Fußball-EM: Protest gegen Diskriminierung

Zeichen der Toleranz: Heilbronner Rathaus erstrahlt in Regenbogenfarben

Regenbogenfahne
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Die Regenbogenfarben sind derzeit viel diskutiert.
  • Christina Rosenberger
    VonChristina Rosenberger
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Die Solidarität ist groß - auch Heilbronn macht sich gegen die Diskriminierung von LSBTTIQ-Menschen stark und beleuchtet das Rathaus heute Abend kunterbunt!

Es ist wohl das meistdiskutierte Thema dieser Tage - darf das Münchner Fußballstadion beim EM-Spiel Deutschland gegen Ungarn in Regenbogenfarben erstrahlen, oder nicht? Die UEFA hatte sich dagegen entschieden, denn sie sei „aufgrund ihrer Statuten eine politisch und religiös neutrale Organisation“, teilte der Dachverband mit. Doch während sich die Allianzarena heute (23. Juni) Abend neutral zeigen muss, haben mittlerweile viele andere Vereine, Städte und Organisationen angekündigt, sich in Regenbogenfarben zu hüllen.

Zur Fußball-Europameisterschaft: Heilbronns Rathaus erstrahlt in Regenbogenfarben

Unter anderem möchte die Stadt Heilbronn ein Zeichen für Toleranz setzen und lässt ihr Rathaus heute zwischen 21 Uhr und Mitternacht in bunten Farben leuchten. „Heilbronn ist eine vielfältige Stadt. Wir haben uns daher entschieden, als kleine, aber deutliche Reaktion auf die Entscheidung der UEFA, unser städtisches Rathaus in den Farben des Regenbogens zu illuminieren“, erklärte Oberbürgermeister Harry Mergel und machte sich für das Vorhaben stark.

So setzen wir ein Zeichen für die Rechte von LSBTTIQ-Menschen.

Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel

Mergel erklärte ganz klar: „Der Diskriminierung von bestimmten Gruppen oder Minderheiten darf kein Raum gegeben werden. Wir alle müssen täglich daran arbeiten, dass Toleranz und Respekt selbstverständlich sind.“ Deutschlandweit setzen sich heute Städte dafür ein, mit dem Regenbogen ein Zeichen für mehr Respekt für LSBTTIQ-Menschen zu setzen. München beispielsweise schafft dem UEFA-Verbot auf andere Art und Weise Abhilfe und schmückt einfach das Rathaus mit Regenbogenflaggen - außerdem wird das Windrad in unmittelbarer Nähe der Arena in Regenbogenfarben beleuchtet. Auch Unternehmen wie die Deutsche Bahn zeigen auf Social Media ihre Toleranz.

Regenbogen - ein Zeichen der Toleranz: Viele Fußballvereine Deutschlands machen mit

Des Weiteren sind einige deutsche Fußballvereine dabei - und beleuchten aus Solidaritätsgründen ihre Stadien in Regenbogenfarben. Unter anderem sind das die Fußball-Arenen in Berlin, Frankfurt, Düsseldorf, Köln, Wolfsburg und Augsburg. Zu der Aktion hatte Eintracht Frankfurts Vorstandssprecher Axel Hellmann über Twitter aufgerufen. „Wenn München am Mittwoch nicht darf, dann müssen eben die anderen Stadien im Land Farbe bekennen“, twitterte er Anfang der Woche und appellierte an die anderen Vereine: „Auf jetzt, Kollegen in der Liga. Der Deutsche Bank Park schaltet zum Spiel gegen Ungarn den Regenbogen an. Das Waldstadion bleibt bunt.“

Hintergrund der Proteste ist ein neu verabschiedetes Gesetz in Ungarn, das die Informationsrechte von Jugendlichen im Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität einschränkt. Ungarns Präsident Viktor Orban soll seine Reise zum Spiel Deutschland gegen Ungarn heute Abend indes abgesagt haben.

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