2022 der WirtschaftsWoche umfasst verschiedene Rubriken. Eines davon ist das „Niveau-Ranking“. Dieses untersucht, wie gut es sich in einer Stadt lebt, wohnt und arbeitet und wie es um die wirtschaftliche Lage steht. Zu den einzelnen Faktoren, die dafür herangezogen werden, zählen beispielsweise die Mietpreise, Kita- oder Pendlerquoten.

Heilbronn nimmt im „Niveau-Ranking“ den Platz 14 ein. Insgesamt werden in der Studie 71 Städte miteinander verglichen. So schlecht scheint es um Heilbronn also nicht zu stehen. Besonders gut schneidet die Stadt bei der Arbeitsplatzversorgung (Rang 2) ab, nur Ingolstadt steht in diesem Punkt noch besser da. Positiv ist auch der Erschwinglichkeitsindex (Rang 4), also wie hoch der Anteil der Wohnkosten am Einkommen ist.

Der Heilbronner Hauptbahnhof.
In Heilbronn steht es laut Städte-Ranking 2022 der WirtschaftsWoche gut um die Arbeitsplatzversorgung und den Erschwinglichkeitsindex. © Archiv

Gedämpft wird die gute Leistung von Heilbronn, was das „Niveau-Ranking“ angeht, allerdings durch die Abiturquote (Rang 65) und die Kitaquote für unter 3-Jährige (Rang 59). Geht es nach der Studie, besteht also dringender Handlungsbedarf, was die Betreuung und Ausbildung von jungen Menschen angeht!

Heilbronn im Städte-Ranking 2022: Stillstand statt Fortschritt?

Eine weitere Rubrik ist des Städte-Rankings ist das „Dynamik-Ranking“. Dabei wird untersucht, wie gut sich eine Stadt weiterentwickelt: Die Veränderung innerhalb der letzten fünf Jahre steht hierbei auf dem Prüfstand. Doch was den Fortschritt angeht, rutscht Heilbronn ab. Holte sich die Stadt im vergangenen Jahr noch Platz 2, ist es jetzt nur noch Platz 18. Was ist passiert?

Berlin
Was den Wohnungsneubau angeht, schneidet Heilbronn im Städte-Ranking der WirtschaftsWoche mit Rang 68 sehr schlecht ab. © Monika Skolimowska/dpa

Positiv hervorgehoben im „Dynamik-Ranking“ wird die Anzahl der Jobs in den „wissensintensiven Dienstleistungen“. Heilbronn belegt hierbei Platz 2 der deutschen Städte. Ausgestochen wird die Stadt in diesem Punkt nur noch von Erlangen. Auch mit seinem Anteil an Hochqualifizierten belegt Heilbronn Rang 12.

Das große Aber: Laut Städte-Ranking 2022 liegen die besonderen Schwächen von Heilbronn, was die Weiterentwicklung der Stadt angeht, vor allem im Wohnungsneubau. Hier kann die Stadt nur Rang 68 belegen! Auch der Anteil an Privat Überschuldeten ist laut der Studie zu hoch. Was das angeht, belegt Heilbronn Rang 64.

Heilbronn im Städte-Ranking 2022: Elektro-Tankstellen und Solarleistung sorgen für Nachhaltigkeit

Eine letzte Rubrik des Städte-Rankings 2022 untersucht den „Nachhaltigkeitsindex“ der kreisfreien Städte. Das betrifft nicht nur die Klimaneutralität, sondern auch das Soziale und das Entwicklungspotential einer Stadt, zum Beispiel durch das Wissen vor Ort, also durch Fachkräfte oder Forschungsinstitute.

Strom fürs Elektroauto: Hier ladet ihr in Heilbronn
Die Elektro-Tankstellen in Heilbronn werden im Städte-Ranking der WirtschaftsWoche positiv hervorgehoben. © dpa

Viele Punkte holt Heilbronn sich in puncto Nachhaltigkeit durch seine Elektro-Tankstellen. Auch die installierte Solarleistung wird in der Studie positiv hervorgehoben. Gedämpft werden diese freulichen Ergebnisse allerdings durch das schlechte Abschneiden von Heilbronn in Sachen Forschungsinstitute und Ingenieursdichte.

Insgesamt können sich die Heilbronner wohl zufrieden schätzen mit ihrer Stadt, auch wenn es in einigen Punkten sicherlich Optimierungspotential gibt. Diese Einschätzung bestätigt auch eine repräsentative Bürgerumfrage: Demnach ist die Lebensqualität in Heilbronn „befriedigend.“

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