Ganz schön traurig

So dreist lügen Tierhalter

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Wenn das Tier weg muss, entwickeln viele plötzlich eine "Allergie". Es gibt aber auch sehr kreative Ausreden...  

Die Kleinanzeigen sind voll davon: "Schweren Herzens müssen wir uns von unserem geliebten Vierbeiner trennen...“ Jedem Tierfreund geht das Herz auf, schließlich muss da jemand ganz unfreiwillig und vor allem unschuldig(!!!) seine Fellnase abgeben. Denkste! So mancher, der im Tierschutz arbeitet, kann ein Schnauben bei einigen Begründungen nur schwer unterdrücken.

Silke Anders, Vorsitzende des Tierschutzvereins Heilbronn, betont, dass sie selten einem Tierhalter etwas nachweisen können und es sich um starke Vermutungen handelt. "Aber so viele ’Allergien’, wie sie die Tiere bei uns auslösen, gibt’s doch auf der ganzen Welt nicht“, sagt Silke Anders.

Die Tierschützerin berichtet von vielen sogenannten "Fund-Tieren". Anders: "Wir sind froh, um jedes Tier, dass bei uns ankommt, statt irgendwo zu verwahrlosen. Allerdings ist es erstaunlich, wie viele Tränen manche Menschen vergießen, wenn sie ein Tier bei uns abgeben, dass sie nach eigener Aussage erst zwei Stunden zuvor gefunden haben. Manchmal wissen die Menschen auch überraschend viel über die Tiere, die sie gefunden haben. Kastration, Geschlecht, Vorlieben..."

Auch Krankheiten und Macken der Fellnasen sind oft ein Grund für deren Einzug im Tierheim. "Das Problem ist ja, dass viele erwarten, dass ihr Tier perfekt funktioniert. Wenn jemand kommt und uns ein Problem schildert, geben wir manchmal Tipps, womit man es versuchen könnte, aber an der Reaktion sieht man dann, dass die Entscheidung zur Abgabe längst getroffen wurde." Außerdem erklärt Anders, dass viele Krankheiten mit Medikamenten so gut zu behandeln sind, dass ein Tier nur selten deshalb ins Tierheim muss. 

Tragisch

Oft wird auch bis zur letzten Minute verdrängt, dass Halter sich von ihrem Tier trennen müssen. "Wir haben mehrfach Fälle, bei denen es dann heißt 'Morgen werden ich zwangsgeräumt.' - Da ist es keine Ausrede, sondern die Halter wollen den Verlust nicht wahrhaben." 

Den Tierschützern ist es letztendlich egal, warum ein Tier zu ihnen kommt. "Hier haben sie wenigsten eine zweite Chance und finden vielleicht ein liebevolles Zuhause." 

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