Verdächtiger wurde erschossen

Nach Geldautomaten-Sprengung: Mann (30) vor Landgericht Heilbronn

  • Jason Blaschke
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Im Kreis Ludwigsburg wurde im November 2020 ein Geldräuber von der Polizei erschossen. Das Urteil gegen dessen mutmaßlichen Komplizen könnte schon heute fallen.

Im vergangenen November versuchten zwei Männer in Erligheim im Kreis Ludwigsburg einen Geldautomaten zu sprengen. Eine aufmerksame Bankmitarbeiterin hatte laut eigener Aussage die mutmaßlichen Täter beim Ausspähen der Bankfiliale beobachtet und anschließend die Polizei alarmiert. Ein Einsatzkommando nahm daraufhin die Sparkasse ins Visier und schlug zu, als die beiden Männer mitten in der Nacht den Geldautomaten in die Luft jagen wollten.

Nach Geldautomaten-Sprengung: Urteil am Landgericht Heilbronn erwartet

Einer der mutmaßlichen Geldautomaten-Sprenger wurde von der Polizei erschossen. Er soll die Polizeibeamten angegriffen haben, heißt es von der Staatsanwaltschaft. Sein mutmaßlicher Komplize muss sich vor dem Landgericht Heilbronn verantworten. Heute stehen die Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung auf der Tagesordnung. Ein Urteil sei danach denkbar, teilte das Landgericht Heilbronn der Deutschen-Presse-Agentur DPA auf Anfrage vorab mit.

Nach dem getöteten 58-Jährigen war in der Vergangenheit schon europaweit wegen Geldautomatensprengungen und Einbrüchen gesucht worden. Denn: Bankautomatensprengungen sind in Deutschland keine Seltenheit. Laut Landeskriminalamt LKA hätten Kriminelle im vergangenen Jahr mehr als 40 Mal versucht, Geldautomaten in die Luft zu jagen. Die traurige Bilanz: Tresore von Banken wie im Kreis Ludwigsburg wurden 2020 so oft zum Ziel von meist unbekannten Panzerknackern, wie nie zuvor.

Die Richter am Landgericht Heilbronn befassen sich heute mit einem mutmaßlichen Geldautomaten-Sprenger, der 2020 mit einem Komplizen im Kreis Ludwigsburg aktiv war (Symbolbild).

Nach Geldautomaten-Sprengung: Diese Details sind zum Verdächtigen bekannt

Aber: In vielen Fällen gehen die Täter leer aus. Trotzdem wurden laut LKA 2020 etwa 1,5 Millionen Euro von Panzerknackern aus Geldautomaten entwendet. Der vor dem Landgericht Heilbronn angeklagte 30-Jährige aus dem westfälischen Lüdenscheid wurde nur wenige Minuten nach der Tat im November 2020 von der Polizei gestellt. Beide Männer sollen bereits wenige Wochen vor der Tat in Erligheim einen Geldautomaten in Besigheim (Kreis Ludwigsburg) gesprengt und geplündert haben.

Seine Teilnahme an der Tat in Besigheim bestreitet der mutmaßliche Komplize vor dem Landgericht Heilbronn. Für die Ermittler war der 30-Jährige ein bisher unbeschriebenes Blatt. Ob er heute in Heilbronn tatsächlich verurteilt wird, ist nicht sicher aber möglich. Im Falle einer Verurteilung könnte ihm eine mehrjährige Haftstrafe bevorstehen. Stand 28. Juni, 12:30 Uhr, ist noch nichts von einem Urteil bekannt. Weitere Informationen folgen.

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