Immer wieder Übergriffe

Aggressive Bisse, eklige Spuck-Attacken: Wie sich Polizei und Security wehren

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Polizei und Security-Mitarbeiter werden immer wieder bespuckt und bebissen
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Polizisten und Security-Leute erleben krasse Attacken: Immer wieder werden sie gebissen und bespuckt. Das ist alles andere als ein Kavaliersdelikt.

Mike Tysons irrer Ohr-Biss 1997 im Kampf gegen Evander Holyfield ist Sportgeschichte. Bei der Fußball-WM 2014 in Brasilien attackiert "Uruguay-Beißer" Luis Suárez den Italiener Giorgio Chellini. Anscheinend kommen immer mehr Sportler auf den Geschmack...

Traurigerweise haben diese Beispiele Schule gemacht. Als vergangene Woche beim Bockbierfest in Bad Friedrichshall-Hagenbach eine junge Frau nicht eingelassen wird, tickt sie aus, verbeißt sich schließlich im Oberarm einer Security-Mitarbeiterin – und lässt erst von ihr ab, als die Polizei hinzukommt. Eine weitere Beiß-Attacke muss am vergangenen Wochenende ein Polizist aushalten, der zu einer Rauferei in Schwaigern gerufen wird. Diesmal landet der Biss im Oberschenkel des Beamten

Polizei Heilbronn bespuckt und gebissen: Häufen sich die Fälle?

Stellt die Polizei eine Häufung der Fälle fest? Nein, berichtet Sinah Moll von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Heilbronn. "Das kommt immer mal wieder vor – leider." Die Polizei wird zu Einsätzen gerufen, muss Leute fixieren, und wenn weder Arme noch Beine bewegt werden können, kommt eben auch die Beißmaschine zum Einsatz. "Der Versuch wird mit Sicherheit wesentlich öfter unternommen, als dann tatsächlich gebissen wird", sagt Moll. 

Zum Glück ist es dadurch in ihrem Kollegenkreis in letzter Zeit nicht zu schwereren Verletzungen gekommen. Die Polizisten wissen sich auch zu wehren. "Die Kollegen sind geschult, wie sie eine Person auf Distanz halten können oder sich aus bestimmten Situationen befreien können", berichtet Moll. ABER: "Es gibt keine spezifischen Abwehrtechniken gegen Bisse."

Eklige und schmerzhafte Attacken gegen Polizisten: Es gibt einen Schutz

Gezielt schützen können sich die Beamten seit Anfang des Jahres gegen eine andere Oral-Attacke: Mit sogenannten Spuckschutzhauben werden Leute "gekrönt", die Ekel-Angriffe gegen Polizisten starten. Fremder Speichel ist dem ersten Anschein zwar höchst unangenehm, aber nicht so gefährlich wie ein schmerzhafter Biss. "Aber es geht ja auch um Krankheiten", erklärt Sinah Moll. "Das soll uns auch schützen."

Wenn ein Aggro-Beißer zugeschnappt hat, ist das kein Kavaliersdelikt. "Das ist als Körperverletzung einzustufen", erklärt Polizeisprecherin Moll. Kommt noch Waffeneinsatz dazu, handelt es sich sogar um eine schwere Körperverletzung. Im Paragraph 223 des Strafgesetzbuchs ist geregelt: Wer eine andere Person körperlich misshandelt oder an der Gesundheit schädigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

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