Dieseldebatte erreicht endgültig die Region Heilbronn

Diesel-Schreiben: Erster Entwurf fragwürdig, zweiter macht Auto-Hersteller richtig wütend

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Die Diskussion um die Diesel-Fahrverbote geht jetzt erst richtig los.
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Diesel-Besitzer müssen in den nächsten Tagen mit einem Brief des Kraftfahrt-Bundesamt rechnen. Darin werden sie aufgefordert, ihr Fahrzeug zu tauschen.

Das Schreiben, das Diesel-Fahrer derzeit in Heilbronn und ganz Deutschland erreicht, sorgt für ordentlich Aufregung. Nicht nur bei den betroffenen Autobesitzern. Auch die Hersteller sowie ADAC und der Verband Internationaler Kraftfahrzeughersteller reagieren mehr als verärgert.

+++Update vom 10.01. 9:30+++

Die Berichterstattung über das Diesel-Schreiben des KBA hat in der Region Heilbronn für Aufregung gesorgt. Auf Nachfrage reagierten auch einige Hersteller verärgert.

Denn: Ganz offenbar arbeitete das Kraftfahrt-Bundesamt größtenteils im Alleingang. Olaf Meidt, Pressesprecher von Volvo Cars Deutschland, erklärte gegenüber echo24.de: "Uns ist das Schreiben seit Ende Oktober bekannt und der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller – zu dem alle Importeure gehören, die in Deutschland ausländische Fabrikate vertreiben – erbat einen Termin im Bundesverkehrsministerium mit einem Protest gegen das Schreiben. Doch wie wir sehen, hat unser Einspruch nicht viel bewirkt." 

Dieses Schreiben verschickt das KBA an Diesel-Besitzer in Heilbronn und ganz Deutschland.

Diesel-Schreiben: Opel und Ford außen vor

Verwunderlich auch: Opel und Ford - als deutsche Hersteller - sind in der Empfehlung des KBA für neue Fahrzeuge gar nicht aufgelistet. Auf Nachfrage von echo24.de wollte sich Opel nicht zu dem Schreiben äußern. Ford hingegen sieht das Schreiben weniger kritisch und teilt unserer Redaktion mit: "Dass im Briefkopf nur drei Hersteller erwähnt werden, sehen wir sportlich." Generell bleibt die Frage, warum eine staatliche Stelle wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) scheinbar Werbung für die drei selbsternannten Premiumhersteller macht.

Diesel-Schreiben: Erster Entwurf war fragwürdig

Auch die Frage der Legalität ist zwischenzeitlich wieder hochgekocht. Ein erster Entwurf, war offenbar juristisch kritisch.

Durch den neu eingefügten Passus -  „Es bleibt Ihnen natürlich unbenommen, sich auch bei anderen Herstellern über laufende Umtauschaktionen zu informieren.“ - ist das Schreiben formaljuristisch nicht zu beanstanden, wie ein Rechtsexperte unserer Redaktion erklärte.

Ein Geschmäckle hat die Sache trotzdem. Auf Nachfrage von echo24.de reagiert das Bundesverkehrsministerium ausweichend. Keine unserer Fragen wurde bantwortet. Das Ministerium verwaist lediglich darauf, dass das Ziel des Schreibens lediglich sei "Dieselfahrer eine möglichst uneingeschränkte Fahrt zu ermöglichen." Das KBA reagierte heute Nachmittag aufgeschlossener gegenüber echo24.de: "Der Grund, warum nur die drei genannten Hersteller erwähnt wurden, ist einfach erklärt: BMW, Daimler und VW haben dem Bundesverkehrsministerium verbindliche Zusagen für Prämien und Rabatte gemacht." 

+++Ursprungsmeldung: 9. Januar, 9:47 Uhr+++

Ein Schreiben des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) verheißt nie etwas Gutes! So auch bei einem Brief, den viele Dieselfahrer in den kommenden Tagen in der Region Heilbronn in ihrem Briefkasten finden. Besitzer älterer Euro 4/Euro 5-Diesel werden darüber informiert, dass ihr Fahrzeug in einer Region zugelassen ist, in der ein Stickstoffdioxid-Jahresmittelwert von mehr als 50 Mikrogramm/Kubikmeter Luft überschritten wird.

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Das KBA fordert Diesel-Fahrer in der Region Heilbronn zum Umtausch auf

Deshalb werden die Besitzer und Fahrer älterer Diesel jetzt von einer staatlichen Stelle zum Umtausch ihres Fahrzeuges aufgefordert, "um zur Verbesserung der Luft in Städten beizutragen und individuelle Mobilität weiter zu gewährleisten und Fahrverbote zu vermeiden."

Damit nicht genug: In dem offiziellen Schreiben fordert das KBA die Besitzer auf, die Umtauschaktionen der Hersteller wahrzunehmen. "Im Rahmen der Umtauschaktionen können betroffene Bürger Umtauschprämien, Leasingangebote oder Rabatte der Fahrzeughersteller in Anspruch nehmen, um im Rahmen einer Flottenerneuerung einen wirksamen und maßgeblichen Beitrag zur Reduzierung der Fahrzeugemissionen und zu einer Verbesserung der Luftqualität in unseren Städten zu leisten."

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