Album "Facing the Demon" kommt am 31. Mai

Nach Rückschlägen und Todesfällen: Stefan Zörner mit neuer Band zurück

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Semen Brik (Gitarre, von links), Carsten Sauter (Gitarre), Stefan Zörner (Gesang) und Sascha Beul (Schlagzeug) sind Reternity.
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Die Songs sind für den Heilbronner Sänger wie eine Selbstbefreiung.

Wenn alles droht, den Bach runterzugehen, private Schicksalsschläge und Todesfälle im direkten Umfeld einen völlig aus der Bahn werfen, dann ist die Versuchung groß, den Kopf in den Sand zu stecken. Und am liebsten davonzulaufen. Oder man macht es wie Stefan Zörner. Nach dem Ende bei den Metallern SpiteFuel im vergangenen Sommer warf sich das Heilbronner Rock-Urgestein sofort in den Fluss der Kreativität.

Stefan Zörner: Nach Lanfear und SpiteFuel kommt Reternity 

Er schrieb Songs wie ein Verrückter, fand schnell drei neue Mitstreiter und gründete die Band Reternity. Der 46-jährige Sänger, der auch schon bei Lanfear und Strangelet gesungen hat, erklärt: "Nach den vielen Rückschlägen gab es für mich nur eine Option. Voll nach vorne! Rumheulen kann jeder. Ich musste mir einiges von der Seele schreiben."

Das Booklet von "Facing the Demon" zeigt einiges fürs Auge.

Das Ergebnis dieser Selbstbefreiung erscheint am 31. Mai beim Nordheim-Nordhausener Label MDD Records: Das Reternity-Debüt-Album "Facing the Demon" umfasst elf Tracks – vom groovigen Stampfer "Stone to Mouth" über ruhige Instrumentals bis hin zu modernen Metal-Nummern à la "Tomorrow's History". Und wer zwischen den Zeilen liest, entdeckt verdammt persönliche Inhalte in den Songs.

Auch live lassen es Reternity richtig krachen.

"Down not broken" handelt davon, immer wieder aufzustehen, egal, wie sehr einem das Schicksal mitspielt. Zwar am Boden, aber eben nicht zerbrochen. Zörner: "Der Titelsong 'Facing the Demon' steht für die kompromisslose Auseinandersetzung mit sich selbst.

Reternity: Selbstbetrug oder Selbstbewusstsein?

Im Text frage ich den Hörer, welchen Weg er wählen möchte: Den einfachen des Selbstbetrugs oder den steinigen, an dessen Ende die Selbstermächtigung steht." Der Dämon im Titel steht als Symbol für die negative Seite, die jeder in sich trägt. Zörner: "Jeder kann entscheiden, ob er die Dunkelheit die Oberhand über sich gewinnen lässt."

Das Cover von "Facing the Demon" zeigt Durchsetzung und Erotik.

Und auch optisch hat das Reternity-Debüt einiges zu bieten: Im Video zum Song "Last Days of War" verwendet die Band Bilder aus dem Heilbronner Stadtarchiv, die die vom Krieg zerstörte Stadt Heilbronn zeigen. Im Kontrast dazu streift Stefan Zörner an markanten Punkten Heilbronns entlang und genießt den heutigen Frieden. Klar: Im Krieg gibt's nur Verlierer.

Dazu gibt es im CD-Booklet von "Facing the Demon" exklusive Illustrationen voller Erotik. Zörner: "Der Fotograf Thilo Schwendemann hat – zusammen mit Fetisch-Models – zu jedem Song ein inhaltlich passendes Bild geschossen." Wie auf dem Cover: Dort tritt eine in Lack und Leder gekleidete Amazone mit einem Schwert einem fiesen Monster entgegen. Und damit ist schon vor dem Einlegen der CD die Marschroute klar. Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

Information

Am Samstag, 11. Mai, treten Reternity erstmals auf – und zwar im Emma23 in Heilbronn. Zusammen mit den Rockern Dornenkönig aus Brackenheim feiern die Heilbronner ihre Debüt-CD. Und die gibt’s beim Konzert einmalig schon knapp drei Wochen vor der Veröffentlichung zu kaufen. Los geht's um 19 Uhr.

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