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„Angespannte Lage“ in SLK-Klinik – Patienten schlafen zeitweise auf dem Gang

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Von: Kathrin Kuna

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Heilbronn: Dreiste Diebe beklauen immer wieder Krankenhaus-Patienten
Die SLK-Klinik am Gesundbrunnen in Heilbronn. © Mugler/Archiv

Das SLK-Klinikum in Heilbronn ist überbelegt. Zudem fehlt es an Personal. Ein vermeintliches „Flugblatt“ heizt die Lage weiter an.

Die Lage im SLK-Klinikum in Heilbronn ist derzeit äußert angespannt. Wie Mitarbeitende gegenüber dem „SWR“ äußerten, sei die Klinik am Gesundbrunnen so stark überbelegt, dass Patienten fast jede Nacht auf dem Gang schlafen müssten. Der „Heilbronner Stimme“ wurde ein vermeintliches „Flugblatt“ übermittelt, in dem der Betriebsrat harte Vorwürfe gegen die Geschäftsführung der Klinik machen soll.

Harte Vorwürfe seitens der Klinik-Mitarbeitenden: Ein „Flugblatt“ des Betriebsrates?

In dem „Flugblatt“, das der „Heilbronner Stimme“ vorliege, sei die Rede von einer hohen Arbeitsbelastung der Klinik-Mitarbeitenden sowie von einem hohen Patientenaufkommen. Auch die Gefährdung der Arbeitssicherheit und des Brandschutzes werde darin beklagt. Auf Anfrage von echo24.de erklärt die Pressestelle der SLK-Kliniken: Ein „Flugblatt“ soll es so nicht gegeben haben.

Vielmehr handle es sich um eine interne Mitarbeiterinformation, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war. Wie diese Informationen der SLK-Mitarbeitenden an die „Heilbronner Stimme“ gelangt sind, sei weder der Klinik noch dem Betriebsrat bekannt, betont die Pressestelle.

SLK-Klinikum räumt ein: Patienten müssen temporär auf ein Bett warten

Die SLK-Kliniken bestätigen aber auch, dass die Lage derzeit angespannt sei. Bereits die Vorweihnachtszeit sei im Klinikum am Gesundbrunnen in Heilbronn von einem „außergewöhnlich hohen Patientenaufkommen und wiederholt deutlich spürbaren Personalausfällen gekennzeichnet“ gewesen. Gegenwärtig erreiche das Klinikum punktuell seine Auslastungsgrenze.

Vor diesem Hintergrund komme es vor, dass Patienten temporär auf ein Bett warten müssten und dann zunächst auf einem Bett im Stationsgang oder in einem Funktionsraum liegen würden, bis ein Bett im Zimmer frei werde. Es könne derzeit auch „in absoluten Ausnahmefällen“ passieren, dass die Patienten die Nacht auf dem Flur verbringen müssten. „Keinesfalls aber ist dies die Regel und auch nicht so eingeplant“, teilen die SLK-Kliniken mit.

Ein „Dilemma“ an den SLK-Kliniken: Aufgrund des Fachkräftemangels müssen Operationen verschoben werden

Die SLK-Kliniken würden derzeit alles versuchen, um alle Patienten bestmöglich zu versorgen, die auf dringende medizinische Hilfe angewiesen sind. Weiter heißt es: „Eine solch angespannte Lage, wie sie derzeit vorherrscht, ist jedoch nicht planbar. Vielmehr kamen und kommen Belastungs- und Belegungsspitzen in Krankenhäusern situativ immer wieder vor.“

Werner Seeger vom Uniklinikum Gießen erklärt: "Drei oder mehr Wochen intensivmedizinische Behandlung mit künstlicher Beatmung stellen eine große Belastung für den Allgemeinzustand dar, mit einem erheblichen Verlust an Muskelmasse, Körpergewicht und Fitness."
Betten stehen auf dem Flur: Wegen Überbelegung kommt es vor, dass Patienten in Heilbronn kein Platz mehr im Zimmer finden. © Symbolbild/Fabian Sommer/dpa

Vor allem während der Corona-Pandemie habe sich das Problem des Fachkräftemangels spürbar verschärft. Die SLK-Kliniken sprechen von einem „Dilemma“: „Eine hohe Anzahl von Patienten muss mit einer geringeren Anzahl an verfügbarem Personal bestmöglich versorgt werden“, teilen sie mit.

Um die Sicherheit der Mitarbeitenden und der Patienten zu gewährleisten, würden die SLK-Kliniken tagesaktuell auf die sich immer wieder neu veränderte Situation reagieren. Das bedeute auch: „Wir verschieben beispielsweise geplante Operationen dann, wenn es medizinisch möglich ist.“

Website des SLK-Betriebsrates aufgrund eines technischen Problems zwischenzeitlich nicht aufrufbar

Der Bereich des Betriebsrates auf der Website der SLK-Kliniken war zwischenzeitlich für einige Stunden nicht aufrufbar. Einen Zusammenhang zu den aktuellen Berichten in den Medien erkennt die Pressestelle des Klinikums aber nicht. Es habe ein technisches Problem vorgelegen, das im Zusammenhang mit strukturellen Veränderungen auf der Website aufgetreten sei. Das Problem ist mittlerweile gelöst, die Seite wieder erreichbar.

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