Verwirrung nach gekippter Osterruhe

Ostern 2021: Verwirrung wegen Corona-Regeln - die Beschlüsse

  • Melissa Sperber
    vonMelissa Sperber
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  • Christina Rosenberger
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Um die Corona-Maßnahmen zu Ostern in Baden-Württemberg herrscht Verwirrung. Was gilt und wie viele Personen darf man treffen?

Update vom 29. März: In einer Beschlussvorlage des Corona-Gipfels vom 22. März* war die Rede von einer Sonderregelung an Ostern mit gelockerten Kontaktregeln - dann war eine strenge Osterruhe vorgesehen, die kurz darauf jedoch wieder gekippt wurde. Und jetzt? In Baden-Württemberg gelten an Ostern keine speziellen Regeln, dafür hält die aktuelle Corona-Verordnung*, die seit Montag, 29. März, gilt, eine andere Überraschung bereit. Das berichtet echo24.de*.

Denn: Es gibt keine Verschärfung der Kontaktbeschränkung bei der „Notbremse“. Für Baden-Württemberg bleibt die allgemeine Regelung bestehen. Maximal fünf Personen aus nicht mehr als zwei Haushalten dürfen sich treffen. Dabei zählen Kinder bis einschließlich 14 Jahre nicht mit und Paare, die nicht zusammenleben, gelten als ein Haushalt. Das gilt auch für die kommenden Osterfeiertage.

Doch Vorsicht bei Autofahrten! Wer ab dem 29. März oder auch über die Osterfeiertage in Baden-Württemberg unterwegs ist, sollte unbedingt folgende Änderung der Corona-Regeln beachten: Bei Mitfahrten von haushaltsfremden Personen im Auto gilt für alle Insassen eine Maskenpflicht (medizinische Maske oder FFP2-/KN95-/N95-Maske). Paare, die nicht zusammenleben, gelten auch hier als ein Haushalt.

Oster in Baden-Württemberg: Kretschmann überrascht mit dieser Lockerung

Update, 26. März, 20.45 Uhr: Erst Osterruhe und harter Lockdown, nun Milde. Es ist eine krasse Wendung, die Winfried Kretschmann nach dem zunächst gescheiterten Corona-Gipfel nun für Baden-Württemberg vorsieht. Demnach soll es - wie ganz ursprünglich in der Beschlussvorlage zu besagtem Bund-Länder-Treffen vorgesehen - im Südwesten nun eine überraschende Lockerung über die Feiertag an Ostern geben, berichtet echo24.de*.

Wie ein Regierungssprecher der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, soll für die Lockerung sogar die Notbremse umgangen werden. Diese gilt normalerweise inzwischen in Städten wie beispielsweise Heilbronn*, die eine 7-Tage-Inzidenz von über 100 aufweisen. Über Ostern wird sie nun offenbar vom Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg ausgesetzt.

Trotz Notbremse sollen über die Ostertage gelockerte Kontaktbeschränkungen gelten. Dann könnten sich zwei Haushalte mit bis zu fünf Personen treffen. Die entsprechende Anpassung der Coronaverordnung müsse noch im Umlaufverfahren beschlossen werden und soll am Samstag verkündet werden, sagte der Sprecher. Es handle sich um ein Entgegenkommen gegenüber den Bürgern. Eigentlich sind mit Einsetzen der Notbremse nur Treffen von einem Haushalt mit maximal einer weiteren Person erlaubt.

Die Lockerung über Ostern hat aber auch in Baden-Württemberg Grenzen. Für Hochinzidenzregionen wie Schwäbisch Hall* würden strengere Regeln gelten. Der Kreis Schwäbisch Hall hat mit einer Inzidenz von 438,1 (Stand: 26. März) nach wie vor mit Abstand die höchsten Fallzahlen.

Oster in Baden-Württemberg: Notbremse gilt jetzt landesweit - Lockerung nicht

Mittlerweile liegt die 7-Tage-Inzidenz landesweit bei über 100. Derzeit gibt es in mehr als zwei Drittel aller Stadt- und Landkreise mehr als 100 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner in einer Woche. Bleiben die Werte drei Tage lang über diesem Grenzwert, müssen die Kreise Öffnungen etwa von Geschäften wieder rückgängig machen. Die sonstigen Regeln der Notbremse würden weiter greifen, sagte der Sprecher. Wenn die 7-Tage-Inzidenz an drei Tagen hintereinander den Wert 100 überschreitet, werde das Gesundheitsministerium die betroffenen Landräte anweisen, Regeln wie etwa Ausgangsbeschränkungen umzusetzen.

Ostern in Baden-Württemberg: Diese Regeln sollen gelten

Erstmeldung, 26. März, 10.45 Uhr: Osterruhe von Gründonnerstag bis Ostermontag? Dieser harte Lockdown über die Feiertage* ist vom Tisch. Wie echo24.de* berichtet, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die radikalen Maßnahmen kurz nach dem Beschluss wieder zurückgenommen, und sich mehrfach bei der Bevölkerung für die Verwirrung entschuldigt.

Doch was nun? Die Osterruhe ist vom Tisch, aber eine Alternative gibt es nicht. Deshalb sieht Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann jetzt einen „Riesen-Handlungsdruck“, die stark steigenden Corona-Infektionszahlen mit anderen Mitteln in den Griff zu bekommen. Denn die größte Frage bleibt: Welche Corona-Regeln gelten nun an Ostern?* Das berichtet auch bw24.de*. Am Donnerstag (25. März) stellte Kretschmann in Stuttgart fest: „Jetzt ist die Osterruhe weggefallen, aber es ist ja dafür noch gar kein Ersatz da.“

Oster-Regeln in Baden-Württemberg: Welche Corona-Maßnahmen werden über die Feiertage getroffen?

Jetzt müsse er sich wirklich den Kopf zerbrechen, was bis Ostern geschehen solle und was danach. Dass die 7-Tage-Inzidenz landesweit mittlerweile über 100 liegt, hilft da auch nicht gerade. Etwa die Hälfte aller Städte und Landkreise in Baden-Württemberg* liegt derzeit über dem Inzidenzwert von 100. Bleiben die Zahlen drei Tage lang über diesem Wert, dann müssen die Kreise zum Beispiel ihre Geschäfte wieder schließen.

Landkreise wie Schwäbisch Hall oder Hohenlohe* bereiten der Landesregierung wegen ihrer kürzlich explodierten Zahlen besonders Sorgen. Bleibt für die baden-württembergische Landesregierung nur die Hoffnung, dass nicht noch mehr Regionen mit ihren Inzidenzen so in die Höhe schnellen. Deshalb sagte Kretschmann, in einem ersten Schritt müsse die Regierung jetzt dafür sorgen, dass „die Notbremse auch gemacht und durchgesetzt wird.“

Oster-Regelung Baden-Württemberg: Das könnten Corona-Maßnahmen nach den Feiertagen sein

Dann müsse man sich anschauen, wie das Modellprojekt in Tübingen* laufe, bei dem mit massenhaften Tests mehr Öffnungsschritte ausprobiert werden. „Dann können wir nochmal gucken, was wir mit dem Erfahrungshintergrund machen können“, sagte Kretschmann. Denn auch der Landkreis Hohenlohe und die Stadt Neckarsulm* wollen mittlerweile Modellprojekt-Regionen werden.

In Tübingen läuft das aktuell so:

An neun Teststationen kann sich kostenlos getestet werden lassen, das Ergebnis wird bescheinigt. Mit dieser „Tagesbescheinigung“ kann jeder negativ Getesteter in Tübingen einen Tag lang seine Freiheiten genießen: in Läden, zum Friseur oder auch ins Theater und Museum gehen. Das „Testzertifikat“ gab es zunächst nur in Papierform – mittlerweile aber auch digital: als Armband mit QR-Code. Den kann der Getestete abscannen und auf einer Webseite bekommt er dann das Ergebnis angezeigt.

Ein negatives Ergebnis wird in Grün angezeigt. Damit können die Getesteten einkaufen gehen – und zwar auch in Läden, für die die Testpflicht gilt. Ist die Anzeige orange, müssen sich die Getesteten noch ein wenig gedulden. Bei einem positiven Ergebnis in Rot heißt es: Sofort zurück zur Teststation – und die nächsten Schritte erklären lassen. 

Eine weitere zentrale Frage ist für Kretschmann: Wie geht es nach Ostern weiter? Man müsse sich dringend überlegen, wie die Schule nach den Ferien aussehen soll, erklärte der Regierungschef. Am Mittwoch hatte er im Landtag angekündigt, Ziel sei, dass alle Kinder und Jugendlichen nach den Osterferien zumindest im Wechsel wieder in die Schulen dürfen. Doch die Entscheidung sei nicht einfach, weil die Mutanten auch bei jungen Menschen viel ansteckender seien* als das ursprüngliche Coronavirus. „Wir sind unter hohem Entscheidungsdruck.“ *echo24.de und *bw24.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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