Ermittlungen dauern an

Heilbronner JVA-Bediensteter soll mit Gefangenen gehandelt haben - Anklage!

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In der JVA Heilbronn soll ein Bediensteter mit Gefangenen gehandelt haben.
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Die Staatsanwaltschaft Heilbronn hat gegen einen inhaftierten Bediensteten der Justizvollzugsanstalt (JVA) Heilbronn Anklage erhoben.

Aber: Warum? Der 37-Jährige soll zwischen Anfang 2016 und seiner Inhaftierung in diesem Juli in 23 Fällen gegen Geld Gefangene insbesondere mit Drogen und Mobiltelefonen versorgt haben. Ein Dealer! Die "Ware" erhielt der Beschuldigte nach vorheriger Absprache von Bekannten oder Verwandten der jeweiligen Gefängnisinsassen.

Die Staatsanwaltschaft legt dem Beschuldigten 23 Vergehen der Bestechlichkeit sowie Vergehen und Verbrechen des Besitzes von Drogen und der Beihilfe zum unerlaubten Handeltreiben damit und in einem Fall auch mit Arzneimitteln zur Last. Die Empfänger verkauften die Ware demnach teils an Mitgefangene, teils konsumierten sie sie selbst.

Der Angeklagte steht jedoch nicht alleine da! Auch gegen sechs weitere Bedienstete der JVA sowie gegen Inhaftierte, ehemalige Strafgefangene und Menschen aus deren Umfeld wurde ermittelt. Davon sind vier noch in Untersuchungshaft. Mittlerweile wurden drei dieser Verfahren abgeschlossen. Die Ermittlungen zum Gesamtkomplex dauern an.

Die mutmaßlich kriminellen Machenschaften von Beschäftigten hatten auch personelle Konsequenzen: Der JVA-Leiter musste seinen Posten räumen. In der JVA Heilbronn sind laut Ministerium 375 Gefangene inhaftiert und rund 200 Mitarbeiter beschäftigt.

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