Spuckschutzhauben

Polizist bekam Spucke direkt ins Gesicht - neue Hauben sollen Ekel-Attacken verhindern

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Die Polizei Heilbronn wurde mit Spuckschutzhauben ausgestattet, die die Beamten vor Ekel-Attacken schützen sollen.
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Immer mehr Beamte bekommen fremden Speichel ab. Dagegen können sich die Polizisten in Heilbronn nun schützen.

+++ Update 10. April, 16 Uhr +++

Alle Polizisten in Baden-Württemberg werden mit besonderen Hauben ausgerüstet, um sich gegen Spuckattacken schützen zu können. Vorreiter: Heilbronn. Hier wurden die Beamten am heutigen Mittwoch mit den sogenannten Spuckschutzhauben ausgestattet. Die stoffähnlichen, luftdurchlässigen Teile können spuckenden Angreifern komplett über den Kopf gezogen werden. Sie kosten wenige Euro und werden nach dem einmaligen Gebrauch entsorgt. Thomas Strobl, der die Hauben in Heilbronn vorstellte, bezeichnete Spuckattacken als widerlich und ekelerregend. Der Innenminister sieht sie als Ausdruck einer steigenden Aggression in der Gesellschaft.

Ekel-Attacke: Polizist wurde im Streifenwagen bespuckt

Gerald Olma hat so einen Vorfall erlebt: Der Polizeihauptkommissar erzählte von einer Situation in einem Streifenwagen. Dabei begann ein betrunkener, aggressiver Mann, der auf der Rückbank saß, plötzlich, ihm ins Gesicht zu spucken. "Das ist so widerlich, so widerwärtig, wenn sie direkt die warme Spucke im Gesicht haben. Das wünsche ich wirklich keinem", sagte Olma, der heute als Pressesprecher arbeitet und den Journalisten die Anwendung der Hauben erklärte.

Der Heilbronner Polizeipräsident Hans Becker wies darauf hin, dass diese Attacken auch gesundheitsgefährdend für die Beamten sein könnten. Andere Bundesländer wie das benachbarte Rheinland-Pfalz haben Spuckschutzhauben schon länger im Einsatz. Im Praxistest in Baden-Württemberg seien die auf dem Markt befindlichen Hauben aber durchgefallen, sagte Strobl. Deshalb machte sich Baden-Württemberg dran, eigene Hauben zu entwickeln. "Das ist bedauerlich, dass man so etwas überhaupt einführen muss", sagte der Innenminister.

Spuckschutzhauben: "Beginn wird nicht erkannt, aber man kann Täter an der Fortsetzung hindern"

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) bezeichnete Spuckschutzhauben als unverzichtbar. "Leider ist es so, dass in der Praxis der Beginn einer Spuckattacke nicht oder spät erkannt wird. Aber man kann den Täter an der Fortsetzung hindern", teilte der Vizechef der DPolG in Baden-Württemberg, Daniel Jungwirth, mit.

Es sei auch schon vorgekommen, dass Angreifer es darauf anlegten, einem Polizisten direkt in den Mund zu spucken. Dabei seien Spuckattacken nur ein Teil von diversen Ekelkontakten, die die Polizisten täglich erlebten. Die DPolG fordert deshalb eine "Ekelzulage" für Beamte.

Eklige Spuckattacken gegen Polizisten: Können auch Körperverletzung sein

Die Polizeipräsidien können nun entscheiden, wie viele Hauben sie bestellen wollen. 2018 sind nach Angaben des Innenministeriums mehr als 600 Polizisten im Südwesten Opfer von Spuckattacken geworden. 2017 waren es noch 493 Opfer. Nach Angaben des Innenministeriums fällt Bespucken unter den Straftatbestand der Beleidigung. Wenn die Attacken auch körperliche Auswirkungen - wie etwa Brechreiz - beim Beamten haben, kann dies auch eine Körperverletzung sein.

Insgesamt steigt nach Zahlen des Innenministeriums die Gewalt gegen Polizisten - im vergangenen Jahr um zehn Prozent auf 4767 Fälle. Im Polizeivollzug in Baden-Württemberg arbeiten rund 25 000 Beamte.

+++ Update vom 10. April, 11 Uhr +++

Unsere echo24.de-User sind schockiert über die neuen Spuckschutzhauben der Polizei. Viele können es nicht fassen, dass dies überhaupt notwendig ist. Patricia Brunnengräber: "Ich finde es traurig, dass sich die Polizei solche Hauben überhaupt aufsetzen muss. In unserer Gesellschaft sollte man doch meinen, dass man sich Anderen gegenüber zivilisiert benimmt. Was bitteschön rechtfertigt es, anderen ins Gesicht zu spucken?"

In Hamburg werden Spuckhauben bereits eingesetzt. Nun bekommen auch die Polizisten in Baden-Württemberg diesen Schutz.

Viele zweifeln auch den Sinn des Spuckschutzes an. "Ist das ein Aprilscherz?", fragt Beate Beyer. Simon Mayer schreibt: "Klar, man weiß auch immer dass man in 2 Minuten bespuckt wird und zieht sich das Teil über den Kopf." Daniela Miosga schlägt als Alternative vor: "Spucker festnehmen und 1.000 Euro für Reinigung."

Nach dem sich die Spuckattacken gegen Polizisten häuften, sind sie nun mit den Spuckschutzhauben unterwegs, die sie vorsorglich im Bedarfsfall einem potentiellen Spucker überziehen können.

+++ Ursprungsmeldung, 10. April, 6 Uhr +++ Polizei Heilbronn: Innenminister übergibt Spuckschutzhauben

Die Zahl der Spuckattacken auf Polizisten in Baden-Württemberg ist zuletzt deutlich gestiegen. Mehr als 600 Beamte wurden 2018 Opfer dieses ekligen Vorgehens. Ein Jahr davor waren 493 Polizisten betroffen. Richtig "angespuckt" wurden im vergangenen Jahr sogar 249 Polizisten.

Um diese vor dem fremden Speichel zu schützen, wird es für die Beamten jetzt Spuckschutzhauben geben. Innenminister Thomas Strobl übergibt diese heute im Polizeipräsidium Heilbronn. Mit dabei hat er dann übrigens auch Bodycams, mit denen die Polizei Einsätze dokumentieren kann.

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