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Erneut Schüsse in Heilbronn: Jugendliche feuern Softairwaffen in Parkhaus ab

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Von: Lisa Klein

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Das Foto der Polizei zeigt zwei Softair-Pistolen.
In Heilbronn sollen Jugendliche mit Softairwaffen in einem Parkhaus geschossen haben. (Symbolbild) © picture alliance / dpa | Polizei

Mehrere Jugendliche haben am Freitag einen Polizeieinsatz ausgelöst: Sie sollen in einem Heilbronner Parkhaus mit Softairwaffen geschossen haben.

Eigentlich sollten es die Jugendlichen vor allem nach dem SEK-Einsatz wegen der Schüsse in Heilbronn am Donnerstag (20. Oktober) besser wissen. Wie die Polizei am Samstag mitteilt, sollen Jugendliche mit Softairwaffen in einem Heilbronner Parkhaus in der Allerheiligenstraße geschossen haben. Die Stadtgalerie befindet sich dort.

Am Freitagnachmittag wurde ein Sicherheitsdienst darauf aufmerksam, dass mehrere Jugendliche im Bereich des Parkhauses mit Schreckschusswaffen hantierten. Bei der sofortigen Überprüfung durch mehrere Streifen wurde festgestellt, dass die Jugendlichen offensichtlich mit Softairwaffen auf einer Parkebene des Parkhauses geschossen hatten.

Ein 16-Jähriger wurde von den Beamten in Gewahrsam genommen und seinen Eltern übergeben. Nach dem jetzigen Ermittlungsstand wurden durch die Jugendlichen weder Personen verletzt, noch Gegenstände oder Autos beschädigt. Abgesehen davon, dass Schüsse – egal aus welcher Waffe – für eine Massenpanik sorgen können, vor allem, da sich schnell auch Fake-News verbreiten, sind Softairs und Schreckschusswaffen alles andere als ungefährlich.

Jugendliche schießen mit Softairwaffen in Heilbronner Parkhaus – nicht ganz ungefährlich

Doch was sind Softairwaffen eigentlich? „Softair-Waffen sind Imitationen realer Schusswaffen, mit denen Plastikkugeln mittels Federkraft oder Luft- bzw. Gasdruck verschossen werden können“, heißt es auf der Seite vom Zoll. Das tückische: Softairs sehen meistens täuschend echt aus.

Softairs gibt es in allen möglichen Varianten – von Pistole bis Maschinenpistolen. Je nach Modell gelten unterschiedliche rechtliche Vorgaben, was Erwerb, Besitz, Transport und das Führen der Waffen betrifft. Tatsächlich werden per Waffengesetz einige Softairwaffen als Spielzeug eingestuft, während leistungsstarke Varianten erlaubnispflichtig sind.

Softairwaffen: Von Spielzeugpistole bis echte Waffe – die Unterschiede

Softairwaffen mit einer Bewegungsenergie der Geschosse unter 0,5 Joule werden als Spielzeug eingestuft. Das gilt jedoch schon nicht mehr, wenn sie mit allgemein gebräuchlichen Werkzeugen so abgeändert werden können, dass die Bewegungsenergie höher liegt. Als Spielzeug eingestufte Sofairwaffen sind von den Vorschriften des Waffengesetzes in Bezug auf das Verbringen und die Mitnahme ausgenommen, erklärt der Zoll.

Außerdem gilt: Softairwaffen mit einer „Bewegungsenergie der Geschosse von mehr als 0,5 bis 7,5 Joule“ müssen mit dem „F-Kennzeichen im Fünfeck“ versehen sein und dürfen außerdem nur durch volljährige Personen verwendet werden. Softairwaffen, deren Geschosse eine Bewegungsenergie von mehr als 7,5 Joule erreichen, sind generell erlaubnispflichtig.

Schüsse mit Schreckschusswaffen lösen immer wieder Polizeieinsätze in Heilbronn aus

Durch die Geschosse können durchaus auch Menschen verletzt werden. Vor allem, wenn aus nächster Nähe mit den Plastikpatronen auf Personen gezielt und geschossen wird. Bei dem SEK-Einsatz nach den Schüssen in Heilbronn eine Woche zuvor wurde glücklicherweise niemand verletzt. Doch die Schüsse lösten am Donnerstag (20. Oktober) einen Großeinsatz aus, der dem Täter teuer zu stehen kommen kann.

Laut Polizei hat ein 34-jähriger Mann an dem Donnerstagabend gegen 20 Uhr im Bereich des Experimenta-Parkhauses mit einer Schreckschusswaffe mehrere Schüsse abgegeben. Anschließend lief er von dort zu dem Gebäude in der Lohtorstraße und trug dabei „einen authentischen Nachbau einer Maschinenpistole“ offen bei sich. Der 34-jährige Mann wurde gegen 23:30 Uhr zwar festgenommen, doch kurze Zeit später wieder auf freien Fuß entlassen, wie echo24.de berichtete.

Und damit noch nicht genug: Einsätze in Heilbronn gab es aufgrund von Schreckschusswaffen in den letzten Wochen vermeintlich häufiger. Auch am 17. Oktober schoss ein Mann in Heilbronn an einer Haltestelle um sich.

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