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Nach Schüssen in Heilbronn: Täter muss den Großeinsatz bezahlen

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Von: Lisa Klein

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Ein Mann schoss im Oktober mit einer Schreckschusswaffe in Heilbronn um sich und löste einen SEK-Einsatz aus. Der Täter ist wieder auf freiem Fuß – und muss nun den Großeinsatz zahlen.

Update vom 1. November: Am 20. Oktober löste ein Mann in Heilbronn einen Großeinsatz aus: Schwer bewaffnete Polizeieinsatzkräfte und ein Spezialeinsatzkommando rückten aus. Der 34-Jähriger hatte am Abend mit einer Schreckschusswaffe, einem „authentischen Nachbau einer Maschinenpistole“, im Bereich des Experimenta-Parkhauses mehrere Schüsse abgegeben. Anschließend lief er von dort zu einem Gebäude in der Lohtorstraße und verbarrikadierte sich.

Der Einsatz dauerte mehrere Stunden, bis der Mann festgenommen werden konnte. Anschließend wurde der 34-Jährige wieder auf freien Fuß gelassen – der Verstoß gegen das Waffengesetz reicht nicht aus für eine Inhaftierung. Verantworten muss sich der Mann nun nach den Schüssen in Heilbronn trotzdem. Jetzt ist klar: Er muss die Kosten für den Großeinsatz übernehmen, wie der SWR berichtet. Die Kosten liegen laut Polizei mindestens im mittleren vierstelligen Bereich.

Täter nach Schüssen in Heilbronn wieder frei: Wer trägt jetzt die Kosten?

Erstmeldung vom 21. Oktober: In der Heilbronner Innenstadt haben Schüsse am Donnerstagabend einen Großeinsatz ausgelöst. Der Bereich Lohtorstraße /Gerberstraße wurde weiträumig abgesperrt. Laut Polizei hat ein 34-jähriger Mann gegen 20 Uhr im Bereich des Experimenta-Parkhauses mit einer Schreckschusswaffe mehrere Schüsse abgegeben. Anschließend lief er von dort zu dem Gebäude in der Lohtorstraße und trug dabei „einen authentischen Nachbau einer Maschinenpistole“ offen bei sich. Gegen 23.30 Uhr dann die Entwarnung: Der 34-jährige Mann konnte festgenommen werden, wie echo24.de am Abend live berichtete. 

Die Polizei gab am Freitag weitere Details zum genauen Ablauf bekannt – und ließ den Täter wieder frei. Nun fragen sich sicher einige: Weshalb wurde der Mann von der Polizei wieder auf freien Fuß gesetzt? Und: Muss der 34-jährige Mann nun die Kosten für den Großeinsatz zahlen? echo24.de hat nachgefragt.

Weshalb ist der Täter nach den Schüssen in Heilbronn wieder auf freien Fuß?

Eine Polizeisprecherin erklärt auf echo24.de-Anfrage, dass die Gesetzesverstöße nicht für eine Verhaftung ausreichen. Neben dem Waffenmissbrauch wurden in der Wohnung des 34-jährigen Mannes, der um sich geschossen hat, Betäubungsmittel aufgefunden. Dem Täter kann „nur“ der Verstoß gegen das Waffengesetz und das Betäubungsmittelgesetz vorgeworfen werden.

Die Schreckschusswaffe wurde sichergestellt. Hätte der 34-Jährige gezielt auf Menschen geschossen und andere Personen verletzt, würde die Lage nun anders aussehen.

Schüsse in Heilbronn lösen Polizei-Großaufgebot aus: Muss der Täter nun die Einsatzkosten tragen?

In den sozialen Medien wurde berechtigterweise diskutiert, ob der 34-jährige Täter nun die Kosten für den Einsatz tragen muss. Schließlich dürfte der Großeinsatz am Donnerstagabend teuer werden: Schwerbewaffnete Polizisten, das Spezialeinsatzkommando, Rettungskräfte und die Feuerwehr waren am Abend in der gesamten Innenstadt im Großaufgebot unterwegs.

Wie eine Sprecherin der Polizei Heilbronn gegenüber echo24.de erklärt, wird derzeit geprüft, ob und welche Kosten der 34-jährige Mann übernehmen muss. Dabei spielen mehrere Faktoren eine Rolle, bei der Kostenübernahme handelt es sich um Einzelfallentscheidungen.

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