1. echo24
  2. Heilbronn

„Größtes Raubtier der Welt“ in BW – Experte sagt, was nicht passieren darf

Erstellt:

Von: Olaf Kubasik

Kommentare

Die Argentinische Ameise ist winzig klein, kann aber als invasive Art durch ein Phänomen komplette Ökosysteme zerstören.

Als Ende November der Anrufer von einem Ameisen-Befall in seiner Wohnung spricht, denkt Schädlingsbekämpfer Johann Ekov aus Heilbronn sofort an Pharaoameisen. Doch vor Ort stößt der Spezialist auf ein Insekt, dessen massives Auftreten er in Innenräumen noch nie zuvor gesehen hat. Ein Neozoe*, das planet-wissen.de als „größes Raubtier der Welt“ bezeichnet und das als große Gefahr für Öko-Systeme fernab seiner ursprünglichen Heimat gilt, wie echo24.de* berichtet: die Argentinische Ameise.

Da Argentinische Ameisen Allesfresser sind, können sie Krankheitsüberträger sein. Zum Beispiel, indem sie Lebensmittel kontaminieren. Das ist der Grund für Johann Ekov, der mit Timur Zhukenov Inhaber der Firma Effective Concept in Heilbronn ist, schnell zu handeln.

ArtArgentinische Ameise
TeilordnungStechimmen
Ursprüngliches VerbreitungsgebietArgentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay
Größe2,1 bis 5 Millimeter
NahrungInsekten, Aas, Nektar, Honigtau

„Größtes Raubtier der Welt“ erobert Baden-Württemberg: Argentinische Ameise

Und nach einer Inspektion aller Räume entlang der Laufwege wie bei der Bekämpfung von Pharaoameisen* ein Fraßgel aufzutragen, dessen Gift zeitverzögert wirkt. Ekov erklärt: „Die Arbeiterinnen tragen die Beute in ihre Nester, wo sie dann auch von den Königinnen und deren Brut verspeist wird.“

Eine Wand in einem Wohnhaus in Heilbronn mit starkem Befall der Argentinischen Ameise.
Argentinische Ameisen zerstören Ökosysteme und sind nun erstmals im Raum Heilbronn in Häusern aufgetaucht. © Johann Ekov/Effective Concept

Gefahr durch Argentinische Ameise: Schädlingsbekämpfer aus Heilbronn stellt Invasion fest

Nester? Königinnen? Ja, denn in Ländern, in die sie eingeschleppt worden, bekämpfen sich die verschiedenen Kolonien der Argentinischen Ameise nicht. Im Gegenteil: Sie verbünden sich zu Super-Kolonien - gleichsam einem sogar menschentötenden Artgenossen*. Und diese können unfassbare Ausmaße erreichen und sich über riesige Gebiete erstrecken. Die bislang größte bekannte Super-Kolonie Argentinischer Ameisen kam auf 6.000 Kilometer. Beim Kampf um Lebensraum und Futter handeln die Insekten gemeinsam - als Mega-Organismus. Mit der Fähigkeit, abseits ihrer eigentlichen Heimat, ganze Ökosysteme zu zerstören.

Einen Experten wie Johann Ekov irritiert, dass Argentinische Ameisen plötzlich vermehrt in Wohnräumen zu finden sind: „In Gärten oder auf Terrassen bekämpfen wir sie schon seit ein paar Jahren, aber das jetzige Verhalten ist neu.“ Der Einsatz in dem Wohngebäude im Stadtkreis Heilbronn bleibt deshalb nicht der einzige. Der erfahrene sowie zertifizierte Schädlingsbekämpfer* und sein Team werden zu weiteren Bekämpfungen in den Landkreis Heilbronn und nach Hohenlohe gerufen. Ekov: „Wir müssen mit dem eingeschleppten Schädling leben, aber dringend verhindern, dass er Super-Kolonien bildet.“

Invasive Ameise in der Region Heilbronn: Schlimme Schäden fürs Ökosystem befürchtet

Die Verbreitung der Argentinischen Ameise

Schlüpfende Königinnen, die durchschnittlich nicht ein Lebensjahr erreichen, werden sofort im Nest begattet. In ihrer Abwesenheit können sogar Arbeiterinnen unbefruchtete Eier legen, aus denen dann die Männchen schlüpfen. Die Super-Kolonien breiten sich in neu angelegten Nestern in der Nähe von alten aus. Bedeutet: eine jährliche Erweiterung um 150 Meter, wenn kein Einhalt geboten wird.

Normalerweise sind Hitze und Kälte die größten Feinde Argentinischer Ameisen. Deswegen sind die krabbelnden Insekten, die die Invasive Species Specialist Group der Weltnaturschutzunion als „eine der 100 schlimmsten Neobita weltweit“ eingestuft hat, in Baden-Württemberg nie groß in die Schlagzeilen geraten. Mit der Eroberung für sie überlebenswichtiger Wohnräume verändert sich die Situation allerdings dramatisch, wie Ekov weiß: „Das ist eine ganz andere Art der Bedrohung als die durch den Bau- und Fraßschädling Braune Wegameise*!“ *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN MEDIA.

Auch interessant

Kommentare