In Heilbronn-Neckargartach

Sie steigen in den Kanal im Kampf gegen unzählige Nager

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Georg Müller (von links), Martin Ott und Markus Wetzel lassen den Köder in den Kanal hinunter.
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Regelmäßig gibt es in Heilbronn Maßnahmen zur Ratten-Bekämpfung - echo24.de hat eine Kolonne bei ihrer Arbeit begleitet.

Drei Männer in Orange stehen vor einem Kanalschacht in der Mittelstraße in Heilbronn-Neckargartach: Georg Müller aus Erlenbach, Martin Ott aus Bad Friedrichshall und Markus Wetzel aus Mosbach sind für den Kanalbetrieb unterwegs und legen Ratten-Köder aus. Die Köder in Scheiben-Form werden an einem dünnen Draht befestigt und in den Kanal abgelassen. Danach wird der Kanaldeckel mit einer Sprühdose markiert und die Adresse in eine Liste eingetragen.

Strenge Gesetze

"Wir haben Aktionen im Früh- und Spätjahr, in denen wir Köder auslegen. Die Gesetzeslage ist dabei ganz klar: Erst, wenn wir Fressspuren am Köder erkennen können, darf das Gift benutzt werden. Das belastet schließlich auch das Abwasser", sagt Markus Wetzel. Nach zehn bis 14 Tagen kontrollieren die Männer den Köder. Falls es viel Fraß gab, wird der Köder erneuert. Wetzel: "Es kann vorkommen, dass bis zu drei oder vier Wochen lang Köder im Umkreis ausgelegt werden müssen, bis wir keine Spuren mehr feststellen."

Dabei zeigt der Giftstoff, den die Ratten über den Köder zu sich nehmen, erst nach etwa drei Tagen Wirkung. Die verwendeten Curattin-Rattenscheiben wirken als Blutgerinnungshemmer - die Inhaltsstoffe führen bei den Nagern zu innerem Verbluten. "Wenn das Gift sofort wirkt, merken die anderen Ratten, dass mit dem Köder etwas nicht stimmt und rühren ihn nicht mehr an", erzählt Wetzel. 

Müll-Problem

Ein großes Problem für die Ratten-Bekämpfung sind offener Müll und Essensreste, die achtlos auf die Straße geworfen werden. Denn das bedeutet einen Nahrungsüberschuss für die Nager. "Eine Ratte kann im Jahr sehr viele Junge bekommen, die dann selbst wieder früh geschlechtsreif werden. Es können bis zu 600 Tiere als Rudel unterwegs sein. Dazu kommt, dass sie bis zu 70 verschiedene Bakterien übertragen können, die auch für den Menschen gefährlich sein können", erklärt Georg Müller. Die Bekämpfung ist also keine angenehme Aufgabe, aber eine notwendige.

Auch wenn Heilbronn regelmäßig Maßnahmen zur Ratten-Bekämpfung durchführen muss, kann von einer Plage nicht die Rede sein. Wetzel: "Wir haben zum Beispiel hier in Neckargartach vielleicht zehn Leute, die über das Jahr verteilt anrufen und Ratten melden. Dabei kommen auf einen Einwohner sicherlich drei bis vier Tiere."

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