Anteilnahme und Ärger über soziale Netzwerke verbreitet

Briefbomben-Explosion bei Lidl: Kollegen bauen einander auf - aber es gibt viel Wut

  • Julia Thielen
    vonJulia Thielen
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Nach der Explosion einer Briefbombe in der eigenen Zentrale erfährt Lidl zahlreichen Zuspruch. Kollegen aus ganz Deutschland wenden sich mit emotionalen Botschaften an die Mitarbeiter aus Neckarsulm.

Mehr als 100 Menschen waren am gestrigen Mittwochnachmittag, 18. Februar, unmittelbar vor Ort. Zu diesem Zeitpunkt explodierte in der Konzernzentrale von Lidl eine Briefbombe. Ihnen allen - insbesondere den Verletzten - gelten nach dem Schock-Erlebnis nun die Gedanken der Kollegen aus ganz Deutschland. Sie wenden sich mit emotionalen Nachrichten öffentlich an die betroffenen Mitarbeiter in Neckarsulm, wo Lidl seinen Hauptsitz hat.

Explosion bei Lidl in Neckarsulm: Wegen Briefbombe - Kollegen wütend

Die mehr als 100 Mitarbeiter erlebten gestern dramatische Szenen an der Zentrale von Lidl in Neckarsulm in Baden-Württemberg. Drei Menschen wurden verletzt. Zu den Folgen der Detonation der Briefbombe hat echo24.de mittlerweile neue exklusive Informationen aus Konzernkreisen erfahren. Doch nicht nur das dürfte Unternehmen und Kollegen geschockt haben. Nach der Explosion wurde das Gebäude geräumt, ein Großaufgebot von Einsatzkräften war im Einsatz. Sprengstoffspürhunde suchten anschließend nach möglicherweise weiteren verdächtigen Gegenständen. Glücklicherweise, ohne fündig zu werden.

UnternehmenLidl Stiftung & Co. KG
MutterkonzernSchwarz-Gruppe
HauptsitzNeckarsulm, Baden-Württemberg
Filialenrund 10.800 in 32 Ländern

Dennoch dürfte auch das nicht spurlos an den Mitarbeitern von Lidl vorbeigegangen sein. Seelsorger waren schon kurz nach der Explosion der Briefbombe an der Firmenzentrale im Einsatz. Obwohl viele Mitarbeiter zum Glück körperlich unversehrt blieben, könnten Schock und Angst tief sitzen. Auch davor, möglicherweise noch weitere gefährliche Post zu erhalten. Der Konzern wies seine Mitarbeiter jedenfalls bereits per E-Mail an, zunächst keine Briefe oder Pakete mehr zu öffnen. Bis zum Wochenende sind nun alle Gebäude von Lidl und der Schwarz-Gruppe, zu der der Discounter gehört, für den Zutritt gesperrt.

Nach Explosion von Briefbombe in Neckarsulm: Lidl-Kollegen mit emotionalen Botschaften an betroffene Mitarbeiter

Das beschäftigt längst nicht nur die Mitarbeiter in Neckarsulm. Kollegen von Lidl aus ganz Deutschland meldeten sich nach der Explosion der Briefbombe über die sozialen Netzwerke zu Wort. Sie sendeten mit emotionalen Botschaften Kraft an die Betroffenen und wünschten ihnen schnelle Genesung.

Ein Großaufgebot von Polizei und Rettungskräften ist nach der Explosion einer Briefbombe in der Lidl-Zentrale im Einsatz.

„Gute Besserung an alle Verletzten und Betroffenen“ oder „in Gedanken bei den Kollegen in Neckarsulm“ und „Alles Gute den Mitarbeitern in Neckarsulm und baldige Genesung und allen, dass sie diese feige Tat gut verarbeiten können. LG aus Bayern“ - solche Kommentare finden sich seit gestern zahlreich auf Facebook. Viele sprechen ihr Mitgefühl für die Betroffenen aus. Auch Kollegen aus der Nähe von Neckarsulm sind nach der Nachricht über die explodierte Briefbombe bei Lidl schockiert.

Lidl/Neckarsulm: Nach Explosion - auch Kaufland reagiert auf Briefbombe

„Nach dem gestrigen Anschlag in unsere Hauptzentrale Lidl Deutschland wünschen wir unsere Kolleginnen und Kollegen, die verletzt wurden und betroffen sind viel Gesundheit und gute Besserung. Wir denken an euch. Und wir sind gemeinsam stark, auch dies zu bewältigen. Passt auf euch auf. Liebe Grüße aus der Gesellschaft LIDL Bietigheim“, lautet eine der vielen emotionalen Botschaften der Lidl-Kollegen.

Sogar bei Kaufland ist man nach der Briefbombe in der Zentrale von Lidl geschockt. „Wir sind bestürzt über die Ereignisse bei unserem Schwesterunternehmen Lidl. Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir stehen an eurer Seite“, twitterte der Konzern, der ebenfalls in Neckarsulm sitzt und zur Schwarz-Gruppe gehört. Auch hier gab es eine Welle der Anteilnahme. Allerdings auch viel Wut.

Lidl in Neckarsulm: Wut wegen Briefbombe - Kollegen aus ganz Deutschland melden sich zu Wort

„Wie kann ein Mensch auf so eine absurde Idee kommen, billigend in Kauf zu nehmen, dass sich Mitarbeiter:innen von Lidl verletzen oder im schlimmsten Fall sterben?“, fragt sich ein Nutzer. Ein anderer schreibt unabhängig davon: „Man muss richtig krank sein.“ Die Fassungslosigkeit nach der Tat ist groß. Über ein mögliches Motiv oder Hintergründe der versendeten Briefbombe ist derweil noch nichts bekannt.

Wir sind über den Vorfall an unserem Verwaltungsstandort in Neckarsulm tief bestürzt und wünschen unseren Kollegen eine gute und schnelle Genesung.

Lidl Deutschland bei Facebook

Lidl beteiligt sich nicht an den wütenden Beiträgen. Wohl aber gab es eine Reaktion auf die vielen emotionalen Botschaften der Kollegen an die von der Briefbombe betroffenen Mitarbeiter. Auf die Genesungswünsche einer ehemaligen Mitarbeiterin schrieb Lidl bei Facebook: „Genauso wie du sind wir über den Vorfall an unserem Verwaltungsstandort in Neckarsulm tief bestürzt und wünschen unseren Kollegen eine gute und schnelle Genesung. Über deine Anteilnahme und deine Besserungswünsche freuen wir uns sehr. Gerne werden wir diese auch an unsere betroffenen Kollegen weiterleiten.“ Denen hilft die Unterstützung aus ganz Deutschland nun hoffentlich, das Erlebte zu verarbeiten.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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