Prozessauftakt am Landgericht

Drei Angeklagte wegen Messerstecherei vor Gericht

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Das Heilbronner Landgericht.
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Wegen eines gewalttätigen Vorfalls im Dezember müssen sich die drei Angeklagten nun vor dem Heilbronner Landgericht verantworten.

Anfang Dezember 2016: Ein kühler Winterabend. Der Besuch in einer Heilbronner Gaststätte in der Nähe des K3 endete für eine Frau dramatisch. Auch für drei weitere Personen war der Vorfall an jenem Abend der Beginn für ihre heutige Anwesenheit beim Prozessauftakt im Heilbronner Landgericht - nun müssen sie sich verantworten.

Der Vorfall, welcher sich letztes Jahr abspielte, klingt wie ein Actionfilm. Allerdings ereignete sich das brutale Geschehen in der Realität - und das in Heilbronn. Unter anderem wird den Angeklagten H., W., und B. versuchter Totschlag, sowie gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

In der Nacht vom 1. auf den 2. Dezember 2016 soll die Zeugin das Lokal nach dessen Schließung verlassen haben. Einer der Angeklagten, der 45-jährige H., soll ihr daraufhin mit sexuellen Absichten gefolgt sein. Er habe die Frau belästigt, obwohl diese ihm unmissverständlich klarmachte, dass sie das nicht wolle. Daraufhin beleidigte H. sie.

Die beiden anderen Angeklagten, der 25-jährige B. und der 39-jährige W. sollen darauf aufmerksam geworden sein und kamen der Frau zur Hilfe. H. habe sich anschließend vom Geschehen entfernt. Gemeinsam mit der Zeugin sollen B. und W. eine andere Gaststätte betreten haben. Dann aber der Eklat: H. betrat das Lokal kurze Zeit später ebenfalls und zog ein Küchenmesser.

Er soll daraufhin den Angeklagten W. angegriffen und mit dem Messer in Richtung dessen Brustgegend gestochen haben. Beide fielen zu Boden - H. soll mindestens dreimal in Richtung W.s Kopf gestochen haben. Während des gesamten Vorfalls habe W. eine kleine Schnittverletzung am Kopf davongetragen.

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Wenige Sekunden später soll W. den 45-jährigen H. zu Boden gebracht und ihn dort fixiert haben. B. soll es daraufhin gelungen sein, H. das Messer zu entwenden. Obwohl H. bereits wehrlos am Boden lag, soll der Angeklagte W. ihm mindestens zehn Mal mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. An seiner Schlaghand befand sich dabei ein massiver Ring.

Danach habe W. zweimal einen Barhocker auf H.s Gesicht geworfen. Das alles schien nicht auszureichen: B. tat es seinem Komplizen gleich und schlug dem wehrlosen H. mindestens weitere zehn Male mit der Faust ins Gesicht. Durch das Geschehen soll der Angeklagte H. multiple Prellungen, mehrere Hämatome und Platzwunden, sowie eine Fraktur an der Nase erlitten haben.

Nun müssen sich alle drei vor Gericht verantworten: H. wegen versuchten Mords, W. wegen gefährlicher Körperverletzung und B. wegen vorsätzlicher Körperverletzung. Richter Roland Kleinschroth erklärt den Angeklagten am ersten Prozesstag: "Ihnen soll bewusst sein, dass die gesamte Tat von A bis Z auf Video aufgenommen wurde. Für uns ist das Glück - für sie ist das vielleicht Pech."

Der Richter will ihnen damit klar machen, dass von einer Notwehr im Handlungsfortgang nicht mehr gesprochen werden kann. Denn selbst als H. bereits hilflos am Boden lag, schlugen W. und B. weiter auf ihn ein. Zum Zeitpunkt des Geschehens standen alle Angeklagten unter dem Einfluss von Alkohol - bei W. wurde zusätzlich der Einfluss von Cannabis festgestellt.

Nach heutiger Verlesung der Anklageschrift wird der Prozess am 13.06.2017 im Heilbronner Landgericht fortgesetzt. Geladen sind drei Angeklagte, drei Verteidiger, acht Zeugen und zwei Sachverständige.

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