Landgericht Heilbronn

Prozess in Heilbronn: Versuchter Mord in Gaildorf - Urteil ist gefallen 

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Einer der Verurteilten stach zehnmal auf das Opfer ein. 
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Fünf Männer mussten sich vor dem Landgericht Heilbronn wegen versuchten Mordes verantworten. Nun ist das Urteil für die fünf Männer gefallen.  

+++ Update 23. Oktober +++ Versuchter Mord in Gaildort - Urteil gefallen 

Nun ist das Urteil gefallen! Das Landgericht Heilbronn verurteilte die  fünf Männer zu Haftstrafen zwischen sechs und 14 Jahren. Die Richter sehen das Vorgehen der Verurteilten als "lebensverachtende Brutalität" an. Denn: Die Täter sollen den Tod des heute 21 Jahre alten Mannes zumindest billigend in Kauf genommen haben. 

Laut Urteil stach einer der Männer zehnmal auf das Opfer ein und schnitt ihm mit dem Messer tief in beide Mundwinkel. Der 21-Jährige überlebte, weil er sich noch zu einer Bundesstraße schleppen konnte. Die fünf Männer erhielten Strafen von sechs, zwölf, 14 und 13,5 Jahren. Der zum Tatzeitpunkt 20-Jährige bekam eine Jugendstrafe von sieben Jahren. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. 

+++ Update 23. Oktober +++ Abrechnung mit "Verräter": Urteil erwartet

Fünf Männer sollen ihren Bekannten in einen Wald gelockt, angegriffen und zum Sterben zurückgelassen haben: Im Prozess gegen sie vor dem Landgericht Heilbronn wird heute das Urteil erwartet. Ihnen wird versuchter Mord vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft geht von einer Tat in der Drogenszene aus.

Die mutmaßlichen Täter im Alter von 21 bis 32 Jahren sollen den Mann im Januar unter einem Vorwand in einen Wald bei Gaildorf gefahren haben. Ihr Opfer sollen sie laut Landgericht Heilbronn für einen Verräter gehalten haben, der sie wegen Drogendelikten bei der Polizei verpfiffen haben soll.

Grausame Details: Mit Messer zugestochen, dann das Opfer einfach in der Kälte zurückgelassen

Einer der Männer soll zehnmal mit einem Messer zugestochen haben. Dann soll die Gruppe ihr Opfer in der Dunkelheit bei höchstens minus fünf Grad zurückgelassen haben. Der Mann überlebte, weil er sich - unter anderem in Magen, Darm und Lunge von der Klinge getroffen - noch zu einer Bundesstraße schleppen konnte, wo ihn eine Autofahrerin fand.

Die Staatsanwaltschaft fordert für die fünf Deutschen lebenslänglich und für den Haupttäter, der zugestochen haben soll, zusätzlich Sicherungsverwahrung. Die Verteidiger plädierten dafür, nicht wegen eines versuchten Tötungsdeliktes zu urteilen und Freiheits- beziehungsweise Jugendstrafen zu verhängen.

+++ Update 15. Juli, 17 Uhr +++

Um ihren Bekannten zu bestrafen, sollen sie ihn in einen Wald gelockt, niedergestochen und zum Sterben zurückgelassen haben. Seit Montag müssen sich fünf Männer im Alter von 21 bis 32 Jahren wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht Heilbronn verantworten. Die Staatsanwaltschaft geht von einer Tat in der Drogenszene aus: Einer der Angeklagten habe die übrigen dazu angestachelt, dem vermeintlichen Verräter - der manche bei der Polizei verpfiffen haben soll - eine Abreibung zu verpassen.

Bewaffnet mit Messern, Schlagring und Stock lockten sie ihn demnach im Januar in einen Wald bei Gaildorf,. Dort stach einer der Angeklagten zu. Schwer verwundet, mit Verletzungen an Magen, Darm und Lunge, irrte der junge Mann lange Zeit durch den Wald, "im Dunkeln stolpernd und taumelnd", wie der Staatsanwalt betonte. 

Mehrfach sei er dabei in den Schnee gefallen und dort geschwächt liegen geblieben. Schließlich schleppte er sich laut Staatsanwalt zu einer Bundesstraße, wo ihn eine vorbeifahrende Familie entdeckte. Das Überleben des Verletzten habe vom Zufall abgehangen, die Körpertemperatur sei nur noch 30 Grad gewesen.

Während des Angriffs: "Das passiert mit Verrätern" 

Der Mann musste mehrfach operiert werden und tritt in dem bis Oktober angesetzten Prozess nun als Nebenkläger auf. Neben mehreren Stichen in den Körper soll einer der Angeklagten ihm ins Gesicht geschnitten haben, beginnend an den Mundwinkeln mehrere Zentimeter lang. "Das passiert mit Verrätern", wurde dem Opfer laut Staatsanwalt während des Angriffs vorgehalten.

Niemand aus der Gruppe habe dem Schreienden, Weinenden und Blutenden geholfen, betonte der Staatsanwalt. Bei Temperaturen von minus fünf bis minus acht Grad wurde der Mann stattdessen in der Abgeschiedenheit zurückgelassen. "Sie gingen davon aus, dass er die massiven Verletzungen nicht überleben würde."

Fünf mutmaßliche Täter haben das Opfer zurückgelassen

Die mutmaßlichen Täter und das Opfer kannten sich, bei manchen von ihnen soll der 21-Jährige nach Drogendeals Schulden gehabt haben. An jenem Abend im Januar lockten sie ihn der Anklagebehörde zufolge unter Vorwand in den Wald - um "eine Friedenslinie zu ziehen, sprich Amphetamin zu ziehen", sagte der Staatsanwalt. "In Wahrheit war es das Ziel, ihn für seinen vermeintlichen Verrat zu bestrafen." Nur einer der Angeklagten habe tatsächlich zugestochen, ein zweiter das Opfer festgehalten. Die übrigen drei blieben der Anklage zufolge als mögliche Verstärkung im Hintergrund.

"Jeder von Ihnen muss sich zurechnen lassen, zumal bei diesen Temperaturen, Hilfe auch nicht im Nachhinein geholt zu haben", erklärte der Vorsitzende Richter den fünf Deutschen, die in Untersuchungshaft sitzen. Sie seien mit quietschenden Reifen davongefahren, auch allein zu Hause habe sich keiner dazu entscheiden, einen Arzt oder die Polizei zu verständigen.

+++ Ursprungsmeldung, 15. Juli, 7.25 Uhr +++

Nach einem mutmaßlich aus Rache verübten Messerangriff müssen sich ab heute fünf Angeklagte vor dem Landgericht Heilbronn verantworten - ihnen wird versuchter Mord vorgeworfen. Der Staatsanwaltschaft zufolge handelte es sich um die Bestrafung eines "Verräters" im Drogenmilieu. 

Dieser sei im Januar unter einem Vorwand in einen Wald bei Gaildorf (Landkreis Schwäbisch Hall) gelockt und niedergestochen worden. Die Angeklagten sollen den Schwerverletzten bei Minusgraden in der Dunkelheit zurückgelassen und dabei dessen Tod zumindest billigend in Kauf genommen haben.

Messerangriff vor Gericht - Gespräch mit der Polizei als Auslöser?

Einer der fünf stachelte die übrigen laut Staatsanwaltschaft zum Angriff auf den damals 21-Jährigen an: Dieser habe den Angeklagten und andere aus dem Drogenmilieu bei der Polizei "verpfiffen". Die Deutschen, die zur Tatzeit zwischen 20 und 31 Jahre alt waren, sitzen in Untersuchungshaft.

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