„Make out Life“ war mit XXXTentacion und Juice Wrld in Kontakt

Karriere-Tipps von Rap-Legenden für Nachwuchs-Musiker aus Heilbronn

  • Daniel Hagmann
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Schon früh nimmt „Make out Life“ Kontakt zu Künstlern auf, die heute milliardenfach gestreamt werden.

Berkay Kocak aus Nordheim-Nordhausen im Landkreis Heilbronn hatte schon als Zehnjähriger den richtigen Riecher: 2014 schrieb er einfach Jahseh Onfroy an. Den unter dem Pseudonym XXXTentacion als Rapper aktiven US-Amerikaner kannte damals kaum jemanden. „Er hatte nur 600 Twitter-Abonnenten“, erklärt Kocak. „Ich war aber schon ein riesiger Fan von ihm und habe angefangen, selbst Musik zu machen. XXXTentacion hat mir Tipps gegeben, wie ich mich verbessern kann.“

Auch mit dem US-Rapper Juice Wrld aus Illinois war der Nachwuchs-Musiker aus dem Landkreis Heilbronn in Kontakt – noch bevor dieser weltbekannt wurde. Und dann geschahen die Musiker-Tragödien: Im Juni 2018 wurde XXXTentacion erschossen, Juice Wrld starb im Dezember 2019 an einer Pillen-Überdosis. Mittlerweile sind die beiden toten Musiker US-Rap-Legenden, haben monatlich auf Spotify rund 30 Millionen Hörer. XXXTentacion hat mit mehreren Songs die Grenze von einer Milliarde Streams geknackt. Rapper Kocak: „Noch heute schreibe ich regelmäßig mit dem Vater von XXXTentacion, Dwayne Onfroy.“

Rap-Stars aus den USA geben Musiker aus Heilbronn Karriere-Tipps

Sowohl der Vater als auch die verstorbenen Rap-Stars aus den USA haben sich vor ihrem Tod die Songs des heute 17-jährigen Musikers aus dem Landkreis Heilbronn angehört. Der Tenor: Der Nachwuchs-Musiker hat Talent, soll unbedingt seinen eigenen Weg gehen und nicht seinen US-Rap-Idolen nacheifern.

Rap-Musik

Die Musikrichtung stammt aus der afroamerikanischen Kultur und zeichnet sich vor allem durch Sprechgesang auf rhythmische Hintergrundmusik aus. Populär wurde Rap in den USA in den 1980er Jahren durch Künstler wie Grandmaster Flash. Um die Jahrtausendwende ebneten vor allem Musiker wie Eminem, Dr. Dre, Snoop Dogg und 50 Cent dem US-Rap den Weg in den weltweiten Musik-Mainstream.
In Deutschland ist Rap-Musik derzeit die kommerziell erfolgreichste Musikrichtung. Zu den Künstlern und Gruppen mit den höchsten Umsätzen im deutschsprachigen Raum zählen die 187 Strassenbande, RAF Camora, Kontra K. und Capital Bra.

Unter dem Namen Make out Life veröffentlicht der Nachwuchs-Musiker aus dem Landkreis Heilbronn seit einigen Jahren seine eigenen Geschichten auf Rap-Beats. Die Texte handeln dabei von Freunden, die sich abwenden, Beziehungen, die in Depressionen enden und wie Geld Menschen verändert. Musikalisch mischt Make out Life zusammen mit seinem Produzenten Carloxxctxyy99 Rap mit R’n’B’ und Rock-Gitarren. Die Texte sind stets auf Englisch. Musik-Videos hat er noch keine veröffentlicht, sind aber derzeit in Planung.

Nachwuchs-Rapper aus Heilbronn: Mit Instagram-Influencern zu mehr Reichweite

Der 17-Jährige: „Musikalisch gibt es keine Grenzen. Ich möchte nicht die Wege meiner US-Rap-Idole gehen, sondern eigene Spuren hinterlassen. Mein Künstlername soll den Leuten Mut machen, etwas aus ihrem Leben zu machen.“ Aber auch andere Erfolgsgeschichten aus dem Raum Heilbronn machen Mut: Rapper Dramah zum Beispiel hat kürzlich den offiziellen Song für die türkische Mannschaft bei den olympischen Spielen in Tokio herausgebracht.

Ich möchte nicht die Wege meiner Idole gehen, sondern eigene Spuren hinterlassen.

Rapper Make out Life aus Heilbronn

Das kommt auch auf den Social-Media-Plattformen an: Auf Instagram hat der Musiker aus dem Landkreis Heilbronn 26.000 Abonnenten. Regelmäßig geht er mit Influencern wie Kristina Hagan (347.000 Abonnenten) auf Instagram live. „Wir reposten jeweils die Arbeiten des anderen, pushen uns so gegenseitig.“ Aber auch andere Musiker aus dem Landkreis Heilbronn arbeiten mit Szene-Größen zusammen: So hat etwa Brockmaster B. einen Song mit Eko Fresh aufgenommen.

Rap-Musik: Über Spotify-Playlisten zum Erfolg

Der größte Erfolg von Make out Life ist der Song „I don’t even speak Korean Lmao“. Das Stück hat plattformübergreifend mehr als 40.000 Streams erzielt. Mit seinem Rap-Talent ist der 17-Jährige nicht der einzige vielversprechende Nachwuchs-Musiker aus dem Raum Heilbronn. Jetzt möchte Make out Life in möglichst vielen Spotify-Playlisten berücksichtigt werden. Hoffentlich gelingt es ihm auch dabei, andere Wege zu gehen als XXXTentacion und Juice Wrld. Lebende Legenden sind wesentlich erfreulicher als tote.

Rubriklistenbild: © Daniel Hagmann

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