Mehr als zwei Tonnen Marihuana

Drogen-Mammutprozess: Saftige Haftstrafen für drei von acht Angeklagten

Prozess in Heilbronn: Eltern sollen eigene Kinder missbraucht haben
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In dem Drogen-Prozess vor dem Landgericht Heilbronn wurden drei von acht Angeklagten zu Haftstrafen verurteilt. (Symbolbild)
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    VonLisa Klein
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Am Landgericht Heilbronn ist es zu einem ersten Urteil im Mammutprozess gegen acht mutmaßliche Drogendealer gekommen – drei Männer wandern ins Gefängnis.

Update, 9. Dezember 2021: Es ist ein Mammutprozess vor dem Landgericht Heilbronn: Gleich acht mutmaßliche Drogendealer sind angeklagt. Mit unglaublichen 2,6 Tonnen Marihuana sowie 30 Kilogramm Kokain sollen die Angeklagten im Raum Heilbronn, Stuttgart und Karlsruhe von Oktober 2018 bis Juli 2020 gedealt haben. Bereits im März 2021 startete der Prozess – knapp neun Monate später, am Donnerstag (9. Dezember 2021) kommt es schließlich zu den ersten Urteilen.

Gegen drei Angeklagte wurden am Donnerstag unterschiedlich schwere Haftstrafen verhängt: 13 Jahre und 10 Monate, 9 Jahre und 10 Monate sowie 8 Jahre und 10 Monate, wie der SWR berichtet. Die drei Männer haben zuvor ein Geständnis abgelegt, wodurch der Prozess gespalten wurde und es bereits zu einer Verurteilung der drei kommen konnte. Die Verhandlungen gegen die fünf weiteren Angeklagten des Mammutprozesses – vier Männer und eine Frau – werden laut SWR separat fortgeführt.

Drogen-Prozess am Landgericht Heilbronn: Drei von acht Männern verurteilt

Neben dem Handel mit Drogen gibt es in diesem Prozess auch Anklagen wegen illegalen Waffenbesitzes und versuchten Totschlags. „Bei den Geschäften sollen auch Waffen wie Messer, Baseballschläger, Revolver und eine Maschinenpistole bereitgehalten worden sein. In einem Fall soll ein Angeklagter drei Schüsse auf einen anderen Mann abgegeben haben, der jedoch unverletzt blieb“, schreibt der SWR.

Welche Strafen die anderen fünf Angeklagten erhalten werden, muss weiter verhandelt werden – der Mammutprozess vor dem Heilbronner Landgericht ist noch nicht vorbei. Vermutlich wird es noch dauern, bis ein Urteil für alle acht gefällt wurde und der Mammutprozess zu den Akten gelegt werden kann.

Drogen-Prozess am Landgericht Heilbronn eskaliert: Corona-Regeln missachtet?

Update, 23. März, 12:15 Uhr: Am Dienstag startete am Landgericht ein Mega-Prozess gegen acht mutmaßliche Drogendealer, die von Oktober 2018 bis Juli 2020 mit rund 2,6 Tonnen Marihuana und 30 Kilogramm Kokain in Raum Heilbronn Geschäfte gemacht haben. Nun wird bekannt, dass es gleich am ersten Verhandlungstag zu Verzögerungen gekommen ist. Die 16 Verteidiger der acht Angeklagten bemängeln, dass der Strafkammersaal zu klein für die Verhandlung ist.

Drogen-Prozess in Heilbronn: Rechtsanwälte verzögern Prozessbeginn

Tatsächlich halten sich nach SWR Angaben rund 50 Personen im Strafkammersaal in Heilbronn auf. Neben den acht Angeklagten und ihren 16 Verteidigern sind ein Dolmetscher, Zeugen, Sachverständige, eine Protokollantin, vier Journalisten, fünf Richter und mehrere Sicherheitskräfte der Justiz anwesend. Das seien in Anbetracht der derzeitigen Corona-Lage in Heilbronn zu viele Menschen auf zu engem Raum, bemängeln die Rechtsanwälte der acht mutmaßlichen Drogendealern.

Die Vorschriften des Corona-Gesundheitsschutzes in Baden-Württemberg kämen noch hinzu, so die Anwälte. Daher beantragten die Verteidiger, den heutigen Prozesstag auszusetzen. Das lehnte der zuständige Richter im Landgericht Heilbronn heute ab. Danach ist es SWR Angaben zufolge zu heftigen Wortgefechten gekommen. Die Mikrofone seien zu leise, der Richter lese zu schnell, seine Maske sei zu dumpf. Dadurch kam es schon am ersten Prozesstag zu einer Verzögerung.

Platzprobleme: Die 16 Verteidiger der insgesamt acht Angeklagten wollten deshalb den heutigen Prozesstag aussetzen.

Prozess am Landgericht Heilbronn: Es geht um Tonnen von Rauschgift

Erstmeldung, 23. März, 11:55 Uhr: Mit rund 2,6 Tonnen Marihuana und 30 Kilogramm Kokain sollen acht mutmaßliche Drogendealer von Oktober 2018 bis Juli 2020 im Raum Heilbronn Geschäfte gemacht haben. Seit Dienstag muss sich die Bande deshalb vor Gericht verantworten. Der Kopf der Bande ist im Prozess der Hauptangeklagte. Ihm und seinen sieben Komplizen wird vorgeworfen, tonnenweise Rauschgift an Zwischenhändler in den Regionen Heilbronn, Karlsruhe und Stuttgart verkauft zu haben.

Mega-Prozess in Heilbronn: Tonnen von Drogen und Waffen gefunden

Wie der SWR berichtet, sollen die acht Angeklagten neben Marihuana und Kokain auch Waffen wie Messer, Baseballschläger, Revolver und eine Maschinenpistole besessen haben. Einer der mutmaßlichen Drogendealer soll aus der Maschinenpistole drei Schüsse auf einen Abnehmer gefeuert haben. Laut SWR blieb das Opfer dabei aber unverletzt. Die Polizei Heilbronn schätzt, dass die Angeklagten insgesamt rund 12 Millionen Euro mit ihren Drogengeschäften verdient haben.

Die Polizei Heilbronn spricht im Fall der acht Angeklagten von ihrem bisher größten Schlag gegen die internationale Drogenkriminalität. Das Thema Rauschgifthandel ist für die Polizeibeamten in der Region leider ein allgegenwärtiges Problem. Bereits im Dezember 2020 gelang es der Polizei, einen brutalen Drogen-Ring in Heilbronn dingfest zu machen. Genau wie im aktuellen Fall stießen die Polizisten damals auf kiloweise Marihuana und Kokain, zum Teil versteckt in Bunkern.

Landgericht Heilbronn: Prozess finden in kleinem Saal statt

Der Prozess gegen die acht mutmaßlichen Drogendealer sollte laut SWR eigentlich im besonders gesicherten Verhandlungssaal in Stuttgart-Stammheim stattfinden. Nun wurde aber entschieden, dass das Strafverfahren gegen die Angeklagten nun doch am Landgericht Heilbronn stattfinden soll. Im nicht allzu großen Strafkammersaal werden neben den acht Angeklagten 16 Verteidiger, ein Dolmetscher, Zeugen, Sachverständige, eine Protokollantin sowie fünf Richter anwesend sein.

Ebenfalls anwesend im Strafkammersaal des Heilbronner Landgerichts sind Sicherheitskräfte der Justiz und laut SWR vier Journalisten. Unterm Strich werden sich rund 50 Personen im Strafkammersaal anwesend sein. Gerade im Hinblick auf die neusten Beschlüsse des Corona-Gipfels nicht optimal. Gerade deshalb ist laut SWR der Sitzungssaal so gut es geht coronakonform umgebaut worden. Für die kommenden 40 Verhandlungstage im Oktober soll eine bessere Lösung.

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