Ein Spürhund trieb die Ermittler voran

Rentnerin-Mord: Wie bewegte sich der Angeklagte fort?

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Gestern war der sechste Verhandlungstag im Mordprozess.
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35 Kilometer ohne Auto, ohne Fahrrad - öffentliche Verkehrsmittel kommen nicht in Frage. Wie kam der Angeklagte vom Tatort weg?

Am sechsten Prozesstag im Heilbronner Landgericht wird es für den Angeklagten im Untergriesheim-Mordfall immer enger. In zunehmendem Maß sprechen glasklare Indizien gegen ihn. Und das forensisch-toxikologische Gutachten bestätigt: Abubaker C. ist die Aufnahme von Cannabis nachzuweisen.

Weiterhin spitzt sich die Verhandlung zu. Nacheinander kommen Beweise ans Licht, die C. belasten. Ein Kriminalhauptkommissar der Heilbronner Polizei erklärt, dass ein cleverer Vierbeiner die Ermittlungen besonders vorantrieb: Polizeispürhund Max. Unter Verwendung eines Referenzgegenstandes, einer Socke von C., machte er sich auf die Suche nach der Fährte des Täters. Tatsächlich nahm er am Hauseingang der Getöteten eine Spur auf - und verfolgte diese bis zu den Bahngleisen in Untergriesheim.

Was jedoch unklar bleibt: Wie bewegte sich C. vom Tatort fort? Noch immer gibt es keinerlei Erkenntnisse, wie er in der Tatnacht von Heilbronn nach Untergriesheim - und von dort nach Neuenstein gelangte, wo er sich am Morgen des 19. Mai aufhielt. Immerhin beträgt diese Route stolze 35 Kilometer. Der Kriminalhauptkommissar, der die Videovernehmung mit C. durchführte, kann es sich nicht erklären: "Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist das nicht möglich." Vielleicht sei er mit dem Fahrrad gefahren? Der Angeklagte aber bestreitet diese Vermutung: "Ich habe doch gar keins."

Es spricht auch noch mehr gegen C.s Unschuld: Seit Ende 2013 ist er in Deutschland. In dieser Zeit gab es sechs Ermittlungsverfahren gegen ihn. Eine Kriminaloberkommissarin fand in seinen Akten unter anderem Delikte wegen Bedrohung, Diebstahls und des Handels mit illegalen Betäubungsmittel.

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