Ein offenes Ohr für alle

Diese Heilbronner "Engel" helfen Menschen in Not

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Gerade im Winter sind viele Menschen auf ehrenamtliche Hilfe angewiesen.
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Gerade zur kalten Jahreszeit ist das Leben auf der Straße hart. Dann freut man sich besonders über eine Tasse Kaffee und einen Ort zum Aufwärmen. 

Karl-Heinz Hielscher aus Heilbronn-Biberach hat eine lange Reise vor sich. Die Weihnachtsfeiertage möchte er bei seiner Cousine in Magdeburg verbringen. Für die Fahrt mit dem Zug hat er sich bei der Heilbronner Bahnhofsmission Hilfe geholt. Hielscher: "Einen Koffer habe ich schon mit dem Paketdienst verschickt. Dann habe ich nicht so viel zu tragen. Denn ich muss insgesamt dreimal umsteigen."

Damit der Rentner auch gut ankommt, hat Mitarbeiterin Cordula Stölzel eine Umsteige-Hilfe in den jeweiligen Bahnhöfen organisiert. "Am besten sollte man es schon vorher ankündigen, dann können wir es im Vorfeld einplanen."

Heilbronner Bahnhofsmission bietet auch Reisebegleitung an

Die kirchliche Einrichtung Bahnhofsmission ist in vielen Städten vertreten und hilft Menschen bei den unterschiedlichsten Problemen. Sie ist eine Anlaufstelle für alle, die Hilfe brauchen oder in Not sind. Die Mitarbeiter sind geschult und wissen, was in Notsituationen zu tun ist.

Mitarbeiterin Cordula Stölzel mit Fahrgast Karl-Heinz Hielscher.

Neben den Mitarbeitern vor Ort am Bahnhof gibt es auch ehrenamtliche Reisebegleiter. "Viele Kinder nutzen diesen Service. Darunter zum Beispiel Scheidungskinder, die von einem Elternteil zum anderen pendeln. Ältere Menschen nehmen die Unterstützung weniger in Anspruch, da sie sich damit meist als Last für andere sehen", erklärt Mitarbeiterin Barbara Neder.

Aufgrund von Personalmangel kann immer nur ein Mitarbeiter vor Ort sein. Deshalb sucht die Bahnhofsmission immer wieder ehrenamtliche Mitarbeiter. Stölzel:"Für diese Tätigkeit sollte man fit sein und psychisch auch etwas aushalten können. Wir haben auch Mitarbeiter, die nur ein bis zweimal im Monat da sind. Wir sind über jede Hilfe froh."

So hilft die Heilbronner Bahnhofsmission

Aber auch Obdachlose kommen täglich vorbei, um eine Tasse Kaffee zu trinken, sich bei den kalten Temperaturen aufzuwärmen oder einfach mal, um Zeitung zu lesen. Die Mitarbeiter der Bahnhofsmission haben stets ein offenes Ohr. Stölzel: "Manche möchten auch einfach nur ein bisschen reden. Es werden verschiedene Themen angesprochen, wie zum Beispiel Eheprobleme, Geldsorgen, gesundheitliche Probleme und viele andere Dinge." 

Durchreisende, aber auch Dauergäste kommen in die Anlaufstelle. Bargeld erhalten die Gäste nicht. Zugtickets und Vesper werden nur in Notfällen finanziert, denn die Bahnhofsmission hat lediglich ein begrenztes Budget zur Verfügung und ist auf Spenden angewiesen.

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