Verhandlungen für Nachvermietungen laufen auf Hochtouren

Ladensterben? Jetzt spricht die Center-Managerin

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Alina Fischer erklärt, was derzeit in der Stadtgalerie los ist.
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Center-Managerin Alina Fischer beruhigt die Kunden. Die Verhandlungen laufen auf Hochtouren.

Die Aufregung um ein mögliches Ladensterben in der Heilbronner Stadtgalerie ist groß - bei Kunden und Händlern. Die zahlreichen Räumungsverkaufsschilder und die angeheizte Gerüchteküche sorgen für reichlich Gesprächsstoff. Jetzt reagiert Center-Managerin Alina Fischer: "Wir haben im März 2008 eröffnet. Die Standardmietverträge laufen über zehn Jahre, und viele enden eben jetzt im März. Entstehende oder bereits entstandene Leerstände sind daher als strategische Leerstände zu betrachten."

Heißt: Nicht immer wird ganz nahtlos ein passender Nachmieter gefunden. Es müssen viele verschiedene Faktoren Berücksichtigung finden.  Oder es dauert eben, bis die Bedürfnisse des neuen Geschäfts durch Umbauphasen und Planungen umgesetzt werden können. Fischer: "Es sind Prozesse, die nicht von heute auf morgen gehen. Es geht um die Interessen von Mietern, dem Immobilieneigentümer und um ein stimmiges Shopping-Center-Gesamtkonzept für unsere Center-Besucher." Und es sind immer verschiedene Einflüsse, die zu einer Schließung führen können. Im Fall Butlers zum Beispiel. Hier hat das Unternehmen sich dazu entschlossen, in ganz Deutschland Filialen zu schließen.  

Aktuell geht es in der Stadtgalerie um rund zwei Drittel der 75 Läden. Da gilt es, viel zu planen und viele Gespräche zu führen. Und Alina Fischer kann die Kunden beruhigen: "Wir sind in einer Umbruchphase. Wir stehen für viele Verkaufsflächen in Verhandlungen. Viele Verhandlungen sind auch schon abgeschlossen. Teilweise passiert die Nachvermietung auch schleichend, wie dies beim neu eröffneten Store Cookmal der Fall war, der auch sehr gut bei uns gestartet ist und sich über den Zuspruch der Kunden freut. Noch in diesem Quartal werden wir neue Geschäfte bekanntgeben. Viele bestehende Mieter verbleiben zudem auch in der Stadtgalerie."

Bildergalerie: Shoppen in der Heilbronner Innenstadt

Dass einige Unternehmen nicht in Frage kommen, liegt dabei auch an deren Anforderungen. So benötigen gewisse Textilfirmen für ihre Geschäfte eine Fläche von teils über 3.500 Quadratmetern. Fischer: "Da stoßen wir dann eben auch an unsere Grenzen." Die Verantwortlichen wollen für Kontinuität sorgen. Es geht um Nachhaltigkeit bei der Vergabe der Verkaufsflächen. "Es ist für uns eine große Herausforderung, die für Heilbronn und die Stadtgalerie richtigen Konzepte für die nächsten Jahre zu erarbeiten."

Dabei waren auch die Zehn-Jahres-Verträge ein Thema für einige Händler. Und auch da hat die Center-Managerin etwas dazu zu sagen: "Diese Laufzeit ist bei uns Standard. Das liegt auch daran, dass die Mietpartner selbst diese Laufzeiten einfordern, um ihre Ladenbauinvestitionen in einem angemessenen Zeitraum abschreiben zu können. Zudem möchten wir natürlich auch, dass sich Mitarbeiter in einem sicheren Anstellungsverhältnis befinden und wir damit auch qualifiziertes Personal im Sinne unserer Kunden in den Läden vorfinden. Mit dem Abschluss langfristig ausgerichteter Verträge sichern wir daher in der Regel die Qualität und den Betriebserfolg für alle Interessensgruppen."

Am Ende ist es aber auch einfach eine Verhandlungssache. "Wir gehen auf die Bedürfnisse unserer Partner durchaus ein und sind hier flexibel aufgestellt." Schade findet sie, dass die Gerüchteküche überhaupt angefangen hat zu brodeln. DENN: "Ich habe schon vor einiger Zeit genau aus diesem Grund eine wöchentliche Händler-Sprechstunde eingerichtet und im Haus kommuniziert. Hier kann man gewisse Bedenken ausräumen. Zudem bin ich Dienstleister für meine Mieter, bin stets gut erreichbar und habe ein offenes Ohr für alle Anfragen."

Fakt ist auf jeden Fall, dass die Kunden gespannt sein dürfen, welche neuen Geschäfte in Zukunft in der Stadtgalerie zum Shoppen einladen werden.

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